berufstätig, Mama, Wie wuppst Du das?
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Sag mal, wie wuppst Du das, Leonie?

Foto Credit: Bina Terré Photography

Wie stemmen andere Mamas die Vereinbarkeit von Kindern und Job? Wie meistern sie es, zwischen ihrem Berufs- und Familienleben hin- und herzuswitchen? Wie haben sie ihren Alltag organisiert- und haben sie vielleicht noch einen Tipp für mich, wie ich meinen Alltag mit Beruf und Kindern vereinfachen kann? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, habe ich im August 2014 meine Interview-Reihe „Sag mal, wie wuppst Du das?“ gestartet und bisher viele verschiedene Vereinbarkeitsmodelle sammeln können.

Ich freue mich sehr, auch in 2016 damit weitermachen zu können 🙂 Diesmal habe ich Leonie von MiniMenschlein.de gefragt:

Sag mal, wie wuppst Du das, Leonie?

Ich konnte Leonie bei #Wubttika kennenlernen, dem Twitter- und Bloggertreffen, das ich 2015 in Wuppertal organisiert habe. Wir hatten zwar nicht viel Zeit, um uns auszutauschen, aber sie war mir auf den ersten Blick sympathisch. Und ich schaue sehr gerne auf ihrem Blog MiniMenschlein.de vorbei. Leonie schreibt einen Lifestyleblog für moderne Mamas. Dort gibt sie viele Styling- und Dekotipps und erzählt, welche Produkte sie gerne mag. Oft hält sie auch ein Gewinnspiel für ihre Leser*innen bereit. Es lohnt sich also doppelt, einmal bei Ihr vorbeizuschauen 😉

Bei Leonie finde ich es besonders interessant zu sehen, wie sie ihre Selbständigkeit sowie 2 Kinder mit großem Altersunterschied wuppt. Viel Spaß!

Und, jetzt noch mal: Sag mal, wie wuppst Du das Leonie?

Vorname: Leonie

Alter: 36

Mutter von: 2 Mädchen (fast 2 und 12)

Stadt: Geboren in Stuttgart, gern gelebt in Berlin und jetzt Angekommen in Köln

Seiten im Netz:

Blog: www.MiniMenschlein.de

Twitter: www.twitter.com/minimenschlein

Facebook: www.facebook.com/MiniMenschlein

Instagram: www.instagram.com/minimenschlein

MiniMenschlein 3

1. Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus? Bist Du happy damit?

Oh ja, ich bin happy. Und dankbar! Denn ich kann das tun, was ich am liebsten tue – schreiben! Und es ist ein großes Gut im Leben, wenn man seine Brötchen mit etwas verdienen darf, das einem unendlich viel Spaß macht.

Aber wo Sonne ist, da ist auch immer Schatten. So ist mein Alltag mit zwei Kids und einem fehlenden Kitaplatz derzeit einfach auch unfassbar anstrengend. Die Arbeit verlagert sich in die Nächte. Die wiederum sind ohnehin kurz. Insofern bin ich permanent übermüdet, aber happy.

2. Haben Du und Dein Mann eine Arbeitsteilung was das/die Kind/er betrifft und wie gestaltet sie sich? Läuft die Organisation gut?

Ich bin zuhause bei den Kindern und arbeite für den Blog auch ausschließlich im Homeoffice. Insofern fallen gewisse Dinge einfach in meinen Bereich, weil mein Mann eben nicht da ist. Das ist völlig ok so. An den Wochenenden teilen wir uns alles, was ansteht. Und zugegebenermaßen bin ich dann auch sehr happy, wenn mal ein anderer saugt  – das hasse ich nämlich! Wenn ich auf Events, Konferenzen oder Bloggerreisen gehe, nimmt sich mein Mann frei, oder aber die Oma kommt und betreut die Kinder. Wir haben sie gottseidank um die Ecke, das ist wirklich eine große Erleichterung.

3. Bleibt in Deinem Alltag auch noch Zeit für Dich ganz persönlich übrig? Wie nutzt Du sie?

Öhm, nächste Frage!? Nun also, nein. Oder sagen wir: kaum. Ich bin im Fitness Studio – angemeldet. Und habe nun endlich eine Spielgruppe für mein MiniMenschlein gefunden, so dass ich es auch hoffentlich bald wieder zum Sport schaffe. Mittlerweile entspannen mich schon die kleinen Dinge. Alleine Einkaufen zum Beispiel, das ist quasi schon purer Luxus. Ansonsten nehme ich mir Auszeiten im Alltag. Die Badewanne ist mein wichtigster Begleiter. Ich schalte bei guten Büchern und Serien ab. Und ich entspanne, sobald ich Wasser höre. Im SPA oder am Rhein.

4. Bist Du glücklich mit der Organisation Deines Arbeits- und Familienlebens? Was klappt besonders gut, wo könnte nachgebessert werden?

Ich bin glücklich, aber gleichermaßen unheimlich panisch. Wir haben keinen Kitaplatz und für 2016 sehr schlechte Prognosen und bereits viele Absagen. Bleibt also abzuwarten auf das Kitajahr 2017. Dann ist mein MiniMenschlein drei Jahre alt und schon wegen des Alters für viele Kitas nicht mehr attraktiv. Ein Teufelskreis. Tatsächlich habe ich mich zu spät gekümmert. Bei den Infoabenden, die ich besucht habe, waren fast nur Schwangere – die haben alles richtig gemacht, sie haben sich rechtzeitig gekümmert. Ich hab das erst getan, als die Kleine kurz vor dem ersten Geburtstag war. Zu spät. Und so bleibt mir am Ende nur die Warterei und die Spielgruppe, die jedoch nur dreimal wöchentlich je drei Stunden stattfindet. Wenn man jetzt noch die Bring- und Abholzeiten einrechnet, kann jeder erraten, dass man in dieser kurzen Zeit jobmäßig keine großen Sprünge machen kann. Insofern bin ich momentan etwas panisch, weil ich Kinder, Familie und Beruf gerne besser vereinen würde. Andererseits der Staat bzw. die Stadt die Kita-Situation nicht in den Griff bekommt und einfach zu wenige Plätze anbietet.

