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#MS Thursday: Mama, Job & Arzttermine

Dieser Text ist schon ein paar Wochen alt. Ich hatte ihn geschrieben, um etwas Frust abzulassen und ihn dann doch nicht veröffentlich. Jetzt finde ich, dass er zur herbstlichen Erkältungszeit doch ganz gut passt.

Gestern habe ich mal wieder Stunde um Stunde bei verschiedenen Ärzten verbracht. Während ich dort so dasaß und gewartet habe, dass ich dran komme, habe ich die vergangenen 2 Tage einmal Revue passieren lassen und festgestellt, dass ich unheimlich viel Zeit bei Ärzten verbracht habe.

In anderen Worten: Die MS ist ein wahrer Zeitfresser. Aber von vorne:

Ich muss nun aufgrund meines Medikaments (mehr dazu findet Ihr hier) und der Gefahr einer Progressiven Multifokalen Leukencephalopathie (PML) (mehr Infos dazu hier) nicht mehr alle 6 bis 8 Wochen, sondern alle 4 Wochen zur Blutuntersuchung. Das geht eigentlich ganz schnell: Ich fahre zur MS-Ambulanz in der ich behandelt werde, mir wird Blut abgenommen und einen halben Tag später bekomme ich die Ergebnisse. Allerdings wird es mit 2 kleinen Kindern und einem Job wiederum zur logistischen Herausforderung. Sogar die MS-Ambulanz habe ich ausgewählt, weil sie auf dem direkten Weg zwischen Heim & Job ist, um den Zeitaufwand zu minimieren. Frau denkt ja mit. Leider kann ich erst ab 9 Uhr morgens zur Blutuntersuchung kommen, denn vorher arbeiten die MS-Schwestern nicht. Somit knabbert der Zeitfresser unerbittlich an meiner Arbeitszeit- denn dann komme ich später zur Arbeit. Die Alternative wäre, früher die Arbeit zu verlassen. Ob vorneweg oder hinten: Irgendwie wird es immer zur Hetze. Ach ja: Alle 8 bis 12 Wochen muss ich darüber hinaus bei meiner Neurologin vorstellig werden. Auch sie hat feste Zeiten, zu denen sie die MS-Beratung macht. Allerdings liegen diese erneut mitten in meiner Arbeitszeit. Nein, mein Arbeitgeber macht mir deswegen keinen Stress. Der ist von alleine da: denn meistens hole ich direkt im Anschluss an den Termin die Schnecken ab.

Nun hatte ich mir ja das Handgelenk gebrochen, weswegen ich immer noch zur Physiotherapie gehen musste, um die Beweglichkeit der Hand wiederherzustellen. Ihr ahnt es: Die Termine waren nur wann möglich? Genau: mitten in meiner Arbeitszeit. Also galt es, diese so zu vereinbaren, dass sie irgendwie in meinen Mama-geht-arbeiten-Zeitplan hineinpassten. Ich bin so froh, dass diese Termine nun rum sind!

Dann gibt es ja noch die Schnecken und hier entweder Arzttermine wegen akuter Infekte (wobei das eigentlich eher selten vorkommt) oder Routineuntersuchungen, wie z.B. der Zahnarzt am vergangenen Dienstag. Und, wenn ich schon mal mit Mini- und MaxiSchnecke dort vorstellig werden muss, dann vereinbare ich natürlich direkt einen Termin für mich mit. Um Zeit zu sparen.

Und dann gibt es auch noch Arzttermine, die völlig ungeplant sind. Zum Beispiel gestern. Ich hatte am Wochenende bei einem Muttermal von mir am Bauch entdeckt, dass es sich verändert hatte. Ein dunkler großer Punkt war plötzlich in der Mitte und irgendwie war das Muttermal verkrustet. Also rief ich am Montag beim Hautarzt an. Die Arzthelferin riet mir, direkt vorbeizukommen. Aber – Ihr ahnt es wieder – natürlich zu meiner Arbeitszeit und dazu mit „viel Zeit im Gepäck“, denn sie könne mir erst wieder einen Termin im Dezember geben. Sie würde mich dazwischen schieben müssen. Aber bis Dezember würde sie an meiner Stelle nicht warten.

