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Von Kotze, blauem Auge & Co.

Eigentlich ist der heutige Tag ein Fall für #WMDEDGT von Frau Brüllen. Denn an jedem 5. des Monats fragt sie: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“. Oder halt kurz: #WMDEDGT.

Aber heute ist nicht der Fünfte des Monats, sondern der Achtzehnte. Und es war wirklich gar kein besonderer Tag, aber es war mal wieder ein exemplarischer Tag für den ganz alltäglichen Wahnsinn als Mama mit Kindern. Daher schreibe ich ihn Euch einfach mal nieder.

Von Kotze, blauem Auge & Co.

Kotze

Für den Anfang ist es wichtig zu wissen, dass Papa Schulze auf Dienstreise ist. Immens wichtig. Weil, wenn Papa Schulze in unseren Gefilden weilt, passiert nie so viel Scheiße am Stück. Ist einfach so. Murphy lässt grüßen… Wenn ich den erwische!

Heute Nacht um 0.30 Uhr rief mich die MaxiSchnecke zu sich und klagte über Bauchschmerzen. Ich dachte, sie habe schlecht geträumt, tröstete sie ein wenig und schlurfte dann wieder in mein Bett, wo ich – sehr ungewöhnlich für mich – sogar recht schnell wieder einschlief. Normalerweise tue ich mich damit nachts schwerer, insbesondere wenn Papa Schulze nicht da ist.

Um 1.30 Uhr weckten mich dann panische Schreie: „Mama, ich habe in mein Bett gekotzt!“ Auch die MiniSchnecke war ganz aufgeregt. Sie teilt sich ein Zimmer mit ihrer großen Schwester und tut ihr zurzeit alles gleich. Daher kündigte sie sodann sofort an: „Mama, mir ist auch schlecht!“.

Nein, weder die Maxi- noch die MiniSchnecke kotzen oft. Ich wage zu behaupten, dass der letzte Magen-Darm-Infekt mindestens über ein Jahr her ist. Mindestens. Is klar, dass das also nur passiert, wenn Papa Schulze nicht bei uns zu Hause ist und mir helfen kann.

Maxi machte sich sofort Sorgen: Sie könne so ja gar nicht morgen in die Kita und wahrscheinlich auch nicht zu ihrer geliebten Tanzstunde. Und überhaupt, das ganze Bett sei jetzt vollgekotzt und die Mama hätte jetzt sehr viel Arbeit. Die müsste jetzt alles in der Nacht sauber machen. Und ihr ginge es so schlecht. Und Kotzerei sei so eklig. Und, was, wenn sie jetzt noch mal spucken müsste, wenn Mama schon alles gewechselt hätte?

Während ich das Bettzeug wechselte bzw. neues zusammensuchte (verpennt fand ich natürlich nicht alles auf Anhieb und hetzte in unserer Doppelhaushälte des Nachts über drei Etagen auf und ab), beruhigte ich sie: „Schatzi, das ist doch nicht schlimm. Ich bin doch Deine Mama und kümmere mich um Dich. Und es ist doch nicht das erste Mal, dass eine von Euch beiden spucken muss. Da weiß ich doch, was zu tun ist. Mach Dir keine Sorgen. Natürlich kannst Du so nicht morgen in die Kita, aber vielleicht bleibt es ja bei dem einen Mal Spuckerei und dann kannst Du sicherlich zum Kindertanzen gehen, wenn Du Dich vorher ausgeruht hast. Und, falls Du noch mal spucken musst, rufst Du nach mir und dann kümmere ich mich wieder um Dich.“

Schon mischte sich die MiniSchnecke in unserer Gespräch ein und verkündete lautstarkt: „Wenn die Maxi nicht in die Kita geht, dann will ich auch nicht. Ich will auch neues Bettzeug. So kann ich nicht schlafen. Heul!“

So entwickelte sich ein sehr erquickendes Gespräch um 2 Uhr in der Nacht. So was liebe ich ja. Als ich das Kinderzimmer gegen 2.30 Uhr verließ, waren beide Mädels so unsagbar wach, dass ich Sorge hatte, sie würden überhaupt noch mal schlafen. Aber, dann war doch tatsächlich Ruhe. Und ich schlief – wieder ganz ungewöhnlich für mich – sofort wieder ein. Und das, obwohl ich mindestens fünf Mal alle drei Treppen erklimmt und sogar noch eine Waschmaschine angestellt hatte.