MiniMenschlein 1

Leonie bei der Arbeit / Foto Credit: Bina Terré Photography

5. Drei Tipps, die Du Mamas geben würdest, die wieder ins Berufsleben starten?

Ein gutes Netzwerk, flexible Arbeitszeiten und einen Betreuungsplatz.

6. Du hast drei Tage kinderfrei, was machst Du mit der freien Zeit?

Mein Mann und ich lieben Sylt. Dort haben wir zu zweit schon großartige Momente erlebt. Das wäre also eine Option. Vielleicht würden wir aber auch einfach zuhause bleiben, Serien gucken, Sushi essen und den ganzen Tag im Bett verbringen. Möglicherweise wird mir das dann nach einem Tag aber doch zu langweilig und wir fahren dann ins SPA, gehen lecker essen, endlich mal wieder ins Kino und so. Also ganz gewöhnliche Dinge, die im Leben mit Kindern oft auf der Strecke bleiben.

7. Wie schaffst Du es, neben Deiner Arbeit/Deinen Aufgaben als Mama zu bloggen, zu twittern, etc?

Wie oben schon beschrieben, bei mir verlagert sich vieles in die Nacht. Twitter hingegen lese ich am liebsten in der Badewanne. Und ganz früh am morgen, wenn alle noch schlafen und ich Ruhe habe, in die Nachrichten den Tages einzutauchen.

8. Hast Du schon einmal schlechte Erfahrungen damit gemacht, dass du anderen einen Einblick in Euer Familienleben gibst?

Nein, das habe ich nicht. Oder vielleicht habe ich es auch einfach nur nicht mitbekommen. Bisher ist das Feedback meiner Leserinnen sehr positiv. Über den Blog sind viele neue Freundschaften entstanden, zu anderen Bloggern aber auch Lesern. Das bereichert mein Leben sehr.

Vielen lieben Dank, Leonie, dass Du mitgemacht und mir meine Fragen zur Vereinbarkeit beeantwortet hast! Ich wünsche Dir von Herzen, dass Dir quasi ein Kitaplatz für das MiniMenschlein vor die Füße fällt! Toi, toi, toi!


9 Kommentare

  1. Guten Abend, eine interessante Interviewreihe die ich gern weiter verfolge. Mich graut es schon etwas wenn ich in 4 Monaten wieder Vollzeit arbeiten gehe mit 2 Kindern und Schichtarbeiter.
    Krass dass Leonie einfach keinen Platz findet, aber Kindergarten ab 3 müsste doch definitiv klappen. Hmm ich wünsche viel Erfolg und dass die Suche bald ein Ende hat.

    Liebe Grüße
    Katharina

    • Liebe Katharina, vielen Dank! Ich habe mich jetzt bei ein paar anderen Müttern umgehört und vermutlich ist meine letzte Möglichkeit, den KITA-Platz einzuklagen. Herrje, sehr schade … Dir auf jeden Fall alles Gute für den Wiedereinstieg! Leonie

  2. Das ist wirklich eine schöne Reihe und ich fühle mit!
    Bei uns ging die verzweifelte KITA-Suche (Leipzig) am Ende soweit, dass nur noch ein Umzug in eine Nachbarstadt übrig blieb. Und selbst dort musste erst eine Tagesmutter bemüht werden, bevor der versprochene Platz endlich genutzt werden konnte. Jetzt sind wir überglücklich, dass die Minimaus betreut wird und nehmen dafür auch die langen Pendelwege in Kauf.
    Zur Entspannung bleibt ja noch die Badewanne. Und das Bloggen. Das entspannt ja auch 🙂

    • Liebe Katharina, vielen Dank! Ich habe mich jetzt bei ein paar anderen Müttern umgehört und vermutlich ist meine letzte Möglichkeit, den KITA-Platz einzuklagen. Herrje, sehr schade … Dir auf jeden Fall alles Gute für den Wiedereinstieg! Leonie

  3. Sehr schönes Interview! Und klasse, wie Leonie das wuppt und toll, dass ihr Mann so für sie da ist und sich frei nimmt, wenn sie ihren Bloggergeschäften nachgehen möchte. Hut ab!
    Viel Erfolg, dass sie doch noch einen Kita-Platz bekommt! Wir haben zwar Plätze, aber mir fehlt der Job. Auch ein Teufelskreis als 2-fach-Mama…

    Liebe Grüße
    Isa

    • Liebe Isa – oh nein, dann hast du genau das umgekehrte Pech. Ich denke auch, als Mama mit zwei Kids einen Job zu finden grenzt an ein Wunder. Vielleicht hast du die Möglichkeit, dich selbstständig zu machen??? Es gibt ja auch Mompreneurs.de, wenn man eine Idee hat, findet man dort viel kreative Unterstützung! Liebe Grüße und toi toi toi, Leonie

      • Liebe Leonie, liebe Lisa, ich habe es geschafft als Mama mit den 2 Schnecken einen Job – sogar in Teilzeit – zu bekommen. Ich habe mich ganz frech auch eine Vollzeitstelle in Teilzeit beworben. Das klappt zugegebenermaßen vielleicht nicht immer- ich will nur sagen, dass es aber auch klappen kann. Ebenfalls toi toi toi & LG

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