Mama-Blog, Wochenbett
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#Wochenbettwünsche – Teil 5

Heute geht es weiter mit meiner Wochenbett-Serie. Denn hier sind gerade zwei Drittel der Mannschaft krank und ich komme nicht zu viel. Ach, wisst Ihr, ich brauche ja nicht 30 Grad und Sonnenschein, nein, eigentlich mag ich den Winter. Aber ich HASSE es, dass die Kinder (und ergo auch wir irgendwann) dann öfter krank sind. Diese Triefnasen, dieser ver*ka*ck*te Reizhusten, die schlaflosen Nächte, diese unausgelasteten Kinder: I don’t like!!

Davon kann auch Kerstin vom Blog Chaos hoch 2 – Familienwahnsinn im Doppelpack zurzeit ein Lied singen. Wobei das „auch“ eigentlich untertrieben ist. Ihre 5-köpfige Familie wird seit Wochen von Infekten geplagt. Solche Infekte, bei denen mehrere von ihnen ins Krankenhaus mussten. Wirklich, Kerstins Familie ist schwer gebeutelt zurzeit.

Daher bin ich umso dankbarer, dass Kerstin ebenfalls einen Text als Vertretung für mein Wochenbett beigesteuert hat. Ehrlich, keine Ahnung, wie sie die Zeit gefunden hat, für mich zu schreiben: chapeau!

Schaut unbedingt mal auf Kerstins Blog vorbei. Es lohnt sich, denn sie verliert nie ihren Humor. Nicht in Krankheitsphasen, nicht im Stress, nicht im Streit oder in sonstigen widrigen Phasen. Kerstin, ich bewundere Dich wirklich!

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Stufe 1: Das erste Kind

Stellt alles auf den Kopf. Hurra! Wir sind Eltern!

Freudentaumel, Hormonrausch, Schlafmangel, Kennenlernen, neues Lernen:

„Warum kackt das Kind so komischen schwarz-grünen Kleber aus?“ „Wie reguliert man die Lautstärke von diesem Modell?“ „Warum trinkt das Kind das Vierfache seines Fassungsvermögens, um im Anschluss das Achtfache wieder auszukotzen?““Warum trifft es niemals nie die Spuckwindel, wenn es sich schon übergeben muss?“

Das erste Kind verändert tatsächlich alles. Es macht aus uns Eltern. Ab jetzt sind wir für ein kleines hilfloses Wesen verantwortlich und werden im Gegenzug bedingungslos geliebt. Wir verändern zwangsläufig unseren Schlafrhythmus und werden zu einem geregelten Tagesablauf genötigt. Wir essen plötzlich Mittag zu Zeiten, an denen wir uns vorher vielleicht gerade an den Frühstückstisch bewegt hätten. Wir lernen total neue Produktwelten in Babymärkten kennen und werden in das soziale Gefüge der Mama-Papa-Kind-Grüppchen aufgenommen. Unsere Gespräche drehen sich um die korrekte Zubereitung von Pastinakenbrei und warum das Baby schon wieder grünen Sprühschiss hatte. Die Zähne vielleicht? Die sind es ja meistens.

Die Liste könnte man unendlich weiterführen und die Inhalte sind bekannt. Das erste Leben endet mit der Geburt des ersten Kindes und es wird niemals wieder so sein wie vorher. Es beginnt das zweite Leben. Das wundervolle Leben als Eltern und Familie. Ein Punkt mit ohne jede Rückkehroption. Der Anglophile spräche vom „point of no return“.

Stufe 2: Das zweite Kind

Es nicht nicht mehr alles ganz so neu und rein theoretisch könnte man auf Erfahrungen vom ersten Mal zurückgreifen. Wir sind trotzdem alle erstmal völlig überfordert mit der Frage, ob das kleine Bündel gerade Hunger hat oder dringend pupsen müsste oder müffelt die Windel gar schon?

Kerstin zweifelt

Es kommen neue bisher unbekannte Herausforderungen dazu:

Da ist das erste Kind, dass ganz neugierig ist und unbedingt die Stressresistenz und Kuscheltoleranz des kleinen Geschwisterchens austesten möchte. Mag das Baby eigentlich meinen Brokkoli essen?

