Mama-Blog, Multiple Sklerose
Kommentare 10

Wegen der MS zum Zahnarzt – Teil 2

Vor einigen Monaten hatte ich Euch schon berichtet, warum ich wegen meiner Multiplen Sklerose beim Zahnarzt war. Das könnt Ihr hier nachlesen. Ganz kurz: Der Heilpraktiker, bei dem ich in Behandlung bin, merkte an, dass viele Patienten, die bei ihm in Behandlung seien und die gleichen Läsionen wie ich im Nackenbereich hätten, mit Entzündungsherden im Kiefer kämpfen. Da musste ich aufhorchen, denn bereits meine Mutter hatte in der Vergangenheit diesbezüglich eine lange Krankengeschichte, deren Ursache im Kiefer lag.

Die Wurzelbehandlung

Ich ließ also meine Zähne checken und in diesem Zusammenhang eine alte Wurzelbehandlung öffnen, in der eine Entzündung schwelte. Sofort konnte ich merken, dass da ein Druck aus meinem Kiefer nachließ, der schon seit Ewigkeiten da war und mich piesackte. Im weiteren Verlauf des Winters konnte ich dann feststellen, dass ich nicht mehr so häufig eine Nasennebenhöhlenentzündung bekam, wie üblich. Trotzdem war aber irgendwie noch nicht wieder alles gut. Weiterhin spürte ich, dass sich genau dieser eine Zahn anders anfühlt, als die anderen Zähne. Dass da ein ständiger Druck besteht, der mal stärker und schwächer ist und, der mich träumen lässt, dass ich mir den Zahn ausbeiße. Der Zahn wurde dann nicht sofort wieder verschlossen, da die Entzündung erst einmal einige Wochen abheilen sollte.

Und dann kam wieder ein krankes Kind zum anderen, ich war selbst krank oder hatte dringende Dinge bei der Arbeit zu erledigen, sodass ich ständig meinen Termin für eben diese Füllung beim Zahnarzt verschieben musste. Es war ganz fürchterlich. Dann hatte ich in der vergangenen Woche – wohlgemerkt im August – endlich den nächsten Termin, bei dem mein Zahn wieder gefüllt werden sollte.

Ein Zahn. Eine Nuss. Kein Zahn.

Was passierte? Genau zwei Tage vor diesem Termin biss ich auf eine Nuss und eben dieser Zahn zerbarst. Ich konnte sofort spüren, dass er nicht nur ein kleines bisschen kaputt war, sondern „ordentlich“. Herrlich. Nicht. Beim Zahnarzt bekam ich dann die Nachricht: Der Zahn ist unter dem Zahnfleisch abgebrochen und nicht mehr zu retten. Er muss komplett raus und ein Implantat rein. Kostenpunkt: um die 2.000€. Echt, ich musste mit den Tränen kämpfen. Zum Glück habe ich eine Zahnzusatzversicherung.

zahn

Gestern war ich nun bei einer Zahnchirurgin, die sich das Dilemma angeschaut und auch direkt ein 3D-Röntgenbild gemacht hat, um zu schauen, wie der Zahn und seine Wurzel liegt. Sobald dieses Röntgenbild vorlag, zeigte sie es mir und zeigte auf eine kleine Höhle zwischen Zahnwurzel und Kiefer: „Können Sie diese Höhle sehen? Die hat sich gebildet, weil da eine Entzündung drin ist. Da schwelt was. Und vielleicht ist das jetzt Glück im Unglück für Sie. Denn wäre der Zahn nicht abgebrochen, hätten wir diesen Entzündungsherd nicht entdeckt. Haben Sie denn Probleme damit?“ Ich berichtete ihr von der alten gesäuberten Wurzelbehandlung, von meiner MS, den Nasennebenhöhlenentzündungen, dem Druck auf meinem Kiefer und, dass ich halt immer merke, „dass da was ist“. Sie konnte mir natürlich nichts versprechen, aber meinte, dass es gut sein könne, dass wir die Entzündung damit beseitigen. Darüber hinaus konnte sie aber gut auf dem Röntgenbild sehen, dass alle anderen Zähne und der restliche Kiefer gesund sind.

Wie geht es nun weiter?

Nun bekomme ich erst einmal den Kostenvoranschlag für das Implantat, den ich dann bei meiner Zahnzusatzversicherung zwecks Kostenübernahme einreiche. Wenn ich hier den Bescheid habe, kann der Zahn entfernt werden. Dann kommt nicht direkt das Implantat rein, sondern die Entzündung in der Höhle wird direkt mit behandelt und es wird Zeit zum Ausheilen gegeben. Das dauert 8 Wochen und bedeutet 8 Wochen ohne Zahn. Hier kann ich mir dann überlegen, ob ich einen vorübergehenden Zahnersatz haben möchte, damit ich keine Zahnlücke habe. Die Lücke wird auf der oberen linken Seite sein- keine Ahnung, wieviel dieser kostet und, ob die Versicherung davon etwas übernimmt (ich wage mal zu behaupten: nein!). Das muss ich mir noch überlegen.

