Mama-Blog, Multiple Sklerose
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Wegen der MS zum Zahnarzt

In der vergangenen Woche war ich beim Zahnarzt. Und das hatte auch mit meiner Multiplen Sklerose zu tun. Dazu postete ich auf Instagram folgendes Foto:

Dieses Foto stoß auf sehr viel Interesse auf meinem Instagram-Kanal. Viele fragten mich auch in persönlichen Nachrichten, was ich denn da genau machen lasse beim Zahnarzt?

Das Ding mit einer unheilbaren Erkrankung

Multiple Sklerose ist immer noch unheilbar und viele der Erkrankten sind wie ich beständig auf der Suche nach Optionen, Alternativen und Anregungen, um möglichst gute Voraussetzungen im Kampf gegen die MS zu schaffen, die eigene Situation zu verbessern oder die Krankheit gar zum Stoppen zu bringen. Das ist nicht immer einfach, denn, und das kennen alle, die es mit einer unheilbaren Krankheit zu tun haben: Es gibt eben nicht DIE eine Lösung. Bei dem Einen hat dieses geholfen, bei dem Anderen jenes, der nächste schwört auf noch mal was anderes. Befragt man die/den Neurolgin/en dazu, wird dringenst davon abgeraten, da es keine Studien zu Dings A, B oder C gibt. Dann erzählt die Nachbarin der Freundin von einer Kusine mit genau der gleichen Erkrankung, bei der aber Dings D wiederum gut geholfen hat. Und schon ist man selbst wieder am Grübeln, ob da nicht doch vielleicht was dran ist, was einem selbst weiterhelfen könnte.

Oft sind Dings A, B, C und D zudem nicht gerade günstig. Und müssen aber aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Da gilt es dann noch einmal besonders abzuwägen, was selbst ausprobiert werden möchte- oder eben nicht.

Sehr gerne erzähle Euch daher heute, warum ich wegen der MS beim Zahnarzt war und, was ich dort machen lassen habe. ABER: Ich weiß selbst noch nicht, ob das nun in der Zukunft viel bringen und gar die MS verlangsamen wird. Auch kann ich Euch nicht mit Garantie sagen, dass es bei Euch etwas bringen wird.

Darüber hinaus möchte ich noch auf Folgendes hinweisen: Weder lehne ich die sogenannte Schulmedizin ab (ich nehme ja selbst auch ein MS-Medikament), noch stehe ich alternativen Methoden ablehnend gegenüber. Ich glaube fest daran, dass ich auch mit Sport und Ernährung meinen Körper im Kampf gegen die MS sehr gut unterstützen kann. Ich bitte Euch, die Ihr hier mitlest, das zu respektieren. Ihr könnt, wenn Ihr mögt, gerne unter diesem Artikel zu meiner Erfahrung diskutieren oder Eure eigene teilen, aber bitte beginnt keinen Streit und geht respektvoll miteinander um.

Wegen der MS zum Zahnarzt

Ich bin schon lange bei einem Heilpraktiker in Behandlung, der sich sehr gut in Bezug auf die Multiple Sklerose auskennt. Bisher hat er mich immer gut beraten können. Nach der Stillzeit mit dem Schneckerich war ich bei ihm, um zu besprechen, wie es mir geht und, welche weiteren Wege ich einschlagen kann. Dabei merkte er an, dass viele Patienten, die bei ihm in Behandlung seien und die gleichen Läsionen wie ich im Nackenbereich hätten, mit Entzündungsherden im Kiefer kämpfen. Da musste ich aufhorchen, denn bereits meine Mutter hatte in der Vergangenheit diesbezüglich eine lange Krankengeschichte, deren Ursache im Kiefer lag.

Daher ließ ich durch meinen Heilpraktiker entsprechende Entzündungswerte im Blut messen, durch die man solche Herde im Kiefer nachweisen kann. Für diejenigen, die es interessiert, das war in meinem Fall der sogenannte „Mercaptane/Thiother Test“. Aber mein Heilpraktiker meinte, da gäbe es noch andere Tests, die man entsprechend der Vorgeschichte des Patienten auswählen könne. Dafür müsse man sich an einen Therapeuten wenden, der sich mit dem Thema Auotimmunität und Herdbelastungen auskennt. Bei mir gibt es wurzelbehandelte Zähne, Amalgam und ständig wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen. BUMM: der Test zeigte Entzündungswerte, die 10 Mal höher waren als sie sein sollten.

Mein Heilpraktiker meinte, das könne an meinen beiden wurzelbehandelten Zähnen liegen. Denn sind diese nicht vollständig sauber gemacht worden, können Rückstände zurückbleiben, die sich mit der Zeit entzünden. Daher ging ich zu einer Zahnärztin, die sich damit auskennt, und ließ meinen Kiefer röntgen. Siehe da, man konnte an einer Wurzelbehandlung sehen, dass da was nicht in Ordnung war.

Zunächst wurde das Amalgam entfernt (ja, ich weiß, da gibt es Befürworter und Gegner- aber ich bin letztendlich froh, kein Amalgam mehr im Kiefer zu haben), dann wurde in der vergangenen Woche die alte Wurzelbehandlung geöffnet. Das war übrigens schmerzfrei, da die Wurzel ja tot ist. Das Bohren hat mir nix ausgemacht.

Und, jetzt wird es eklig: Da kamen schwarze, eitrige Rückstände raus. Und ich hatte sofort das Gefühl, als wäre mir ein unglaublicher Druck in der Nase und auch im Kiefer und Zahn genommen worden. Dann wurde die alte Wurzelbehandlung gesäubert und entsprechend mit einem Medikament zur Entzündungslinderung und zum Desinfizieren versorgt. Verschlossen wurde sie nur provisorisch, da ich nach einer Woche (gestern) noch einmal zur Zahnärztin musste, um die Prozedur zu wiederholen.

In dieser vergangenen Woche hatte ich nicht einmal ein verstopftes Nasenloch, was bei mir eigentlich Normalität ist. Ich konnte problemlos auf der betroffenen Seite schlafen, ohne dass mir das Nasenloch zuläuft oder so. Ein unglaubliches Gefühl, eine unglaubliche Erkenntnis! Alleine dafür hat es sich für mich bereits gelohnt.

Gestern wurde die alte Wurzelbehandlung wieder entsprechend gesäubert und versorgt, aber sie sah schon viel besser aus und eiterte auch nicht mehr. In drei Wochen wird das dann noch einmal gemacht und dann werden in drei Monaten meine Entzündungswerte noch einmal gemessen. Ich hoffe, dass die dann schon viel, viel besser sind. Allerdings muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich genau auf der anderen Seite meine andere alte Wurzelbehandlung habe. Und auch dort habe ich immer Probleme mit den Nebenhöhlen. Gerade jetzt, im Gegensatz zur gesäuberten Seite, merke ich nun einen riesigen Unterschied. Mal schauen also, was auf der zweiten Seite noch passieren wird.

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich bin gespannt, was Ihr zu meiner Zahnbehandlung sagt!

 

6 Kommentare

  1. Wow, das habe ich ja noch nie gehört. Danke für den Tip, ich habe zwar keine grossen Probleme, aber wenn es mögliche Entzündungen gibt, von denen man oft gar nichts weiss und man die entfernen kann, ist das eine super Sache.

    Herzliche Grüsse,
    Sandra

  2. Sankus sagt

    Hört sich super interessant an, ich bin gespannt was du weiter erzählst und wie es auf Dauer hilft! Ich glaube ich werde da Mal mit meiner Ärztin drüber sprechen, die ist eigentlich für alles offen! Ich bin gespannt! 🙂

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