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Multiple Sklerose, Schwangerschaft & dann?

Multiple Sklerose & Schwangerschaft

Durch meine Schwangerschaft hindurch habe ich hier bei Mama Schulze stets berichtet, wie es mir ergeht mit dem Schwanger Sein und der Multiplen Sklerose. Zum Glück ist 40 Wochen lang alles gut gegangen und es sind keine neuen Beeinträchtigungen dazu gekommen.

Multiple Sklerose & Wochenbett

Auch nach der Geburt geht es mir – bis auf den Schlafentzug – eigentlich ganz gut. Sind die Nächte schlecht und ich habe wenig geschlafen, spüre ich meine Symptome stärker. Aber auch hier ist – bisher – nix neues dazu gekommen. Nun sind zwei Monate seit der Geburt vergangen und ich befinde mich noch in dem Zeitraum, in dem das Schubrisiko erhöht ist. Denn normalerweise ist das Risiko, einen neuen Schub zu bekommen, drei Monate lang nach der Geburt erhöht. Das ist genau die Zeit, in der sich die Hormone am Stärksten wieder umstellen. Aber ich bin weiterhin zuversichtlich, schließlich ging es mir auch nach den Geburten der Schnecken gut und ich hatte keine Schübe.

Das sagt die Neurologin

Gestern hatte ich nun meinen ersten Termin bei meiner Neurologin. Diese ist nicht immer ganz so empathisch, daher war ich gespannt, wie dieser erste Termin verlaufen würde. Aber sie hat mich doch wirklich überrascht. Sie begrüßte mich mit fast schon euphorischen Worten: „Sie sind ein medizinisches Wunder! Sie wissen gar nicht, wie viele Patientinnen von mir davon träumen, so schnell schwanger zu werden, wie sie.“

Und damit hat sie vollkommen Recht: Ich bin unglaublich dankbar, dass ich auch beim 3. Mal wieder so schnell schwanger geworden bin. Schließlich hatte ich vorher mein Medikament abgesetzt- da wollte ich natürlich nicht allzu lange auf eine Schwangerschaft warten.

Dann wollte sie wissen, wie lange ich vorhabe zu stillen und, ob ich danach wieder mit meiner Medikation beginnen möchte. Hier möchte ich mich an die Empfehlung von Dr. Hellwig von der Uniklinik Bochum halten und 6 Monate lang stillen. Denn das kommt einer Medikation gleich. Aber meine Neurologin meinte sogar, dass wir das auch den Schneckerich bestimmen lassen können- so lange es mir gut geht. Das hat mich schon überrascht, denn ich hatte eigentlich erwartet, dass sie doch eher darauf drängt, wieder schnell mit der Medikation zu beginnen. Da erinnere ich mich an meinen vorigen Neurologen, der mir jeweils bei den Schnecken sogar davon abriet, überhaupt zu stillen. Aber auch damals richtete ich mich nach den Empfehlungen von Dr. Hellwig.

Ich habe für mich entschieden, dass ich nach dem Abstillen direkt wieder mit der Medikation beginnen möchte. Ich bin mit dem Medikament ja gut klar gekommen und als Mama von 3 Kindern möchte ich natürlich keine neuen Läsionen oder Schübe riskieren. Daher möchte ich da keine Experimente machen. Zu deutlich ist mir noch die Zeit nach dem Abstillen der MiniSchnecke vor Augen, als ich mich gegen eine Medikation entschieden hatte und dann zahlreiche neue Läsionen hatte. Das möchte ich nicht noch einmal riskieren- schließlich bin ich jetzt für 3 kleine Menschenkinder verantwortlich.

Meine Neurologin hat mir dann noch von einem neuen Medikament berichtet, dass in der Pipeline zur Zulassung ist- aber, ob ich das nehme oder zu meinem altbewährten rückkehre, entscheide ich im Sommer. Im Juli sind die 6 Monate Stillzeit, die empfohlen werden, rum. Dann habe ich auch meinen nächsten Termin bei meiner Neurologin, bei dem der weitere Zeitplan entschieden wird.

Drei Monate nach Beginn mit einem Medikament werden dann neue MRT-Bilder gemacht, um zu schauen, wie sie die MS entwickelt hat und, ob das Medikament wirkt. Denn das braucht in der Regel 3 Monate, um seine Wirksamkeit zu entfalten.

Das ist der Stand der Dinge, jetzt nach der 3. Schwangerschaft & Multiple Sklerose. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und werde Euch auf dem Laufenden halten.

