Mama, Wochenende
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Wochenende 5./6. September: Keine Fotos

Dieses Wochenende habe ich keine Fotos für Euch. Warum?

Vor dem Hintergrund des Flüchtlingsstroms und der vielen damit verbundenen Einzelschicksale, des menschenverachtenden Verhaltens Ungarns und des braunen Mobs, erscheint mir zurzeit mein erlebter Alltag nichtig. Ich fühle mich einfach nicht gut damit, hier Fotos von Friede, Freude & Eierkuchen zu veröffentlichen, während nur wenige Kilometer von uns entfernt Menschen nach monatelanger Flucht ankommen. Mit nichts. Und ohne zu wissen, wie es weitergeht. Nicht genug: Auch unser Land, unsere Politiker und alle die damit dranhängen haben auch noch keinen Plan.

Mich lähmt das Geschehen. Ich habe selbst für mich noch nicht hundertprozentig klar, wie ich das alles einordnen soll. Und wie ich helfen will und kann- neben den Kindern, Job und meiner Erkrankung (die mir durch das ganze Leid übrigens noch viel unwichtiger erscheint als sonst).

Übernächste Woche findet hier in der Nähe ein Informstionsabend für eine ehrenamtliche Vormundschaft für unbegleitete, minderjährige Flüchtlingskinder statt. Dort werde ich hingehen. Vielleicht ist das ein Weg für mich, zu helfen. Denn das erscheint mir als Mutter sehr wichtig: Den Kindern, die warum auch immer alleine hier ankommen, einen guten Start zu ermöglichen & Ansprechpartner zu sein.

Wie geht es Euch mit dieser Situation? Wie helft Ihr, was macht Ihr, wie ordnet ihr das Geschehen für Euch ein?

Ich freue mich auf Eure Gedanken 🙂

Und ich wünsche Wuch einen guten Start in die Woche! Bleibt gesund & passt auf Euch auf!

Falls Ihr trotzdem Fotos sehen möchtet, findet Ihr weitere Wochenenden in Bildern findet Ihr bei geborgen wachsen. Schaut doch mal vorbei!

9 Kommentare

  1. Hallo meine Liebe, ich finde deine Gedanken absolut nachvollziehbar und sympathisch. Danke dir für diese offenen Worte. Mir geht es seit einigen Tagen, fast Wochen, auch so. Deshalb habe ich auch gebloggt ‚was ihr tun könnt, wenn ihr nichts tun könnt‘. Ich für meinen Teil habe bislang „nur“ gespendet. Geld und viele Babysachen. Seit #bloggerfuerfluechtlinge komme ich besser mit allem zurecht, weil wir so einen Erfolg alle zusammen haben. 100.000 Euro. Wow. Und seit den vielen schönen Nachrichten seit Freitag Nacht und die Begrüßung der Flüchtlinge in so vielen deutschen Städten, spüre ich zum ersten Mal das Gefühl der Erleichterung in dieser Sache. Mir kommt auch vieles nichtig und unwichtig vor, aber ich finde, es ist nicht so, dass wir nichts getan haben. Ich hoffe, du kannst aus den positiven Nachrichten von diesem Wochenende auch ein bisschen Kraft ziehen.

    • Liebe Leonie, danke, dass Du geschrieben hast! Ich werde gleich direkt mal zu Dir rüberhüpfen. Dass #bloggerfuerfluechtlinge die 100.000€ geknackt hat, habe ich auch schon gelesen. WOW!

  2. Katha sagt

    Das mit der Vormundschaft hört sich doch gut an!
    Vielleicht gibt es im Rathaus auch eine zentrale Anlaufstelle, die man nach unterstützungsmöglichkeiten fragen kann?
    Wir sind seit letzter Woche im Gespräch mit Jugendamt. Wenn alles gut geht werden wir wohl demnächst Pflegeeltern von einem unbegleiteten Minderjährigen.
    Der Weg dahin zeigt, dass viele auch offizielle Stellen selbst mit der Situation überfordert sind und nicht wissen, wo begonnen werden soll.
    Umso wichtiger erscheint es mir, etwas tun zu müssen!
    Berichte mal, wie es damit weiter geht, ja?

    • Liebe Katha, ich drücke Euch die Daumen, dass mit Eurer Pflegschaft alles klappt! Toll, dass Ihr das macht. Ich werde auf jeden Fall berichten 🙂

  3. Liebe Jusu, kann ich sehr gut verstehen. Ich mache es genau anders herum, aber aus den gleichen Beweggründen: Das Thema Flüchtlingshilfe beschäftigt mich jeden Tag, oft auch nachts. Das findet man in meinem Blog daher sehr häufig und ausführlich. So ist das Leben nämlich. Friede Freude Eierkuchen und Schlimmstes. Freude und dunkle Gedanken. Und Hoffnung. Heute war ich beim Train of Hope Düsseldorf, wir haben Geflüchtete aus Ungarn begrüßt. Wir waren so viele, die Flüchtlingshilfe wichtig finden. Und es braucht nur so kleine menschliche Gesten, um freundliche Gesichter zu zaubern. Train of Hope, auch für die, die Begrüßen.
    http://mama-notes.de/wochenende-5-6-september-kinderparty-und-train-of-hope/
    <3

    • Liebe Sonja, vielen Dank für Deine Zeilen. Ich finde es toll, wie Du Dich engagierst! Bei mir ist dazu zurzeit das „Problem“, dass ich null Energie habe. Ich weiß nicht, ob es die MS ist. Aber das zieht mich auch mental voll runter. Daher nähere ich mich dem Thema nun Stück für Stück. Ich denke, jedes Stück zählt. Und das hilft hoffentlich auch. LG

    • Danke, liebe Hannah. Aber so viel ist es noch nicht. Dafür gehe ich jetzt in den Keller und sortiere Herbstsachen für Flüchtlinge aus.

      • Ich weiß ja selber wie es ist, wenn man einfach nicht so viel Zeit und Kraft hat, wie man gerne hätte zum Helfen. Wir haben hier quasi um die Ecke ein Flüchtlingscamp und ich würde gerne mehr tun, aber ich bin schon im normalen Alltag mit meinen Kräften oft am Ende. Deshalb finde ich es toll, wenn jemand auch schon mit Kleinigkeiten versucht, zu helfen. Ein afrikanisches Sprichwort sagt ja, „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orte, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ 🙂

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