Arztbesuch

Wie es ja nicht anders sein kann nach so einem tollen Intermezzo: Am Morgen musste ich die Schnecken wecken, denn ich hatte um 8 Uhr einen Frauenarzttermin zum Dopplern wegen meines Gestationsdiabetes. Nix da mit Ausschlafen.

Beide Kinder waren müde, unwillig und bockig, aber dann irgendwann angezogen. Maxi musste ich bremsen, beim Frühstück nicht allzu reinzuhauen- sie hatte Hunger ohne Ende und dann verließen wir halbwegs pünktlich das Haus.

Bei der Frauenärztin wurde erst einmal ein CTG geschrieben. Das fanden die Mädels total spannend. Auch die ganzen Geräte, die in dem Raum standen, fanden sie sehr spannend. Diese teuren Dinger…

Aber auf dem Foto sieht natürlich alles ganz friedlich aus, ist klar, oder?

Kotze

CTG mit den Schnecken

Während des Dopplers mussten dann beide Mädels auf die Toilette. Und danach schauten sie sich erst mal die Schwangerenplastik inklusive herausnehmbarer Teile an. Das hat Mama sehr entspannt- vor allem, als sie begannen, sich um die einzelnen Stücke zu streiten.

Bei der Doppleruntersuchung war bezüglich der Organe und Gefäße alles in Ordnung beim Kleinen. Aber es zeigte sich, dass der Schneckerich in der letzten Woche ordentlich gewachsen ist. Er ist jetzt 3 Wochen größer- bis 4 Wochen ist noch in Ordnung. Aber eine Tendenz zum Größer sein ist da. Und das ist ja gerade eine der Gefahren beim Gestationsdiabetes: dass die Babys zu groß werden. Daher entschied meine Frauenärztin: „Nee, so machen wir nicht weiter. Sie brauchen jetzt Insulin.“

Insulin

Also rief ich nach dem Arztbesuch bei meinem Diabetologen an. ABER: Im Urlaub. Der Knaller dabei: Von den 4 Vertretungsärzten, die auf seinem Anrufbeantworter genannt werden, hatten 2 wiederum selbst Urlaub. Und die anderen beiden waren „nur“ Allgemeinmediziner, die mir nicht weiterhelfen konnten/ wollten. Ach ja, und eine von den beiden Arztpraxen wusste gar nicht, dass sie bei meinem Diabetologen als Vertretung angegeben ist. Nicht. Lustig.

Um die Geschichte etwas abzukürzen: Ich telefonierte mich durch eine Liste von Diabetologen im Umkreis von 20km, aber ich erreichte keinen. Alle im Urlaub oder dauerbesetzt. Hallo?! DAs kann doch nicht sein.

Währenddessen rannten die Schnecken völlig unausgelastet um mich herum. Irgendwann ließ ich sie auf unsere Straße entweichen, wo sie gleich alle Nachbarn über die nächtliche Kotze in unserem Haus informierten. Also unterbrach ich meine Telefonate, um mit den beiden Schnecken einkaufen zu fahren.

Blaues Auge

Beim Supermarkt angekommen, ließ ich die beiden Mädels stramm stehen und erklärte ihnen: „So, heute wird im Supermarkt nicht gestritten, nicht fangen gespielt und vor allem: auf mich gehört! Heute ist nicht der Tag für Eure üblichen Aktionen. Bitte hört auf mich, ich bin sehr müde.“ Beide schauten mich mit Rehaugen an und gelobten hoch und heilig: „Ja, Mama, wir hören auf Dich.“

HAHAHAHAHAHA!

Dann betraten zwei irre Rennmäuse den Supermarkt, die ich kaum eingefangen bekam. Irgendwann verdonnerte ich sie dazu, bei mir zu bleiben. Dies nahmen sie zum Anlass, am Einkaufswagen rumzuklettern. Und ich? Ich erklärte: „Klettert da nicht so rum. Der kann auch umfallen. Da könnt Ihr Euch weh tun.“ Das erklärte ich ein Mal, zwei Mal, drei Mal.

Dann beschloss ich, einfach Ruck Zuck die restlichen Einkäufe zusammen zu suchen, um möglichst schnell wieder die Biege zu machen. Und dann hörte ich einen lauten Schrei. Danach kurz Ruhe und dann das Weinschreien meiner beiden Schnecken.

