Ausland, Erfahrung, Wie ist das eigentlich bei Euch?
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Wie ist das eigentlich bei Euch? Februar 2015

Diesmal berichtet die liebe Dajana vom Blog Mit Kinderaugen aus den USA, genauer aus Kalifornien. Dort hat sie 3 Monate mit Mann, Kind und Kegel verbracht. Sie hat bereits auf ihrem Blog ausgiebig darüber berichtet, insbesondere über die Kuriositäten der Amis. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass man als Kunde fast immer Recht bekommt in den USA? Oder dass gerne Cola mit Vanileeis getrunken wird? Mittlerweile ist Dajana mit ihrer Familie wieder in Deutschland angekommen, hat sich aber trotzdem noch einmal die Zeit genommen, um bei mir über ihre Erfahrungen in Kalifornien zu erzählen. 

Dajana vom Blog Mit Kinderaugen


Liebe Dajana, wie kinderfreundlich ist die Stadt bzw. das Land, in dem Du gelebt hast?
Die USA sind ein sehr kinderfreundliches Land. Es gibt überall viel Aufmerksamkeit für Kinder. Es werden Sticker oder Lollis verschenkt, Kinder essen an gewissen Tagen im Restaurant kostenlos oder für die Hälfte. Die Spielplätze sind fast immer sehr modern, sauber und kindgerecht. Und auf ganz vielen Spielplätzen gibt es auch öffentliche Toiletten. Das finde ich ja wunderbar. Und auch in den Einkaufszentren wird viel für Kinder geboten. Generell wenden sich Amerikaner viel den Kindern zu und sprechen sie an oder machen dir Komplimente für deine Kinder.

Wie ist der Eindruck, wenn man auswärts essen geht?
Wie bereits gerade erwähnt, essen Kinder an gewissen Tagen in amerikanischen Restaurants kostenlos oder für die Hälfte. Die Auswahl an Speisen für die Kleinen ist auch viel größer, als in deutschen Restaurants. Es gibt Pasta, Burger, Nuggets, Gemüsevariationen, Salate, Joghurt und frisches Obst. Und es gibt in fast jedem Restaurant kalte Schokomilch. Unser Sohn liebt Schokomilch und war davon begeistert. In deutschen Restaurants gibt es sowas leider sehr selten. Und die Kellner sind auch sehr kinderfreundlich und wenden sich den Kindern fast immer persönlich zu. Und natürlich gibt es auch in jedem Restaurant Malangebote für die Kleinen.

Gibt es viele extra Angebote bzw. Spielplätze für Kinder?
Ja es gibt viele Angebote. Es werden oft Straßenfeste oder Events in den Schulen und Kindergärten organisiert. Und auch privat lassen sich Amerikaner nicht lumpen und feiern gern und viel. Vor allem Kindergeburtstage. Da wird dann auch ordentlich aufgefahren. Manchmal etwas zu viel wie ich finde. 

Ist es einfach, einen Babysitter zu finden?
Ob es einfach ist einen Babysitter zu finden, kann ich leider nicht sagen. Da es in den USA aber üblich ist, die Kinder von einem Babysitter betreuen zu lassen, denke ich mal schon.

Ist Kinderbetreuung obligatorisch? Welche Arten der Kinderbetreuung gibt es? Wie sind die Kosten?
Nein Kinderbetreuung ist nicht obligatorisch. Eltern können entscheiden, ob sie ihr Kind in einer staatlichen oder privaten Einrichtung betreuen lassen wollen oder nicht. In den USA ist ja sogar homeschooling legal. Sprich, wenn Eltern nicht möchten, dass ihre Kinder in die Schule gehen, können sie sie einfach zuhause selber unterrichten. In wie weit das aber per Gesetz anerkannt ist, weiß ich nicht zu 100%. Das ist glaube ich auch von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich.
Viele Eltern in den USA betreuen ihre Kinder bis zur Einschulung zuhause, da sie sich den Kindergarten entweder nicht leisten können oder mit der Art der Unterrichtung oder Erziehung nicht zufrieden sind. Es ist in den USA also völlig normal, nicht in den Kindergarten zu gehen. Gehen die Kinder doch in den Kindergarten nennt man das Pre-School. Auch die Allerkleinsten können schon in Pre-Schools gehen. Diese Pre-Schools unterscheiden sich aber extrem von deutschen Kindergärten. Darüber habe ich einen sehr langen Artikel auf meinem Blog geschrieben (hier geht es zu dem entsprechenden Artikel). Ansonsten ist es in den USA auch üblich, dass die Kinder von einem Au Pair, einem Babysitter oder einer Nanny betreut werden. Das ist aber auch nicht günstig und nicht jede Familie kann sich das leisten.
Ich finde die Kosten für die Betreuung im Kindergarten sehr hoch. Das können im Monat dann mal bis zu $1200 sein. Das sind ungefähr 1000€. Ich weiß, dass es in vielen deutschen Bundesländern die Kindergärten auch sehr teuer sein können, aber ich glaube nicht so teuer.  

