Wie wuppst Du das?
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Sag mal, wie wuppst Du das, Märry?

An dieser Stelle veröffentliche ich regelmäßig Interviews mit berufstätigen Mamas und Papas, um mehr über ihre Vereinbarkeit zu erfahren. Ich finde es einfach total interessant, wie andere Eltern den Spagat zwischen Job, Kindern und Familie meistern. Mittlerweile läuft meine Interviewserie bereits über 1,5 Jahre und eine bunte Mischung ist zusammengekommen. Wenn Ihr einfach mal ein wenig stöbern wollt, schaut gerne hier nach. Ich freue mich, dass ich so viele unterschiedliche Interviewpartner befragen durfte. Zum Beispiel waren schon die eine oder andere alleinerziehende Mama und sogar ein alleinerziehender Papa dabei, fast voll berufstätige 3fach-Mamas (hier und hier) oder Mamas, die den Sprung in die Selbständigkeit gemeistert haben (zum Beispiel hier und hier und hier).

Heute darf ich Euch Märry vorstellen, die 25 Jahre alt und Mama einer dreijährigen Tochter ist. Neben ihrem Mamasein studiert sie in der tollsten aller Unistädte. Ich darf das sagen, denn ich habe selbst in Münster studiert und dort vor 13 Jahren Papa Schulze kennen und lieben gelernt habe. Ich weiß nicht, ob ich damals als Studentin gleichzeitig Mutter hätte sein können. Wenn, dann nur mit Papa Schulze zusammen, denn er hätte mich niemals im Stich gelassen. Aber, ganz ehrlich, mir waren damals Sport, Parties und mein Freund wichtiger. Ach ja, und die Uni natürlich auch. Natürlich ging es nicht ohne Nebenjob. Genauso wie bei Märry heute auch. Ihr Arbeitsalltag ist proppevoll. Daher bewundere ich Märry total, wie sie das alles meistert. Ich durfte sie und ihr Blog schon vor über einem Jahr kennenlernen, denn sie wurde mir Ende 2014 beim Twitterwichteln zugelost. (Sag mal, Märry, lebt eigentlich mein Kombucha-Pilz noch?)

Sag mal, wie wuppst Du die Vereinbarkeit, Märry?

Vorname: Märry

Alter: 25
Mutter von: Kalinchen, 3 Jahre alt
Stadt: Münster

Deine Seiten im Netz (Blog/Twitter/Instagram/etc.):
Blog: www.kalinchens.de
Twitter: https://twitter.com/kalinchens
Facebook: www.facebook.com/kalinchens
Instagram https://www.instagram.com/kalinchens/

Arbeitsalltag

Das ist die liebe Märry

1. Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus? Bist Du happy damit?

Im Moment schreibe ich meine Bachelorarbeit und muss viel zu viele Hausarbeiten schreiben. Nebenbei arbeite ich in einem Altenheim im Schichtdienst. Ich wünsche mir sehr, dass das Studium endlich vorbei ist und ich einen geregelten Alltag habe. Hier ist nichts planbar, ich muss mich nach den Dozenten, meinem Schichtplan, der Kita und meinen Terminen richten. Das macht mich manchmal sauer, weil eben nichts planbar ist. Wenn etwas außergewöhnliches passiert, bricht unser System zusammen.

2. Wie wird Dein Kind in der Zeit betreut? Funktioniert das gut?

Das Kalinchen ist mit 11 Monaten in die Kita der Uni gekommen. Sie geht dort von montags bis freitags hin. Meistens sind wir gegen viertel nach acht da und ich hole sie so gegen halb 4 / 4. Ich würde mir flexiblere Zeiten wünschen, da die Kita um viertel vor 5 zumacht und ich daher nie eine Veranstaltung von 16-18 belegen kann. Die Kitaleitung ist aber sehr genervt von solchen Wünschen und wir sind uns nicht gerade grün…

3. Haben Du und Dein Mann eine Arbeitsteilung was das/die Kind/er betrifft und wie gestaltet sie sich? Läuft die Organisation gut?

Meistens mach ich das alles. Wenn ich im Frühdienst arbeite, muss er das Kalinchen in die Kita bringen, da ich bereits um halb 7 umgezogen auf meiner Station stehen muss. Ansonsten bringe ich sie und hole sie. Da unser Auto kaputt ist, erledige ich das gerade alles mit dem Bus und bin maximal genervt von dieser Situation.

4. Bleibt in Deinem Alltag auch noch Zeit für Dich ganz persönlich übrig? Wie nutzt Du sie?

Ja, seit einer schwierigen Zeit im letzten Jahr nehme ich mir bewusst Pausen. Dann bleibt die Wohnung im Chaos, die Mails schreien meinen Namen, aber mir ist das egal. Ich brauche dann eine Pause. Zum Schlafen oder einfach nur Abhängen mit dem Laptop im Bett. Auch ist mir mein soziales Umfeld wieder wichtig geworden. Ich gehe wieder gerne aus, treffe Freunde und bin unterwegs.

5. Bist Du glücklich mit der Organisation Deines Arbeits- und Familienlebens? Was klappt besonders gut, wo könnte nachgebessert werden?

Die Kita könnte bessere Öffnungszeiten anbieten und die Uni könnte flexibler mit studentischen Eltern umgehen.

Arbeitsalltag

Märry und ihr Kalinchen

6. Drei Tipps, die Du Mamas geben würdest, die wieder ins Berufsleben starten?

Lasst das Chaos einfach mal liegen. Der Alltag wird euch schnell auffressen und es ist nicht möglich, alles perfekt hinzubekommen. Man kann nicht allen Rollen gerecht werden. Und wenn man das kann, vergisst man sich selber, und ich finde nicht, dass das Ziel sein sollte.

7. Du hast 3 Tage kinderfrei, was machst Du mit der freien Zeit?

Schlafen, nichts, ausgehen, aufräumen, wegfahren, das Kind vermissen, all das was ich sonst nicht schaffe, lange wach bleiben, lange schlafen, im Bett liegen….oh da fällt mir so viel ein…

8. Wie schaffst Du es, neben Deiner Arbeit/Deinen Aufgaben als Mama zu bloggen, zu twittern, etc?

Das mache ich nebenbei und es tut mir gut. Fast alle haben den gleichen stressigen Alltag und der Austausch tut so gut. Ich bin in letzter Zeit emotional geladen, heißt ich könnte immer und überall weinen. Unser Alltag meint es nicht gut mit uns, durch die digitale Vernetzung weiß ich, dass jemand da ist und mir zuhört.

9. Hast Du schon einmal schlechte Erfahrungen damit gemacht, dass du anderen einen Einblick in Euer Familienleben gibst?

Bis jetzt noch nicht, aber: Was nicht ist kann ja noch werden. Ich weiß, das viele die Bloggerei belächeln, dass ich so offen mit meinem (Familien-)Leben umgehe. Aber mal ehrlich: das ist mir egal. Mir macht es Spaß, es tut gut und wenn ich Nachrichten bekomme von Frauen, die sich ähnlich fühlen und mir schreiben, ich würde ihnen Mut machen, dann weiß ich, dass das richtig ist. Der Alltag in der Uni mit Kind ist hart, jeder der was anderes sagt, spinnt. Wenn man das richtig machen will, dann ist das ne harte Geschichte. Ständig muss ich nach Prioritäten entscheiden und zu 100 % ist die Entscheidung am Ende falsch.

Danke, liebe Märry, dass Du Dir die knappe Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast! Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles, alles Gute für die Zukunft. Vor allem gutes Karma <3

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