Ich ging um das Regal, hinter dem unser Einkaufswagen stand und sah nur noch, wie eine Angestellte den umgekippten Einkaufswagen wieder aufstellte. Darunter lag die MiniSchnecke und schrie. Daneben rappelte sich gerade weinend die MaxiSchnecke auf. Mini hielt sich den Kopf und das Auge und weinte, weinte und weinte. Um beide herum lag verteilt unser Einkauf inklusive zerschlagener Eier. Anscheinend hatte Mini versucht, seitlich in den Wagen zu klettern und ihn so umgerissen. Dabei war er ihr unter anderem auf den Kopf gefallen und hatte sie am Auge verletzt.

Ich checkte das linke Auge und entdeckte oberhalb des Lids eine klaffende Wunde. Sie stand richtig einen Spalt auf. Daher war für mich direkt klar: „Müssen wir anschauen lassen, vielleicht muss das sogar genäht werden.“ Natürlich sagte ich das nicht so. Aber ein: „Oh, damit müssen wir zum Arzt!“, versetzte beide Mädels dermaßen in Panik, dass sie noch lauter weinten und schrien. Maxi redete dann noch auf Mini ein: „Mini, vielleicht muss das ja auch genäht werden. Das tut bestimmt weh.“ Und dann ging nix mehr. Mini war nicht mehr zu beruhigen. Die Mitarbeiterinnen des Supermarkts rannten herbei mit Schokoriegeln, um die Mädels zu besänftigen.

Und ich Rabenmutter? Ich ließ mich auf die Knie und knöpfte mir die zwei Schnecken vor: „Wie oft habe ich Euch eigentlich gesagt, dass Ihr vom Einkaufswagen wegbleiben sollt, damit Ihr Euch nicht weh tut?! Habt Ihr es jetzt ein für alle Mal verstanden, dass Ihr da nicht rumklettert?“ Verheulte Augen sahen mich an. Die Kleine beruhigte sich nicht und so saß ich am Supermarktboden und sang ihr ihr Lied vor bis sie sich etwas beruhigte.

Dann bezahlte ich schnell und hetzte mit den Mädels zum Auto. Dort angekommen, rief ich bei unserer Kinderärztin an. Hier sprang sofort der Anrufbeantworter an: „Sie rufen außerhalb unserer Sprechzeiten an. Diese geht freitags bis 12 Uhr. Danach wenden Sie sich bitte an den ärztlichen Notdienst.“ WTF? Es war Dienstag und 10.30 Uhr.

Nach einer kurzen Rücksprache mit Papa Schulze entschied ich, ins nähere Krankenhaus zu fahren. Das hat zwar keine Kinderklinik, aber es war einfach näher. Dort angekommen schaute ich mir noch einmal Minis Wunde über dem Auge an. Und siehe da: Sie hatte sich schon verschlossen. Klar, noch rot und blau und geschwollen.

Aber keine klaffende Wunde mehr und auch kein Blut. Daher entschied ich mich um und wurde nicht mit ihr vorstellig. Der Besuch in der Notaufnahme hätte mindestens 2 Stunden gedauert. Ich hatte einfach nicht das Gefühl, dass das noch nötig war. Glück gehabt. Bei Mini legte sich sofort die Panik und sie konnte wieder lachen. Auch ihr Auge tat plötzlich nicht mehr weh.

Spontanheilung.

Kotze

Die Wunde am Auge.

So hatten wir bis 11 Uhr schon allerhand erlebt. Als ich um 11.30 Uhr wieder bei uns zu Hause ankam, hatte ich das Gefühl, es sei mindestens bereits 17 Uhr am Nachmittag. Danach hatten wir uns den Mittagsschlaf, den wir heute dringend brauchten, redlich verdient.

Gegen 13 Uhr schrieb mir dann die liebe Andrea von MeWorkingMom, dass ich sie angerufen hatte. Sie habe aber nur Kindergeschrei gehört. Ob alles in Ordnung sei? Uff. Anscheinend hatte ich sie in dem ganzen Supermarktdurcheinander aus der Hosentasche angerufen.

Und dann noch so?

Der restliche Tag wurde dann doch noch besser. Aber alles andere wäre auch unverschämt gewesen. Leider habe ich bisher keinen Termin bei einem Diabetologen ergattern können. Morgen versuche ich mein Glück in der Uniklinik, in die ich zur Kontrolle des Schneckerich aufgrund des Diabetes nun eh regelmäßig vorstellig werden muss. Mal schauen- drückt mir die Daumen.

