Mama-Blog, Oma und Opa
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Oma und Opa ziehen zu uns

Liebe Leute, es gibt bahnbrechende Neuigkeiten! Ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten nicht getraut, darüber hier bei Mama Schulze zu schreiben. Zu schön  erschien mir der Gedanke, dass ich quasi Angst hatte, schon etwas hinauszuposaunen. Nennt mich abergläubisch, aber ich wollte einfach erst ganz sicher sein, bevor ich Euch davon berichte 😉

Aaaalsooo, Oma und Opa Schulze werden zu uns ziehen

Also, nicht in unser Häuschen. Das bietet dafür nicht ausreichend Platz. Aber fast genau 100 Hausnummern weiter. Ein Katzensprung an Entfernung verglichen mit der jetzigen von 220km. In Zukunft wird es noch nicht einmal 1km sein ;-).

Der Wunsch

Irgendwann im letzten Jahr erzählten meine Eltern, dass sie sich vorstellen könnten, mehr in unsere Nähe zu ziehen. Ich bin Einzelkind, die Schnecken sind die einzigen Enkel. Sehr gerne möchten sie näher an ihrer engsten Familie sein und die beiden Mädels häufiger sehen. Und damit wollten sie nicht warten, bis die Schnecken zu Pubertieren werden und keine Lust mehr auf Familie haben (O Gott, das wird doch NIE passieren, oder?). Das freute uns natürlich ungemein. Denn jetzt wohnen sie 220km entfernt, Treffen müssen geplant werden und gehen nicht „mal eben schnell“. Zudem sitzt man sich dann doch schnell auf der Pelle. Als wir letzten Sommer gemeinsam in getrennten Ferienwohnungen im Sommerurlaub waren, konnten wir schon einmal schnuppern, wie schön das sein kann: Beide Familienteile machen auch mal ihr eigenes Ding, dann treffen sie sich wieder zum Essen, verbringen Zeit miteinander und dann können sich beide in getrennte Wohnungen zurückziehen. Das hat uns beiden gut gefallen.

Die Entscheidung

So war die Entscheidung doch relativ schnell gefallen: Oma und Opa Schulze kommen zu uns. Wir sind durch Jobs und auch durch die Jobsicherheit im Rhein-Main-Gebiet (Papa Schulze und ich haben beide bereits unsere Jobs hier gewechselt- und das ohne Probleme) an die Region gebunden. Leider sind die Wohnungs- und Hauspreise durch diese Jobsicherheit geprägt. Das heißt: Hier ist alles viel teurer als bei Oma und Opa Schulze. Und, seitdem Papa Schulze und ich unser Häuschen gekauft haben, sind die Preise quasi noch einmal explodiert. Zudem kommen die Häuslebauer hier kaum nach. Ist etwas fertiggestellt, sind die Wohnungen und Häuser ratz fatz verkauft. Darüber hinaus ist unsere Wohngegend auch noch einmal zusätzlich beliebt, da sie durch den Fluglärm des Frankfurter Flughafens nur minimal betroffen ist. Allerdings wollten wir alle nicht, dass meine Eltern im Umkehrschluss etwas weiter weg von uns ziehen. Denn, wenn sie schon einen Neuanfang wagen, dann bitte in unserer Nähe- so können wir uns dann auch um sie kümmern und ihnen bei der Eingewöhnung helfen.

Daher kam die Ernüchterung nach der Entscheidung recht schnell: Es wird nicht einfach sein, eine Wohnung für Oma und Opa Schulze zu finden. Und so folgten Wochen und Monate, die eher darauf schließen ließen, dass es noch eine ganze Weile dauern würde, bis die Beiden etwas passendes für sich gefunden haben: Die Wohnungen waren entweder zu klein oder zu groß, schlecht geschnitten oder zu teuer.

Die neue Wohnung

Aber dann ging es plötzlich ganz schnell. Oma und Opa Schulze schauten sich eine Wohnung am anderen Ende unserer Straße an und entschieden direkt: Hier möchten wir hinziehen. Unglaublich! Das ging plötzlich so schnell, dass ich es gar nicht glauben konnte. Schwuppdiwupp wurde schon ein Termin beim Notar vereinbart und ich stellte die Flasche Champagner kalt. Allerdings umsonst. Denn meine Eltern kamen vom Termin wieder, ohne unterschrieben zu haben. Das lag nicht an ihnen, nein, sie wollten alles unter Dach und Fach bringen. Nein, die Vertreterin der Eigentümer wusste nichts von dem Notartermin und kam nicht. Leute, ich glaube, sowas kann nur hier passieren, wo die Wohnungen und Häuser weggehen wie heiße Semmeln…

Aber beim zweiten Notartermin klappte dann alles und meine Eltern sind nun stolze Wohnungsbesitzer bei uns um die Ecke. DER Hammer!

