Mama, Schlafen
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#müde

Heute auf der Rückfahrt von der Arbeit zur KiTa musste ich mich richtig anstrengen, um die Augen offen zu halten. Meine Augenlider waren unglaublich schwer. Ich hatte die ganze Autofahrt über die Scheiben herunter gelassen, um für Frischluft gegen die Müdigkeit zu sorgen.

Denn ich bin müde zurzeit. Unglaublich müde. Dazu muss ich erklären, dass ich zum einen sehr wetterfühlig (geworden) bin. Was ich bis vor wenigen Jahren nur von meiner Mutter kannte, ist bei mir nun ebenfalls präsent. Die Wetterumschwünge spüre ich intensiv. Ich werde träge, auf meinem Kopf liegt eine Schwere, ich fühle mich wie in Watte gepackt. Dagegen hilft eine Aspirin, habe ich gemerkt. Aber ich vergesse sie oft. Meine Recherche ergab, dass dieses Gefühl als Migräne zu werten ist. Manchmal habe ich sie sogar mit Aura. Als ich meine Mutter fragte, ob sie das genau so hatte, sagte sie nur kurz: „In den Jahren um die 35 war es am schlimmsten. Das war der Horror. Zwischenzeitlich dachte ich, ich hätte einen Hirntumor, so gelähmt hat mich das.“ Und, ja, ich kann mich sogar noch daran erinnern: Ich war gerade eingeschult worden und meiner Mutter ging es zwischenzeitlich immer mal nicht so gut.

Yeah! Bingo: Ich bin gerade 36 Jahre alt geworden. Dass es morgens nun 11 Grad und mittags 20 Grad hat, reicht bei mir schon aus, um die Watte wieder zu spüren. Und das ist unglaublich anstrengend.

Zum anderen habe ich gerade begonnen, mehr zu arbeiten. Seit September habe ich von 50 Prozent auf 80 Prozent aufgestockt und gehe nun 30 Stunden arbeiten. Auch, wenn ich nach wie vor einen Tag frei habe und an 3 Tagen einfach länger arbeite, ist eben doch einfach mehr. Ich muss mich wahrscheinlich erst noch daran gewöhnen.

Status bei Twitter: müde, müde, müde

„Vielleicht doch die Arbeit?“, vermutet Dani von www.gluckeundso.de

Dann waren die letzten Wochenenden bzw. Wochen mit allerhand Terminen voll gespickt. Da will #Wubttika organisiert werden, dann war ich zum Dreh vom Perspektivwechsel, danach bin ich gleich weiter nach Berlin in privater Mission gejettet, hatte Termine mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Hessen (DMSG) und, und, und… Ach ja, und zur Physiotherapie für meinen Handgelenksbruch vom Mai hetze ich auch noch nebenbei.

Zusätzlich hat die kleine Schnecke zeitweise wirklich mehr als beschissen geschlafen und uns in der Nacht wach gehalten. Dadurch war die gute Erholung des Urlaubs gleich ein Stückchen weniger.

Tanze Tango mit mir *lalalala*

Trotzdem, auch wenn ich weiß, dass das insgesamt alles doch sehr viel ist zurzeit, was Mama da wuppt und welche Widrigkeiten ich bekämpfe, trotzdem sitzt da ständig dieses Männchen auf meiner einen Schulter und flüstert mir fies ins Ohr: „Und wenn es doch die MS ist, die sich da gerade wieder zeigt?“ Denn, eines ist ja auch klar: Bin ich müde, spüre ich sie stärker. Das war schon immer so, macht es aber in solchen Phasen wie gerade nicht einfacher. Mein Bein ist schwer, schwerer am schwersten. Und höre ich noch genauer auf das kleine, fiese Männchen auf der Schulter, dann wird das Bein unglaublich schwer. Ich spüre es gar nicht mehr, muss mich anstrengen, nicht zu stolpern. Dann bekomme ich Panik.

Leider ist in dieser Phase der Sport bzw. Bewegung viel zu kurz gekommen- bis auf die zwei mal 20 Minuten Physio pro Woche. Das verbessert die Symptome der MS natürlich auch nicht wirklich. Ich bin total verspannt, dadurch ist mein Kribbeln in den Händen stärker, und die fehlende Bewegung in den Beinen macht sich ebenfalls bemerkbar (schwer, schwerer, am schwersten).