Ach ja, als Papa Schulze heute Abend heim kam, war es schon ruhig im Hause, die Schnecken lagen in ihren Bettchen, die Küche war wieder aufgeräumt und ich hatte das Abendessen vorbereitet. Ich bin Supermama. Mindestens.

13 Kommentare

  1. MamaFreytag sagt

    Ohje das ist ja wirklich ein Tag zum davon laufen an dem man sich am liebsten selbst wieder bei Mama auf dem Schoß liegen mag mit dem Kopf und sie sagt das alles wieder gut wird…

    ich kenn das Debakel aber. Ich war in der Frauenklinik bei uns wegen der Diabetes.. vielleicht habt ihr soetwas auch in der nähe.

    Meine Tochter kam übrigens ganz normal und nicht über groß zur Welt 48cm 3640g schwer..
    ich hatte das Gefühl die Ärzte machen es schlimmer als es ist und schaffen es tatsächlich ein nur zu verunsichern. Nach der Geburt interessiert es auf einmal kein mehr.

    Das einzige was anders war ist das 1 Tag nach ET die Geburt eingeleitet wird

    LG MamaFreytag

    • Liebe MamaFreytag, vielen lieben Dank für Deinen Kommentar & den tipp mit der Frauenklinik. Den Gedanken hatte ich auch schon und habe dort nun zwei Tage quasi in Dauerschleife versucht, anzurufen. Heute war ich endlich erfolgreich & konnte einen Termin für Freitag ergattern. Dass ich nicht übertragen werde, wurde mir auch schon angekündigt. LG Jusu

  2. Julia sagt

    Du liebe Güte Manchmal ist echt der Wurm drin! Der Text spricht mich echt an allen Stellen total an….Mann auf Dienstreise – Kind kotzt ausschließlich dann; wochenmäßig z.Zt. ungefähr gleich schwanger und hab beim lesen schon Schnappatmung bekommen da ich unsere 3 Etagen im Haus grade gar nicht „in einem Rutsch“ schaffe! Schwangerschaftsdiabetes, elendes rumtelefonieren für alle möglichen Facharzttermine etc hier auch grad tagtäglich Thema…
    Ich fühle mit Dir und wünsch Dir einfach, dass der nächste Tag besser wird 🙂 Viele Grüße!

    • Hallo Julia, das ist ja lustig! Namensvetterin bist Du ja auch noch- schön, dass Du hier mitliest :-). Ich wünsche Dir alles Gute für Deine weitere Schwangerschaft. LG JUSu

  3. Sandra Roos sagt

    Hallo,
    das liest sich ja wirklich sehr nach Supermama.
    Ich bin gerade über eine mamikreisel Empfehlung zu deinem Blog gekommen und da ich ebenfalls seit eineinhalb Jahren MS habe und auch Mutter von drei Kindern bin, fand ich das ganz spannend.
    Ich werde mich jetzt ein wenig durch deinen Blog arbeiten, wollte aber schon einmal liebe Grüsse da lassen.

    Also, bis dann, herzlich,
    Sandra

    • Hallo liebe Sandra, ich werde auf Mamikreisel empfohlen? Cool! Schön, dass Du mich gefunden hast. Ich freue mich 🙂 Ich wünsche Dir alles Gute, LG JuSu

  4. Oh JuSu! Was für ein Tag… du bist Supermama. Wenn ich nur daran denke, dass du bei all dem auch noch den Schneckerich im Bauch rumträgst, wird mir ganz schwach. Ich hoffe, ihr erholt euch gut!

    • Merci! Heute ging es schon besser & Maxi musste auch zum Glück wirklich nur das eine Mal in der Nacht spucken.
      …mir wird ganz anders, wenn ich daran denke, dass da demnächst noch ein Säugling in dem ganzen Durcheinander zu versorgen ist… LG JuSu

    • Danke für Deine Zeilen! Ja, zum Glück wurde es am Nachmittag besser. Alles andere hätte ich nicht mehr verkraftet. Viele liebe Grüße, Jusu

  5. Marion Protzner sagt

    Liebe Jusu,
    du sprichst mir aus der Seele. Solche Tage kenne ich. Die würde man gerne ungebraucht zurück geben. Ich fühle mit Dir. Halt Dich weiterhin tapfer, ich bewundere deine Kraft und deine Stärke mit denen du alles meisterst.
    GlG Marion

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