Das seine höchst eigenen Ressourcen an elterlicher Aufmerksamkeit (die in seinen Augen sicherlich eh schon knapp bemessen sind) nun teilen muss. Warum muss das Baby sich denn ständig an der Mama festsaugen, wenn wir gerade Lego spielen wollten?

Auf einmal gibt es zwei Taktgeber für unseren Tagesablauf und wir müssen das Baby sicher verwahren, während das große Kind Aufmerksamkeit braucht. Wir müssen Pastinakenbrei und Fischstäbchen parallel servieren und beim Lesen der Gute-Nacht-Geschichte das Baby geschickt im Fliegergriff wippen lassen.

Wer den Satz „Schlaf doch, wenn das Baby schläft“ beim ersten Anlauf schon absurd fand, wird nun lernen, dass genau diese Zeit dem Erstgeborenen versprochen ist.

Das zweite Kind verdoppelt unser Familienglück und lehrt uns auf unterschiedliche Bedürfnisse einzugehen. So langsam bekommen wir Routine. Wir haben jetzt zwei kleine Wesen, die unsere Hilfe und Fürsorge gleichermaßen brauchen und uns im Gegenzug bedingungslos lieben, während sie dem Geschwisterchen zwischen zwei Küsschen die Bauklötze auf den Kopf hauen.

Schritt 3: Die Großfamilie

Das dritte Kind kommt in eine Familie mit erfahrenen, gestandenen Eltern. Ihr habt es drauf, seid zweifach erprobt! Ihr wisst, was so ein kleines Ding braucht. Zumindest theoretisch. Dass das Kindspech echt furchtbar an den unfassbar winzigen Popöchen der Kleinen klebt, überrascht dann aber doch wieder. So ein Milcheinschuss macht auch in der Wiederholung nicht unbedingt Spaß und vermutlich wisst ihr auch dieses Mal nicht wirklich, warum das Kind gerade absolut nicht schlafen will, obwohl es das sollte.

Aber es läuft, denn ihr habt Routine im Springen zwischen den Bedürfnissen. So ein Baby könnt ihr locker in der Armbeuge schuckeln, während ihr die Hausaufgaben des Großen beaufsichtigt und mit dem mittleren Kekse backt. Multitasking muss euch keiner mehr beibringen. Eure Kinder stehen zwar immer noch nicht total darauf, euch und eure Aufmerksamkeit zu teilen, aber sie kennen das.

Drei Kinder bringen dreifache Freude und ich stelle die gewagte These auf, dass es ab jetzt nichts großes mehr gibt, was euer Leben total umbauen könnte. Das dritte Kind revolutioniert euren Alltag nicht mehr. Es bringt ein klein wenig zusätzlicher Aufregung, viel zusätzliche Freude, einen großen Batzen mehr dreckige Wäsche und großes Glück mit sich.

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Liebe JuSu, ich wünsche euch ein wunderschönes Familienleben zu fünft mit einem entspannten kleinen Baby, dass von seinen großen Schwestern mehr Küsse als Bauklötze abkriegt. Ich freue mich riesig über euren Familienzuwachs. <3

Deine Kerstin

Anmerkung:

Wir sind übrigens mit Schritt 1,5 gestartet. Denn als Zwillingseltern haben wir das mit der 1-Kind-Familie direkt übersprungen. Unser drittes kleines Krümelchen ist gleichzeitig unser zweites und drittes Kind, denn erst mit ihm mussten wir auf zwei unterschiedliche Alterstufen Rücksicht nehmen. Zwillinge sind zwar zu zweit und ja, sie teilen sich von Anfang an die elterliche Aufmerksamkeit und man hat von Anfang an zwei statt einem Baby zu versorgen. Aber sie sind eben beide Babys oder beide Kleinkinder oder beide Kindergartenkinder… Sie haben entsprechend sehr ähnliche bis identische Rhythmen, Ansprüche und Bedürfnisse. Den Modus „Baby stillend Kleinkinder bespaßen“ habe ich also erst mit dem Krümelchen erreicht. 😉

Liebe Kerstin, vielen lieben Dank, dass Du mich in meinem Wochenbett unterstützt hast! Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute für die Zukunft- mindestens 10 Monate infektfreie Zeit und genau so lange Sonnenschein <3

 

 

 

 

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