Entspannung, MS Thursday, Multiple Sklerose, Sport
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#MS Thursday: Mein Kampf gegen die MS, Teil 3

Ich habe Euch bereits von meinem Medikament und meinem Anti-MS-Ernährungsprogramm erzählt. Die entsprechenden Berichte findet Ihr unter:
#MS Thursday: Mein Kampf gegen die MS, Teil 1
#MS Thursday: Mein Kampf gegen die MS, Teil 2

Heute geht es um zwei weitere wesentliche Bestandteile meines Kampfes gegen die chronische Erkankung Multiple Sklerose: Bewegung und Entspannung.

Noch vor wenigen Jahren empfahl man Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, sich zu schonen und möglichst nicht mehr viel zu bewegen. Viele fristeten ein Dasein in Rollstuhl und Bettlägerigkeit. Heute gehen die Empfehlungen in die komplett entgegengesetzte Richtung. Möglichst viel Bewegung und Sport werden bejaht, um die Beweglichkeit des Körpers möglichst lange zu erhalten. Dazu gehören sowohl Ausdauersport als auch Kraftsport. Hierzu liefen und laufen unterschiedliche Studien mit MS-Patienten. Alle kommen zu demselben Ergebnis: Sport tut gut und lindert MS-bedingte Symptome wie Gangstörungen, Gleichgewichtsstörungen oder zum Beispiel die Fatigue (Müdigkeitssyndrom).

Wie sorgt eine berufstätige 2fach Mama mit MS für ausreichend Bewegung bzw. Sport in ihrem Leben?
Das ist gar nicht so einfach und ganz klar ein Zeitproblem. Wo soll ich Sport noch groß in meinen Alltag integrieren neben Job und Kindern? Daneben frisst meine Anti-MS-Diät ja auch noch jede Menge Zeit, da ich alles selbst koche und keine fertigen Produkte verwende. Daher ist die oberste Devise: möglichst alles zu Fuß erledigen. Der Hin- und Rückweg zur Arbeit ist jedoch zu weit, um ihn zu Fuß zu bewältigen. Das sind in Summe knapp 40 km. Irgendwann, so lautet der Plan, möchte ich anfangen, die Strecke mit dem Fahrrad fahren. Aber Ihr wisst ja, wie das manchmal mit solchen Plänen ist, ne?! Irgendwie bekommt man sie einfach nicht umgesetzt. Bei der Arbeit versuche ich daher, immer die Treppe zu nehmen. Und sobald ich wieder nachmittags zu Hause bin, bleibt das Auto stehen. Die Schnecken hole ich immer zu Fuß ab solange es nicht waagerecht hagelt. Das sind 1km ein Weg, somit habe ich hier schon einmal 2 km, die ich gelaufen bin. Den Schnecken tut die frische Luft ebenfalls gut, da sie nicht immer täglich in der Kita vor die Tür gehen, gerade im Herbst/Winter/Frühling. Oftmals machen wir auf dem Rückweg auch noch einige Besorgungen, sodass sich die Wegstrecke noch etwas verlängert. Falls die Mädels nicht mehr können, habe ich unseren großen Fahrradhänger/Kinderwagen dabei, in den sie sich setzen können. Da wir im Taunus wohnen, wo es sehr hügelig ist, nehmen sie das am Berg gerne in Anspruch und ich schiebe über 20kg vor mir her (Krafttraining!).

So sieht das dann manchmal aus:

Die Schnecken bei Schietwetter am Berg vor mir im Chariot Cougar

 

Ich dick eingemümmelt und nass vom Regen… und etwas außer Atem 🙂

Joggen
Dass die Bewegung und das „Bergtraining“ nicht zu unterschätzen sind, habe ich letzte Woche gemerkt als ich bei der Fortbildung war. Denn ich hatte meine Joggingschuhe und -kleidung dabei, weil ich mir fest vorgenommen hatte, wieder Laufen zu gehen. Früher, also vor den Kindern und meiner MS-Diagnose, bin ich oft und viel gejoggt und habe auch an Wettkämpfen teilgenommen. Das ist komplett eingeschlafen, zum einen durch die Kinder und zum anderen durch die MS. Da ich die Gefühlsstörungen bei Wärme stärker spüre, habe ich eigentlich um schweißtreibenden Sport einen Bogen gemacht. Nun wollte ich es aber wieder ausprobieren. Und ich bin aus dem Stehgreif über 6km gejoggt :-). Und es hat sooo gut getan, meinem Rücken, der durch das viele Sitzen in der Arbeit und die rückenunfreundlichen Bewegungen mit den Kindern öfter mal schmerzt. Und meinen Gefühlsstörungen auch. Denn war das Bein am Anfang noch etwas schwer oder der Arm taub, war beides nach dem Joggen komplett weg. Ein super Gefühl! Und auch für den Alltag habe ich nun einen Plan, das Joggen wieder zu integrieren: Die Babysitterin holt die Schnecken von der Kita ab und ich gehe direkt nach der Arbeit eine Runde Laufen. Das habe ich gestern direkt ausprobiert und hat wunderbar geklappt! Denn abends kann ich mich oft nicht mehr aufraffen, weil ich so müde bin. Außerdem mag ich im Winter im Dunkeln auch nicht alleine Laufen gehen.