…und jetzt?

Jetzt müssen sie ihr Häuschen in der Heimat noch verkaufen. Dann muss der Innenausbau der neuen Wohnung (Bad, Küche, Böden, Steckdosen, etc.) fertiggestellt werden. Ja, und dann, dann werden sie hier hinziehen. Und dann müssen wir uns erst einmal wieder daran gewöhnen, so nah beieinander zu wohnen. Ich habe mal nachgerechnet: Ich bin seit August 1999, also fast genau 18 Jahren von zu Hause ausgezogen und habe nie näher als 60km von meinen Eltern gewohnt. Zwischendurch war ich sogar mal im Ausland, um dort zu studieren. Es bleibt also spannend, wie wir das wuppen. Denn, aber behaltet das bitte für Euch ;-), natürlich knallts auch mal bei uns. Sozusagen der Kampf der Generationen. Da werden wir uns nun erst einmal dran gewöhnen müssen, so nah beieinander zu sein.

Insgesamt ist es eine tolle Entwicklung: Die Schnecken werden auch mal unter der Woche bei Oma und Opa vorbeischauen können. Oder meine Eltern holen die Beiden vom Kindergarten ab. Aber auch ich kann endlich mal wieder etwas für meine Eltern tun: Für sie mit einkaufen zum Beispiel. Natürlich wird es auch eine Erleichterung sein, wenn ich zehn bis zwanzig Jahre weiter denke. Dann können Papa Schulze und ich ganz anders für meine Eltern da sein, als wenn sie 220km entfernt lebten.

So, und nun frage ich Euch natürlich nicht ohne ein wenig Eigeninteresse: Wie ist das bei Euch? Leben Oma und Opa auch um die Ecke? Oder habt Ihr sogar Erfahrung mit einem Mehrgenerationenhaus? Wie organisiert Ihr das Beisammensein? Habt Ihr Regeln aufgestellt? …ich bin gespannt auf Eure Kommentare 😉

26 Kommentare

  1. Ach wie schön! Das wird bestimmt ganz ganz toll! Meine Eltern wohnen auch nur 1km entfernt und ich wüsste nicht, was ich ohne sie – speziell ohne meine Mama – machen würde! Sie nimmt mir die Kinder täglich für 2 Stunden ab, weil ich als Selbstständige auch nachmittags/am frühen Abend arbeiten muss, wenn Schule und Kita schon längst zu haben. Das wird bestimmt ganz toll mit euch allen zusammen!

  2. Jule sagt

    Ich freue mich total für euch weil ich weiß wie toll das ist!!! Für mich persönlich war es die beste Entscheidung, unseren Lebensmittelpunkt wieder in die Nähe der Familie zu legen. Unsere erste Tochter ist ihre ersten Jahre 600km weit weg von Oma, Opa und jeglichem Familienanschluss aufgewachsen. Für mich war das soo schrecklich – wo ich selbst in mitten einer großen Familie aufgewachsen bin. Nun haben wir ein Haus gekauft im selben Ort, mit genug Abstand um sich nicht zu sehr auf der Pelle zu hocken und doch nah genug, dass die große Tochter mittlerweile alleine zu Oma laufen oder mit dem Fahrrad fahren kann. Mein Mann hat sich für’s Pendler-Dasein und gegen die Nähe zum Arbeitsplatz entschieden und fährt jeden Tag nach Frankfurt.

    • Liebe Jule, das hört sich schwer danach an, als ob Ihr gar nicht weit von uns entfernt wohnt! LG JuSu

      • Jule sagt

        Nein, so arg weit nicht, aber ein Stündchen brauchen wir mit dem Auto nach Frankfurt schon 🙂

  3. Oh wie toll ❤ Das sind wundervolle Neuigkeiten. Und wird sicherlich toll, wenn ihr euch gegenseitig unterstützen könnt.

