Kriegsverletzung
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Mauern und Gipsarme

Mein eigener Handgelenksbruch hat mich auf die Idee gebracht, andere Blogger zu bitten ihre Geschichten zu „Kriegsverletzungen“ aufzuschreiben und bei mir zu veröffentlichen. Mit „Kriegsverletzungen“ meine ich Brüche, Prellungen, Stöße oder sonstige Krankheiten. Ob von den Kindern oder die eigenen ist dabei ganz egal. Warum ich das mache? Weil ich ca. einmal im Jahr so eine „Kriegsverletzung“ habe. Von Bänderriss bis zum gerissenen Trommelfell war schon alles dabei… Um darüber nicht zu verzweifeln, möchte ich andere Geschichten hören. Denn geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid, und außerdem habe ich dann nicht das Gefühl, dass nur mir solche Geschichten passieren!

Mitgemacht haben bereits Dani von Gluck und So (hier geht es zum entsprechenden Artikel), ein Papa von den Superpapas (hier geht es zum entsprechenden Artikel) und Karin alias Frau Brüllen von Gut gebrüllt (hier geht es zum entprechenden Artikel).

Heute berichtet Alu von Grosse Köpfe von ihrem Armbruch als Kind, an den sie sich auch noch heute sehr gut erinnern kann.

Mauern und Gipsarme

Als ich zehn Jahre alt war brach ich mir mal den Arm. Ich war unglücklich über eine miniminiminimini Mauer auf dem Schulhof gestürzt und anscheinend wie der letzte Trottel gefallen. All das reihte sich ein in eine Geschichte voller sportlicher Missgeschicke, die dann eben mit einem Gips zementiert wurden.

Natürlich passierte dieses kurz vor dem Sommer. Jegliche anderen Aktionen hätten sich auch einfach nicht gelohnt, war ja klar. Nun ergab es sich, dass wir in diesem Sommer nach Südfrankreich fahren wollten. Es war nach der Maueröffnung die erste große Reise für die gesamte Familie dorthin. Wochenlang litt ich unter dem gebrochenen Arm und bekam das gesamte Mitleid meiner Familie. *ooooohhhhh*

Am Tag vor der Reise sollte der Gips also ab. Aber ich wehrte mich dagegen. Nicht nur mein Wunsch nach totaler Bemutterung, auch mein Gefühl sagte mir ganz deutlich: Hilfe, der Gips muss noch dranbleiben. Und so gab es den Kompromiss den Gips zwar aufzuschneiden, aber nicht generell abzunehmen. Mit einem offenen Gips, nunmehr eher eine Schiene, fuhren wir Richtung Sonne. Es war ein guter Urlaub und zum Ende der Reise hin, wurde ich sogar tollkühn und nahm nach dem Flehen meiner Familie endlich den Gips ab.

Dünn war der Arm und irgendwie blasser als der Rest vom Körper. Nichts destotrotz verbrachten der Arm und ich eine gute Sommerzeit zusammen, auch wenn ab und zu mein Hinterkopf sich meldete und sagte „Hilfe, irgendwas ist noch nicht in Ordnung.“ Zurück in Berlin war der Gips längst Geschichte, ich freute mich auf den Schulbeginn. An einem sonnigen Augusttag fiel ich auf dem Spielplatz hin und….der Arm war wieder gebrochen!

Es gab weitere sechs Wochen Gips und meinen Eltern und mir einen Warnschuss! Wenn das Kind sagt „Das ist noch nicht in Ordnung“, dann ist es wohl noch nicht in Ordnung und da hilft dann auch die ganze Hektik nischt! Seit diesem Tage vermeide ich im Übrigen niedrigen Mauern auf das tunlichste! Anbei extra für JuSu ein peinliches Foto! Das war (glaube ich) kurz vor dem „Mauerunglück“.

 

Alu in jungen Jahren

Alu in jungen Jahren

Vielen Dank, liebe Alu, dass Du mitgemacht und Dir die Mühe gemacht hast, diese Geschichte für mich aufzuschreiben!

…und falls Ihr bei mir auch noch eine persönliche Kriegsverletzung veröffentlichen möchtet, dann schreibt mir einfach eine Mal an mama.schulze(at)gmx.de.

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