Jogging-Mama-Schulze

Yoga
Ich habe schnell gelernt: Stress ist Gift für diese chronisch-entzündliche Nervenerkrankung. Was hilft gegen Stress? Genau: Entspannung! Was ist doppelt toll? Etwas für die Entspannung und gleichzeitig für die Beweglichkeit zu tun! Dafür ist Yoga ein perfektes Mittel der Wahl. Auch in den Schwangerschaften war es einfach, Yoga zu praktizieren, denn es gibt zig Yoga-für-Schwangere-Kurse. Habe ich es nach MaxiSchneckes Geburt noch geschafft, mir regelmäßig meine Yoga-Auszeit zu nehmen, hat das mit zwei kleinen Kindern gar nicht mehr geklappt. Das einzige, was ich noch ab und an in meinen Alltag integrieren konnte, war die Meditation. Für einen Yogakurs fehlt mir die Zeit: Nachmittags kümmere ich mich um die Kinder, abends bin ich zu müde, um noch irgendwohin zu fahren oder zu gehen und das Wochenende möchte ich mit Papa Schulze verbringen. Alleine aufraffen fällt jedoch bekanntlich gerade am Anfang schwer. Daher habe ich nun eine tolle Alternative entdeckt: Ich mache Yoga zu Hause mit Hilfe des WWW! Und zwar habe ich die tolle Möglichkeit, als Mama Schulze das Angebot von YogaEasy.de zu testen. YogaEasy.de ist ein Online-Yogastudio für Anfänger und Fortgeschrittene. Wie funktioniert das? Ich logge mich ein, wähle aus den zahlreichen verschiedenen Videos aus. Dabei kann ich wählen, ob ich Anfänger oder Fortgeschrittene bin, ob ich zum Beispiel etwas für meinen Rücken, für die Kraft oder für die Entspannung machen möchte, welche Yogarichtung ich praktizieren möchte und wieviel Zeit ich habe. Darüber hinaus kann ich auch noch den Lehrer auswählen oder, ob ich zum Beispiel an einem regelmäßigen Kurs teilnehmen möchte. Neben dem Yoga-Angebot, dass es übrigens auch mit Gebärdensprache gibt, gibt es auch noch Meditationsvideos. Ich habe nun beides bereits ausprobiert: Yoga und Meditation. Und ich muss sagen: YogaEasy.de hilft mir, wieder Yoga zu praktizieren. Ich habe erst einmal wieder mit den Einsteigersessions begonnen und ich finde sie wirklich gut. Natürlich fehlt der Lehrer der herumgeht und mich korrigiert. Dafür werden aber in den Videos die Übungen Schritt für Schritt erklärt und es wird immer wieder darauf hingewiesen, worauf man achten sollte. So genau findet das oft nicht in einem Studio statt (jedenfalls ist das meine Erfahrung). Das Yogaportal wurde bereits von der BRIGITTE getestet und als bestes unter den Angeboten gekürt. Die monatlichen Kosten belaufen sich ab 10,83€ bei einer 12-monatigen Mitgliedschaft und gehen bis 16€ für einen einzigen Monat. 

Mama Schulze beim Yoga

 

Entspannung

Oben habe ich es bereits erwähnt: Entspannung tut bei MS gut und kann darüber hinaus sogar Schübe verhindern. Jeglicher Stress ist Gift. Stress vermeiden ist aber leider gar nicht so einfach in unserer auf Leistung und Effizienz getrimmten Welt. Daher versuche ich es, in kleinen Schritten. Für mich bedeutet das: ausreichend Schlaf (mindestens 8 Stunden), wenige Verabredungen (das trifft auf mich, Papa Schulze und auf die Kinder zu), immer mal Durchatmen und sich darauf besinnen, das Stress Gift ist und Meditation bzw. Entspannungsübungen (mir helfen dabei Mantras, die gesungen werden von Deva Premal, die sind wunderschön, oder meine Affirmationskette) sowie das Singen von Mantras (das entspannt mich einfach). Darüber hinaus habe ich zum Beispiel auch noch eine Putzhilfe, die uns alle 2 Wochen unter die Arme greift und zwei Babysitterinnen, die zur Stelle sind, wenn einmal Not an der Mama ist und sie nicht mehr kann. Ja, das ist natürlich auch eine Kostenfrage, aber ich kann es nur empfehlen sofern es irgendwie möglich ist.

Meine Affirmationskette: Jede Kugel steht für eine Affirmation oder ein Mantra

Papa Schulze sagt immer, das seien eh alles Sachen, die auch völlig gesunde Menschen genau so in ihren Alltag integrieren sollten, um gesünder zu leben. Daher zieht er bei allen diesen Punkten voll mit und versucht selbst, diese Formen der Bewegung und Entspannung zu integrieren. Und er merkt ebenfalls, dass sie ihm guttun. 

Was meint Ihr? Welche Tipps habt Ihr, um Bewegung und Entspannung in Eurem Alltag zu haben?

Mehr über Meine MS erfahrt Ihr auch hier.  

6 Kommentare

  1. Pingback: Die Multiple Sklerose bei ...mir - Mama Schulze

  2. Martina sagt

    Ich hab vorhin schon unter einem anderen Artikel einen Kommentar geschrieben und wollte es eigentlich dabei belassen 🙂

    Ich wollte jetzt aber, nachdem ich mir Deine persönliche Geschichte durchgelesen habe, noch sagen, dass ich das echt bewundernswert finde. Ich kann mich damit auch total identifizieren und werden einiges für mich übernehmen. Du hast mir echt total Mut gemacht. Ich bin nämlich heute echt down und habe Zukunftsängste. Jetzt ist es schon etwas besser, dank Dir. Davor war ich vor allem in Foren unterwegs und das hat mir nicht so gut getan.

    • Hey Martina, das kann ich verstehen. Das ging mir nämlich auch so und deswegen habe ich dann angefangen, hier bei Mama Schulze über meine MS zu schreiben. Ich freue mich sehr, dass Dir meine Zeilen Mut machen <3

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