Multiple Sklerose
Kommentare 3

Multiple Sklerose & Kinder – meine Erfahrung

Ich werde oft gefragt, ob ich mich wieder für Kinder entscheiden würde? Trotz der Erkrankung. Wie das so läuft mit MS und Kindern? Ob ich keine Angst hätte vor der Zukunft, vielleicht irgendwann im Rollstuhl zu sitzen und nicht mehr mit den Schnecken toben zu können? Ob es nicht sehr anstrengend sei mit Kindern und der Erkankung? Und, ob sie nicht vererblich sei?

Ich versuche heute, darauf (meine) Antworten zu geben. Es kann sein, dass ich dabei etwas vergesse, oder diese irgendwann noch erweitere.

Multiple Sklerose & Kinder

Ich würde mich immer wieder für die Mädels entscheiden. Beide waren absolute Wunschkinder. MaxiSchnecke ist sozusagen mein MS-Kind. Hätte ich die Diagnose damals vor über 4 Jahren nicht bekommen, hätte ich mich vielleicht (noch) nicht für ein Kind entschieden.

Schwangerschaften

Die 1. Schwangerschaft verlief sehr gut. Auch die Stillzeit. Und so bin ich direkt nach der ersten Stillzeit erneut mit dem zweiten Kind schwanger geworden. Auch hier verliefen Schwangerschaft und Stillzeit sehr gut. Es ist oft so, dass es Frauen mit MS während den Schwangerschaften und Stillzeiten sehr gut ergeht. Aber es gibt leider auch immer mal wieder den Fall, dass eine Frau mit MS in der Schwangerschaft und Stillzeit Schübe hat. Das ist natürlich nicht schön, denn ein Schub kann immer auch körperliche Beeinträchtigungen bedeuten, man bekommt in der Regel Cortison, um die Entzündungstätigkeit zu stoppen und das bedeutet in der Stillzeit zum Beispiel, dass nicht weiter gestillt werden kann. Die Bloggerin und Mutter Angela, die ebenfalls an Multiple Sklerose erkrankt ist, berichtet auf ihrem Blog Nähkästchen, dass es ihr während der Schwangerschaft nicht gut ging und sie gleich mehrere Schübe hatte (zum entsprechenden Post geht’s hier entlang).

Kleine Kinder & Stress

Es ist so, dass ich meine Symptome (Missempfindungen) stärker spüre, wenn ich müde bin. Das ist natürlich mit kleinen Kindern ein Dauerzustand. War oder ist eine Nacht richtig mies, spüre ich es dadurch noch obendrauf. Und dann muss ich mich manchmal ganz schön anstrengen, mich in diesen Missempfindungen nicht zu verlieren. Denn ich habe bisher ja keine motorischen Einschränkungen. Es sind nur Missenpfindungen. Nervig, aber nicht einschränkend. Und darüber bin ich natürlich heilfroh.

Darüber hinaus ist es so, dass ich insbesondere im ersten Jahr mit beiden Kindern wirklich JEDEN Infekt mitgemacht habe. Nun ist MS ja eine Autoimmunerkrankung und MS’ler haben nun einmal ein geschwächtes Immunsystem. Wenn ich mich allerdings mit anderen Mamas vergleche, ist es nicht unglaublich viel häufiger. Aber es ist dann eben so, dass ich schon sehr auf mich achten muss. Das heißt, dass ich mir SOFORT Ruhe nehmen und mich, so gut es eben mit 2 kleinen Kindern geht, pflegen & hegen muss. So schleppe ich mich auch nicht mit einer starker Erkältung mit letzter Kraft in die Arbeit. Denn, wenn ich den geschwächten Körper zusätzlich unter Stress setze, wird es gefährlich für mich. Das kann immer zum Schub führen.

Aus dem gleichen Grund achte ich auch sehr darauf, ausreichend Schlaf zu bekommen. Um die 8 Stunden. Und bleibe abends, wenn die Schnecken schlafen, nicht mehr Ewigkeiten auf. Meistens wandere ich um ca. 21 Uhr ins Bett. Natürlich würde ich auch gerne viel mehr unternehmen, fernsehen, bloggen, aber ich will den Preis dafür nicht zahlen. Denn, in Phasen, in denen ich wenig schlafe, merke ich nun mal die MS sehr stark.

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf Maxi & Mini. Denn ich plane mit Ihnen nicht täglich ein Programm und versuche, mich so wenig wie möglich zu stressen. Denn mit Stress vermehrt sich die MS SEHR GUT.

Multiple Sklerose & Kinder: mein Fazit

Aber ich gräme mich deswegen nicht. Bin ich entspannt, sind es die Kinder auch. Auch mache ich mir nicht allzu große Sorgen, dass die Kinder einmal durch mich bzw meine Krankheit beeinträchtigt werden. Auch, wenn ich mal im Rollstuhl sitzen sollte, kann ich eine gute, lebensfrohe Mama sein, die ihre Kinder ernst nimmt. Das ist wichtiger, denke ich, als mit ihnen rumzutoben oder zu wandern. Dann rollere ich halt nebenher. Keiner weiß, was das Leben für einen bereit hält. Krankheit und schlechte Phasen gehören zum Leben dazu. Dieses Bewusstsein möchte ich auch meinen Töchtern vermitteln. Und sie lernen das halt etwas früher als Kinder von gesunden Eltern. Das Leben ist wunderschön & scheiße zugleich.Die MS hat also für mich nie das Thema Kinder infrage gestellt. In keiner einzigen Sekunde. Zudem ist MS auch nicht vererblich. Es gibt eine – nach heutigen Erkenntnissen – um 4 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit, bei den Kindern von MS’lern die Erkrankung ebenfalls zu bekommen. Also verhältnismäßig gering nach meinem Verständnis. Aber auch eine höhere Wahrscheinlichkeit wäre für mich bzw. für uns keine Einschränkung gewesen. Denn auch mit MS ist das Leben nach Papa Schulze’s und meinem Verständnis wertvoll und lebenswert.

Es kann nun natürlich sein, dass ich das irgendwann, wenn ich vielleicht einmal schwere Schübe hatte, anders sehe und fühle. Ich hoffe sehr, dass ich mich dann an diese Einstellung erinnern kann.

3 Kommentare

    • @Lulus-Stern Mama Blog
      Vielen Dank! Ich arbeite hart daran. Manchmal geht das besser, manchmal wieder schlechter. Aber ich denke schon, dass ich eher zur positiven Sorte gehöre 🙂

  1. Pingback: Was wäre, wenn...

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.