Gehen in der Regel beide Elternteile arbeiten?
Nein! In den USA ist es ganz normal, dass die Mutter zuhause bleibt und die Kinder erzieht, betreut und sich um den Haushalt kümmert. Dieser „Job“ der Mutter wird in den USA (im Vergleich zu Deutschland) sehr hoch angesehen. Mütter in den USA werden auf jeden Fall nicht ständig gefragt, wann sie denn wieder arbeiten gehen wollen. Hausfrau und Mutter zu sein, ist in den USA völlig normal. 

Wie ist die Arbeitsverteilung bei den Eltern in Bezug auf die Erziehung und den Haushalt bzw. den Job? Wie ist die gesellschaftliche Meinung diesbezüglich?
Zur elterlichen Arbeitsverteilung kann ich leider nichts sagen. Ich denke, dass ist von Familie zu Familie unterschiedlich, aber da eben viele Frauen zuhause sind, werden sie wahrscheinlich auch mehr der häuslichen Arbeiten übernehmen. Aber das ist nur eine Theorie von mir.

Weiter oben habe ich das ja schon erwähnt. Hausfrauen sind in den USA hoch angesehen. Auch wenn die Mutter vorher eine gute und hohe Position hatte, wird sie nach der Geburt ihrer Kinder nicht schief angesehen, wenn sie zuhause bleibt und nicht mehr in den alten Job zurückkehrt. Aber es gibt natürlich auch in den USA viele Frauen, die trotz dem Muttersein arbeiten gehen. Und oft arbeiten sie dann 2 bis 3 Jobs, da es keine oder kaum staatliche Unterstützung gibt.

Warst Du glücklich mit der Situation in den USA? Wie ist der Vergleich mit Deutschland?
Ich war die drei Monate in den USA glücklich. Ja. Mit der Betreuung im Kindergarten war ich allerdings nicht glücklich. Das hat ja leider überhaupt nicht geklappt. Ansonsten sind die USA ein gutes Land für Kinder und man kann sich da auf jeden Fall sehr wohlfühlen. Bezogen auf den Kindergarten bin ich aber froh, dass wir jetzt erstmal wieder in Deutschland leben. Unserem Sohn gefällt es hier einfach besser und ich bin mit der Betreuung zufrieden. 

Vielen lieben Dank, Dajana, dass Du mitgemacht und uns einen Einblick in Dein Leben mit Familie in den USA verschafft hast!

Bereits mitgemacht an dieser Reihe haben die Bloggerin Séverine von Mama on the Rocks aus der Schweiz, meine Freundin Renate in Sidney, Tanja vom Blog Tafjora- eine deutsche Familie in Frankreich aus Frankreich, Bloggerin Anne vom Blog Die Wüste & Ich aus Dubai und Nadine vom Blog Buntraum aus Wien. Hier geht es zu den entsprechenden Beiträgen:

Schweiz
Sydney
Frankreich
Dubai
Wien 

Lebt Ihr ebenfalls mit Eurer Familie im Ausland und würdet gerne bei mir im Rahmen dieser Reihe davon berichten? Dann freue ich mich über eine Mail von Euch an mama.schulze(at)gmx.de.

3 Kommentare

  1. Anonymous sagt

    Schön, dass es die Informationen gibt – schade, dass am Ende vielleicht die Zeit (und Lust?) ausging. Folgt man dem angegebenen Link zu den ausführlicheren Erläuterungen zur Pre-School wird eigentlich ein gutes Bild gezeichnet. Erinnerte mich alles etwas an die Schweiz..
    Dann am Ende aber der Satz „Ich war glücklich in den USA – Mit der Betreuung im Kindergarten aber nicht“. Punkt. Keine Erläuterung o.ä. Der unbedarfte Leser muss jetzt mal annehmen, dass das rein persönliche Gründe hatte, aber nicht am System lag..

  2. Pingback: Wie ist das eigentlich bei Euch? Oktober 2015 - Mama Schulze

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