5 Kommentare

  1. Du bist echt bewundernswert. Ich kenne andere Dienste MS erkrankt sind und ihr Leben für beendet halten. Meinen Respekt und alles Gute für euch!

    • Vielen lieben Dank, Kati! Ja, ich weiß- aber, dazu muss ich auch sagen, dass die MS bisher auch nett mit mir gemeint hat. Ich weiß nicht, wie ich denken würde, hätte ich mehr Beeinträchtigungen.

  2. Annika sagt

    Das klingt doch super 🙂
    Hast du schonmal an hochdosiertes Vitamin D gedacht? Das ist ziemlich genau so wirksam wie die üblichen Medikamente und hat weniger Nebenwirkungen…
    Ich fahre ganz gut damit 🙂 nehme ich auch jetzt schon – stille zur Zeit auch noch.

  3. nadine sagt

    ich verfolge deinen blog gespannt. ich selber habe ‚erst‘ zwei kinder und hätte unheimlich gerne noch ein drittes. meine ms wurde vor fast 15 jahren diagnostiziert. allerdings geht es mir nicht sooo gut. das heißt bei mir konkret: meine laufstrecke muss überschaubar sein, sonst fängt mein rechtes bein an zu hinken, ich fange an zu stolpern – alles unfassbar doof, gemein und natürlich peinlich. welche mama möchte schon eine hinkemama sein? glücklicherweise kompensiere ich viel durch fahrradfahren, so dass mir im alltag selten meine grenzen aufgezeigt werden. allerdings vergeht kaum noch ein tag an dem ich mir nicht wünschte gesund zu sein. früher hatte die ms nicht so eine bedeutung für mein leben. meine kinder waren auch wesentlich einschneidender als deine. beide schwangerschaften verliefen sehr gut, aber schon die erste stillzeit war durchwachsen. jedes quartal ein schub. ich hab das aber (leider??) nicht so ernst genommen, trotzdem ein jahr gestillt und habe danach wieder mit copaxone angefangen. danach wechselte ich relativ schnell auf tysabri. darunter bin ich dann auch schwanger geworden, habe es im dritten monat abgesetzt. in der zweiten schwangerschaft habe ich mir vorgenommen beim ersten schub abzustillen. diesen bekam ich nach vier monaten und dann habe ich schweren herzens abgestllt und sofort mit tysabri weitergemacht. das ist jetzt fast ein jahr her. es geht mir gut, ich hatte seit dem keinen schub.
    ich wünsche dir und der ganzen schneckenfamile alles gute. weiterhin viel kraft, zuversicht und gelassenheit.

  4. Adriana sagt

    Wow… Ihr seid wirklich zu beneiden und könnt jede einzelne stolz auf euch sein…

    Aber erstmal „Hallo “
    Ich bin eigentlich keiner der in Gruppen oder Foren o.ä. unterwegs ist und sogar schreibt, aber​ jetzt benötige ich doch mal Erfahrungswerte von Gleichgesinnten.

    Mein Lebensgefährte und ich überlegen schon länger ob es „sicher“ ist ein eigenes Kind auf die Welt zu bringen. Mein Neurologe gibt uns leider keine sicheren Antworten.

    Ich habe MS seitdem ich 13 Jahre alt bin. (Ich bin jetzt 28)
    Zu Beginn schien es aufgrund der Schwere der Schübe ein progressiver Verlauf zu sein – bis ich mein Leben umgekrämpelt und mir eine positive Einstellung zum Leben aufgebaut habe. Das war bisher die beste Entscheidung meines Lebens, würde ich heute sagen 🙂
    Denn diesen Frühling bin ich seit 6 Jahren schulfrei und es geht mir sehr gut bis auf winzige Einschränkungen mit den Augen. Die kann ich aber gut verkraften.

    Nun aber erstmal zu meiner Frage an alle Mami’s:
    Hat sich nach der Geburt eurer Kinder (auf kurz oder lang) eure MS verschlechtert oder würdet ihr sagen euer Verlauf ist gleich geblieben oder hat sich verbessert?

    Dieser Faktor ist für uns sehr wichtig, da wir beide gemeinsam unser Leben durch ein Kind bereichern wollen. Aber eben nur wenn es wirklich unbedenklich ist.

    Ich bin über jeden Erfahrungswert von euch dankbar und hoffe auf die ein oder andere Rückmeldung.

    Ganz liebe Grüße
    Adriana

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