  4. Diana B. sagt

    Oh wie schön für Euch! Meine Eltern wohnen (wie Du ja weißt ) nur ca. 5 Minuten mit dem Auto von uns entfernt und ich weiß nicht, was ich ohne sie machen würde. Ich kann die Male, an denen sie für mich die Kinder abholen, weil ich mal wieder zu den dämlichsten Zeiten arbeiten muss oder weil es für den Kleinen blöd wäre, schon wieder während der Ballettstunde seiner großen Schwester im Vorraum mit mir zu warten und mit Oma und Opa zu spielen viel schöner ist, gar nicht mehr zählen. Heute Nacht hat der Kleine zB bei meinen Eltern geschlafen, weil ich heute morgen so früh einen Arzttermin hatte, dass ich es nicht geschafft hätte, vorher beide Kinder in die Kita bzw. zur Tagesmutter zu bringen. Und weil wir uns so häufig sehen ist das auch alles gar kein Problem. Im Gegenteil: die beiden freuen sich wie Schneekönige und die Große fragt ganz oft, wann sie endlich mal wieder bei Oma und Opa schlafen darf. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich das alles ohne sie wuppen würde und hab einen Heidenrespekt vor denjenigen, die das alles ohne Oma und Opa in der Nähe schaffen! Freu Dich auf jeden Fall drauf! Und das bisschen Knatsch? Kommt doch überall vor, oder? Das geht auch wieder vorbei so schnell, wie es gekommen ist !!! Wenn man sich aus dem Weg gehen kann ist das alles kein Problem (ist meine Erfahrung)

    • Liebe Diana, ich wünsche mir so sehr, dass das bei uns genauso wunderbar klappt, wie bei Euch! LG

  5. Liebe Jusu,

    wie toll! Ich habe das gerade mit angehaltenem Atem gelesen, weil ich es so schön finde, dass das für euch klappt. Wir hätten sehr sehr gerne die Familie näher bei uns, aber wir sind nun mal die Einzigen, die in Berlin sind. Meine Geschwister, mein Vater mit Frau, meine Schwiegereltern und auch der Schwager mit Familie – alle im Rheinland. Wir machen zwar mitndestens einmal im Jahr Ferien zusammen, aber das sind dann halt immer – Ferien. Die gehen vorbei und wir müssen uns wieder trennen. Schweren Herzens. Daher kenne ich die Sehnsucht nach Alltag mit der Familie umso besser und freue mich mit euch auf eine schöne innige Zeit mit Oma und Opa Schulze. Alles Liebe für die kleine Mehrgenerationenfamilie in einer Straße! Hip hip hurra!

    • Liebe Anna, o ja, ich kann Deine Erfahrung sooo nachempfinden. So war es ja bisher bei uns auch. Und deswegen freue ich mich sehr 🙂

  6. Veronika sagt

    Das freut mich für Euch und die Schnecken! Bestimmt wird es für Euch eine große Erleichterung bedeuten, wenn Oma und Opa in der Nähe sind – nicht nur, weil sie auch mal spontan einspringen können, sondern auch einfach, weil die Kinder noch weitere Bezugspersonen haben. So ist es jedenfalls bei uns, seit wir in die Nähe meiner Eltern gezogen sind (nur 3 Häuser weiter, weil sie von den Nachbarn mitbekommen haben, dass dort was frei wird).
    Leider muss ich auch sagen, dass man durch die Nähe Differenzen stärker merkt und wir deswegen auch öfter aneinander geraten als früher mit 60 km Entfernung zwischen uns. Und ich musste meine Erwartungen zurückschrauben, was die gegenseitige Hilfe und das Übernehmen der Kinder angeht: Meine Eltern wollen keine festen Tage ausmachen, obwohl es für alle hilfreich wäre ( sie sind näml. auch enttäuscht, wenn wir mal ein, zwei Tage nicht vorbeischauen, weil wir lang auf dem Spielplatz waren, z.B.). Und mehr als 3 Stunden das Kind zu hüten, oder abends, ist ihnen tendenziell zu anstrengend (sind halt leider auch über 70).
    Also für uns gibt es Licht- und Schattenseiten, wobei das Positive überwiegt. Und bei Euch wird es bestimmt toll (vielleicht auch mit ein paar klaren Absprachen, die wir eben nichg haben)!

    • Liebe Veronika, danke für das Teilen Deiner Erfahrung! Ich werde Deinen Tipp auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, LG JuSu

  7. Bei uns wohnen meine Eltern jeweils in den Nachbarorten beide nicht weiter als 15min mit dem Auto entfernt. Es klappt super und die Babysitterfunktion ist quasi eingebaut. Ich würde nicht tauschen wollen.