Warum schreibe ich das alles nun hier nieder? Nun, es tut mir gut, diese Müdigkeit einfach einmal in Worte zu fassen. Und darüber hinaus möchte ich auch den MSlern, denen es genau so geht wie mir, zeigen, dass sie nicht alleine sind. Und natürlich gleichzeitig fragen: Kennt Ihr das auch? Aber die Frage richtet sich eigentlich nicht nur an die MSler. Liebe Leserschaft, seid Ihr auch manchmal so müde? Was tut Ihr dagegen? Habt Ihr Tipps für mich (außer Espresso, denn den trinke ich zurzeit eh schon literweise…)?

Eine Maßnahme habe ich schon einmal in Angriff genommen: Ab kommenden Samstag gehe ich wieder zum Yoga. #metime, Dehnen, Stretchen und Entspannung. Ich denke, dass mir das sehr gut tun wird.

9 Kommentare

  1. PiccolaOttimista sagt

    Liebe JuSu,

    mach dir keine Sorgen! Ich arbeite an einer Schule und es geht gerade allen dort so! Das ist der Wetterwechsel und die teils fehlenden Sonnenstrahlen. Ich habe auch Kopfweh und bin schon immer wetterfühlig gewesen, aber es beruhigt, dass es den weniger sensiblen und nicht erkrankten Leuten auch so geht.

    Versuch Schlaf zu finden und gönne dir Ruhepausen, wenn es irgendwie geht!

    Liebe Grüße!

  2. Melanie sagt

    Liebe Mama Schulze, auf Wetterfühligkeit bin ich im Frühjahr gar nicht gekommen. Habe es der MS zugeschrieben und mir Sorgen gemacht. Musste richtig kämpfen durchzuhalten bis mein kleiner Sohn eingeschlafen ist. Habe durch Zufall gelesen, dass jemandem Magnesium geholfen hat und mir hat es auch sehr geholfen. Bewege mich auch immer mehr und hoffe auf einen Langzeiteffekt 🙂 . Viel Spaß beim Yoga! LG Melanie

  3. Stefie sagt

    Liebe Mama Schulze,

    Als Migränehaberin empfehle ich Magnesium ( mind. 600 mg) und naproxen ( ist in Dolormin für Frauen). Magnesium täglich. Naproxen bei Bedarf. Das sind meine Retter. Und Bewegung. Ich versuche soviel wie möglich zu Fuß zu machen, weil anders geht es nicht. Versuche dich ein bisschen auszuruhen. Du schaffst das, denn du bist eine Kriegerin!

    Alles Liebe
    Stefie

    • Liebe Stefie, vielen lieben Dank. Habe mir gerade Magnesium und Naproxen in der Apotheke besorgt, nachdem ich heute Morgen Migräne mit Aura habe. LG

  4. Liebe Julia,

    mir geht es ganz genau so! Ich sitze gerade hier am Rechner und müsste eigentlich viel mehr für meine anstehende Abgabe schreiben, aber am liebsten würde ich mich hinlegen und schlafen! Ich werde ebenfalls die Sache mit dem Naproxen und Magnesium mal ausprobieren, vielleicht hilft es ja!

    Ich schicke Dir gutes Durchhaltevermögen und liebe Grüße! Kathrin

  5. Hallo,
    ja die Müdigkeit, vor allem wenn die Zwerge (meine 2j. und 4j.) anstrengend sind und dann noch berufl. oder privater Stress dazu kommt, die kenne ich auch. Allerdings ganz ohne MS. Meine Mutter hat auch auch MS und sie ist ebenso sehr wetterfühlig, v.a. Hitze hält sie gar nicht aus. Mein Mittel gegen Müdigkeit, sind frische Luft, Zeit für mich, Bikram Yoga, Ausschlafen (die Kids mal bei der Oma einquartieren) und Granatapfelsaft, der ist voller Vitamin C ein Energiekick! Alles Gute und raste dich einfach mal aus! Lisa

  6. Liebe JuSu,
    mir geht es ganz genau so. Bin nur noch müde und hatte neulich Horrorkopfschmerzen, wie ich sie noch nie erlebt habe. Wetterfühlig war ich schon immer. Ich hab meine Arbeitszeit nun auf 80% *reduziert* und hoffe, es hilft. Ich hab auch den Eindruck, es ist alles schlimmer geworden seit ich Tecfidera nehme. Ist das bei dir auch so oder siehst du da keinen Zusammenhang?
    LG Hannah

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