alleinerziehend, berufstätig, Erfahrung, Wie wuppst Du das?
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Sag mal, wie wuppst Du das, Christine?

Vorname: Christine

Alter: 48
Stadt: Konstanz

Seiten im Netz: Blog www.mama-arbeitet.de und www.twitter.com/Mama_arbeitet

 
Christine von „Mama arbeitet – alleinerziehend und berufstätig“

1. Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus? Bist Du happy damit?

Sagen wir mal so: ich habe mich damit arrangiert. Denn einen festen Arbeitsalltag habe ich viel zu selten, obwohl ich gerne strukturiert und auch in Strukturen arbeite. Aber da ich keine Festanstellung finde, bin ich als freie Journalistin im Home Office tätig. Das hat viele Vor- und auch viele Nachteile – es ist ein bisschen einsam und speziell während der drölfzig Millionen Ferientage der drei Kinder frustrierend, und finanziell eine höchst unsichere Sache. Andererseits habe ich viel Zeit für die Kinder bzw. alle möglichen Notfälle, die immer wieder eintreten. Ich bin präsent und flexibel, das ist viel Wert.

2. Wie werden Deine Kinder in der Zeit betreut? Funktioniert das gut?

Die älteste Tochter (fast 14) braucht keine Betreuung mehr, der Sohn (8) war bisher im Schülerhort, was aber leider nach der zweiten Klasse ausläuft, er wird zukünftig ab dem Mittag zuhause sein. Und die Jüngste (5) hat einen Ganztagskitaplatz, um den ich sehr froh bin. Am wichtigsten ist die Versorgung der Jüngsten, die mich am ehesten vom Arbeiten abhält und schlicht beaufsichtigt werden muss. Mit der Kita bin ich sehr zufrieden, aber wir haben oft das Problem, dass sie viel lieber den ganzen Tag daheim bei Mama wäre. Was für mich eine Horrorvorstellung ist. Und da gibt’s dann gelegentlich morgens beim Bringen Zirkus.

 
Vor drei Jahren auf dem Rummel

3. Haben Du und Dein Mann eine Arbeitsteilung was das/die Kind/er betrifft und wie gestaltet sie sich? Läuft die Organisation gut?

Mein Ex-Mann, der Vater der Kinder, wohnt mittlerweile 1000 km von uns weg. Aber auch schon als er noch in Konstanz wohnte, hat er sich nicht im Alltag der Kinder eingebracht und nur selten die Kinder abgeholt, damit sie ihn sehen. Es lastet alles auf meinen Schultern, seit fast 5 Jahren schon. Das ist wirklich sehr anstrengend.

4.Bleibt in Deinem Alltag auch noch Zeit für Dich ganz persönlich übrig? Wie nutzt Du sie?

Ich tue mich schwer damit, mir noch Zeit für mich selbst abzuknapsen. Es gelingt mir am ehesten, wenn ich eine Aufgabe dabei habe. So ist meine Insel die Kommunalpolitik, die ich für mich entdeckt habe. Seit Juli bin ich Stadträtin in Konstanz und sitze in verschiedenen Gremien, die wichtige Entscheidungen für die Bürger fällen – dabei muss und darf ich viel lesen und lernen. Das begreife ich als Zeit für mich.

5. Bist Du glücklich mit der Organisation Deines Arbeits- und Familienlebens? Was klappt besonders gut, wo könnte nachgebessert werden?

Ich würde gerne viel mehr arbeiten. Arbeiten macht mich glücklich, es bringt mich vorwärts, ich brauche den Flow und bin auch gerne unter Menschen. Jenseits der Arbeit würde ich gerne mehr am kulturellen Leben teilhaben – ich war Jahre nicht mehr im Kino, über ein Jahrzehnt nicht mehr im Theater und vermisse das Reisen. Es ist im Moment nicht drin, finanziell nicht und mir fehlen auch die Freiräume. Aber meine Zeit wird kommen. Später, das ist mein Traum, werde ich Reisejournalistin.

6. 3 Tipps, die Du Mamas geben würdest, die wieder ins Berufsleben starten?

Lass dir von nichts und niemandem einreden, wie dein Wiedereinstieg am besten auszusehen habe. Es gibt keine Patentlösung und keine Garantien, also tue das, worauf du Lust hast und was sich gut anfühlt. Und falls du merkst, dein Plan funktioniert nicht gut, werfe ihn um. Sei flexibel – das ist sowieso etwas, was einem als berufstätiger Mutter sehr hilft.

7. Du hast 3 Tage kinderfrei, was machst Du mit der freien Zeit?

Wenn ich das Geld hätte, dann einen Städtetrip. Nach London, Florenz oder Paris. Und dann würde ich Museen besuchen, bis mir die Beine wehtun.

8. Wie schaffst Du es, neben Deiner Arbeit/Deinen Aufgaben als Mama zu bloggen, zu twittern, etc? 

Es ist mir ein Bedürfnis. Twitter ist mein Ventil, da lasse ich viel Frust, auch Lust, also Scherze, Gedankensplitter, ich tausche mich aus mit Menschen, die ich zum größten Teil nicht kenne, aber durch ihr geschriebenes Wort schätze. Und das Bloggen fing ich an, nachdem ich im Sommer 2011 meinen Vollzeitjob als Redakteurin in der Schweiz verlor. Seitdem schreibe ich etwa 1 Mal pro Woche etwas, das geht meist ganz schnell, und ist immer spontan. Das Feedback, das ich dafür von den Lesern zurückbekomme, trägt mich.

9. Hast Du schon einmal schlechte Erfahrungen damit gemacht, dass du anderen einen Einblick in Euer Familienleben gibst?

Nein, natürlich gibt’s kritische Stimmen und auch Hater. Aber bisher ist nichts vorgefallen, was die Kinder oder mich nachhaltig belastet hätte.

Große Frauen unter sich 😉

 Vielen Dank, Christine!

1 Kommentare

  1. Yvonne sagt

    Super schöne Gummistiefel!
    Ich liebe rote Gummis und deine sehen echt toll aus.
    Die Idee im Fahrstuhl ist klasse,

    LG, Yvonne

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