  8. Marion Protzner sagt

    Oh, das sind ja schöne Neuigkeiten. Ich freue mich so sehr für euch. Das ist doch was anderes wenn die Eltern sozusagen um die Ecke wohnen. Ich hatte meine Eltern nur 1 Haus weiter wohnen als Lea klein war. Es war sehr entspannend für mich. Kein Problem zu arbeiten. Opa ging mal mit ihr spazieren oder Eis essen. Oma las vor. Das gehört zur Kindheit finde ich. Gute Beziehung zu Großeltern ist förderlich für die Entwicklung von Kindern. Leider starb mein Vater als Lea 5 Jahre alt war und meine Mutter ist schwer an Alzheimer erkrankt und lebt in einem Altenheim. Aber in der entscheidenden Zeit waren sie für Lea da. Mein Schwiegervater starb als ich schwanger war. Den hat Lea leider nie kennen gelernt. Das ist auch für Papa Holger eine harte Nuss. Er leidet noch heute unter dem frühen Verlust seines Vaters. Meine Schwiegermutter lebt im Nachbarort, hat einen Lebensgefährten mit dem sie ein ausgesprochen schönes Rentnerdasein lebt. Reisen etc. Ansonsten hat Lea von dieser Seite der Familie Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen, die immer für sie da waren. Wir haben einen guten Familienzusammenhalt.
    Geniesst die Zeit mit Oma und Opa Schulze, schön, dass die Schnecken ihre Großeltern bald nah bei sich haben.
    Liebe Grüße Marion

    • Liebe Marion, es ist schade, dass Dein Schwiegervater so früh gestorben ist. Aber ansonsten hört sich das nach einem schönen Zusammenhalt über die Generationen hinweg bei Euch an! LG JuSu

      • Marion Protzner sagt

        Liebe Jusu
        Ja wir stützen uns gegenseitig innerhalb der Familie. Wir sind alle eingebettet in diesem Netz und verstehen uns gut.
        Noch einen schönen Abend und liebe Grüße
        Marion

  9. Kerstin sagt

    Liebe JuSu!
    Ich freue mich sehr für euch: Großeltern in der Nähe sind Gold wert. Leider habe ich das nicht oder zumindest nicht richtig. Meine Eltern wohnen 60 km weit weg und sind auch noch berufstätig, da ist ein Spontanbesuch für eine Stunde oder so und/oder kurze Betreuung der Jungs leider nicht möglich. Meine Schwiegereltern wohnen zwar um die Ecke, sind aber leider beide schwer dement. Ich finde aufwachsen mit mehreren Generationen toll und wichtig und hatte mir deswegen -quasi als Ersatz – eine Tagesmutter für meinen Jüngsten gesicht, die auch schon über 60 war. Zu der haben wir heute noch Kontakt.
    Viel Spaß euch:-).
    LG Kerstin

  10. Das sind ja ganz wunderbare Neuigkeiten! 🙂 Ich freue mich sehr für euch. Wir sind erst kürzlich näher zu Oma und Opa gezogen und die Perle LIEBT ES. Sie mag es sehr nun Oma und Opa so oft und auch mal spontan sehen zu können und Oma und Opa sind total stolz auch mal eine Kita-Abholung zu machen oder spontan die Perle zu exklusiven Aktivitäten abholen zu können. Auch die Zeit, die sie jetzt auch mal OHNE MAMA bei Oma und Opa verbringen kann findet die Perle super.

    Natürlich werdet ihr erstmal euren Groove finden müssen und gucken müssen wieviel Nähe gut ist und wieviel vielleicht auch manchmal zuviel werden kann. Ich hoffe, dass ihr gut miteinander kommunizieren könnt und die Dinge offen ansprechen könnt, das ist nämlich sehr wichtig. Ich habe schnell lernen müssen, dass Oma und Opa auch mal ne Pause brauchen und schneller (als früher) schlapp werden. Sind halt auch nicht mehr die Jüngsten).

    Ich drücke euch ganz doll die Daumen beim Umsetzen und „Einleben“ und freue mich sehr für euch. Das wird sicher ganz toll! <3

  11. JenJen sagt

    Erstmal ❤️lichen Glückwunsch zur Schwangerschaft. Da ist das wirklich perfekt so eine „Familienzusammenführung“.
    Ich lese schon eine Zeit mit und wusste gar nicht, dass ihr im Rhein-Main-Gebiet wohnt. RLP oder Hessen?
    Aber es stimmt schon, beruflich sind wir hier gut aufgehoben…nur ich muss ehrlich gestehen, es geht mir und meiner MS besser in Gegenden mit weniger „Schnelligkeit“ und besserer Luft.

  12. Elena sagt

    Die Großeltern meiner fünf Kinder ziehen in etwa einem Monat zwei Kilometer entfernt ein, was auch sehr praktisch ist, nicht nur für die kleinen… Meine älteste ist fünfzehn und verbringt oft viel Zeit mit Babysitten, was sie aber überhaupt nicht abhaben kann. Der kleinste ist drei und gerade in der Trotzphase. Wird schon klappen

  13. Pingback: Familie geht vor - warum ich die letzten Wochen nix geschrieben habe - Mama Schulze

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