Nach 8 Wochen wird dann das Implantat eingesetzt und dann ist hoffentlich Ruhe- sowohl mit dem Zahn, als auch mit dem Druck im Kiefer, den Entzündungen usw. Das wäre natürlich ein Traum. Nach weiteren drei Monaten kann ich dann endlich wieder die Entzündungswerte bei meinem Heilpraktiker testen lassen- die dann hoffentlich endlich gesunken sind.

Habt Ihr diesbezüglich bereits Erfahrungen gesammelt? Schreibt mir sehr gerne Eure Erfahrungen – DANKE

10 Kommentare

  1. Fanny sagt

    Ich traue mich nicht an die Implantate heran wegen des Fremdkörpers im Körper. Ich habe gelesen, dass das Immunsystem evtl. reagieren kann bei MS und das wäre ja kontraproduktiv. Ich bin auf deine Erfahrungen damit gespannt. Viele Grüße Fanny

    • Hallo liebe Fanny, mit diesem Punkt habe ich mich gar nicht auseinandergesetzt. Aber jetzt muss ich mich sowieso gedulden, bis die Zahnversicherung wegen der Kostenübernahme eine Rückmeldung gibt. Ich recherchiere das noch mal 😉 LG

  2. Matilda sagt

    Mein Zahnarzt meinte 8 Wochen zum ausheilen sind zu wenig der Zahn wegen einer Entzündung, erfolglosen Wurzbehandlungen… rausmuss. Mir hat man zu mindestens 4 Monaten Wartezeit geraten um nicht auch Probleme mit dem Implantat zu bekommen. Eine Zwischenlösung wurde mir nie angeboten, und mir fehlt sie auch nicht. Mir fehlt momentan der vorderste Backenzahn rechts (die vier Monate sind noch nicht vorbei) die Zahnlücke fällt zumindest bei meinem Gebiss nicht auf, und auch beim Essen gewöhnst du dich schnell an den Zahn weniger. Das hat bei mir ca. 1-2Wochen gedauert einfach weil in dieser ja auch noch Fäden drin waren und die Wunde heilen musste. Ich hab übrigens zwar keine MS, aber eine andere neurologische Hirnerkrankung

  3. Puh, bei mir war es vor 14 Jahren eine Pistazie und der Backenzahn unten links wo die Wurzelbehandlung nichts taugte, ich habe ne Krone, auch nicht billig und eine Wurzelspitze weniger. Würde ich so aber nie wieder machen lassen, sondern Implantat, das allerdings ein Fremdkörper ist, – blöd!

  4. Ella :-) sagt

    Ich bin auch MS-Patientin und hatte (schon vor der Diagnosestellung) ewig Probleme mit einem Backenzahn, bei dem auch die Wurzelbehandlung nix gebracht hat. Fazit letztendlich: Zahn rausnehmen lassen, Implantat rein, und nun hab ich seit 10 Jahren Ruhe. Nix tut mehr weh, bezüglich der MS scheint sich da auch kein Nachteil ergeben zu haben mit Implantat, von daher: ich mach dir mal ein bisschen Mut – das kann auch alles ganz gut werden!
    Liebe Grüße!

  5. Conny sagt

    Liebe Julia, ich habe auch MS und vor drei Jahren ist mir ein entzündeter Backenzahn gezogen worden. Seitdem beschäftige ich mich mit der Frage welcher Zahnersatz richtig ist für mich. Die meisten Zahnärzte haben mir zu einem Implantat geraten. Da ich jedoch Bedenken habe wegen der Metallbelastung bei MS konnte ich mich nicht dazu entschließen. Ich hatte zudem nicht das Gefühl dass die Ärzte das Thema wirklich ganzheitlich betrachten. Vor kurzem war ich deswegen bei einem Arzt für ganzheitliche Zahnmedizin. Hier habe ich einen ganz anderen Ansatz erlebt. Dieser Arzt hat aufgrund der MS von einem Implantat abgeraten und eine Vollkeramikbrücke empfohlen. Darüber hinaus sei es hinsichtlich der MS am besten, wenn alle toten Zähne gezogen werden (ich habe drei Wurzelbehandelte). Ich war fast erleichtert das zu hören, weil es auch meinem Bauchgefühl entspricht, aber alle meine bisherigen Zahnärzte dazu nur den Kopf geschüttelt haben. Ich werde jetzt erstmal die Brücke angehen und dann weiter sehen. Dir alles Gute bei der Entscheidung.

  6. Hallo zusammen! Das Thema Zähne und MS ist bei mir besonderes ausgeprägt und nervt mich nur. Ich fülle mich alleine gelassen mit all den Problemen. Alle Implantate mussten bei mir wieder raus – mehr noch, nur Ärger. Es hilft wenn man liest das man nicht alleine mit dem ist… Herzlichen Dank!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.