Also, Augen zu und durch. Ich bin also gestern zum Hautarzt gefahren. Um kurz vor Acht war ich trotz diverser Baustellen, Berufsverkehr und Straßensperren dort. Und da wurde mein Krankenkassenkärtchen mit den Worten „Das dauert jetzt unter Garantie erst Mal 1,5 Stunden, falls Sie noch einen Kaffee trinken wollen…“ entgegen genommen. Ich sah auf meinen Thermosbecher mit Kaffee hinab und entschied, bei der MS-Ambulanz anzurufen. Dorthin sollte ich nämlich eigentlich nachmittags zur Blutuntersuchung kommen. Vielleicht konnte ich diesen Termin ja in der Wartezeit des anderen erledigen? Und ja, das klappte. Also schwang ich mich wieder ins Auto und fuhr erneut an den Baustellen und Straßensperren durch den Berufsverkehr nach Frankfurt zur Ambulanz. Nachdem ich dort 3 Röhrchen Blut gelassen hatte, rief ich wieder beim Hautarzt an und bekam das Go, erneut zu erscheinen. Punktlandung: Nach 1,5 Stunden war ich wieder dort und kam auch direkt dran.

Leider entschied der Doc dann direkt, dass Muttermal zu entfernen. Ich musste noch einmal 45 Minuten waren, dann wurde es herausgeschnitten und mein Bauch mit 4 Stichen – mal eben so zwischendurch – genäht. Nach 3 Stunden verließ ich den Hautarzt und hatte doch tatsächlich 2 Arzttermine parallel erledigt.

So blicke ich auf eine beachtliche Anzahl an Arzt- bzw. Physioterminen innerhalb von 2 Tagen zurück:

Dienstag Morgen: Physiotherapie

Dienstag Nachmittag: Zahnarzt

Mittwoch Morgen: MS-Ambulanz &  Hautarzt

Nächste Woche: Routine Termin bei der Neurologin & Fäden ziehen beim Hautarzt.

Diese Termine sind wahre Zeitfresser! Nein, ich will mich nicht beschweren. Ich bin sehr froh über das deutsche Gesundheitssystem. Ich will nur beschreiben, dass eine berufstätige Mama schon viel jonglieren muss, um alle Termine neben der Arbeit und den Kindern unter einen Hut zu bekommen. Ist Mama auch noch chronisch krank, kommen noch ein paar mehr dazu. Und das ist manchmal ganz schön nervig.

Da fällt mir ein, dass MiniSchnecke bald Geburtstag hat und ich noch einen Termin für die nächste U-Untersuchung machen muss…

Liebe Mamas, wie ist das bei Euch? Wie wuppst Ihr diese ganzen Termine?

3 Kommentare

  1. Montag :schule,KIGA, Hausarzt wegen Blutabnahme
    Dienstag :schule,KIGA,Firma Besprechung
    Mittwoch :Mini Zwerg krank>mit Mini Zwerg zum Hausarzt,Erledigungen,maxi Zwerg Zahnarzt u Friseur, weil Mini Zwerg krank auf Unterstützung der Oma angewiesen (di nm,Mi nm)
    Donnerstag:Mini Zwerg noch krank, Termin wegen Laborwerten bei Hausarzt,Termin in der ms Ambulanz, 2.Termin bei Hausarzt, wieder ab 13h auf Unterstützung angewiesen.
    Morgen 10h arbeiten,dazwischen Kinder holen,Hausaufgaben machen,Haushalt,…

  2. Christina sagt

    Oh ja…. Das ist nervig und anstrengend.
    Ich bin zwar seit 2009 berentet (leider)
    und auch 2 Fach Mama, aber muss mich zusätzlich auch um meinen Verlobter kümmern und seine Arzttermine.
    Er hat auch wie ich MS und ist seit März am PML erkrankt.
    Alles zur Zeit kein Zuckerschlecken, ich komme oft an mein Limit.
    Muss quasi den „Mann im Haus“ stehen.
    Ich wuppe das ganz alleine, mir bleibt nichts anderes übrig. Ich weiß nicht wie, aber es klappt. Bin erstaunt wie sehr man über sich hinaus wachsen kann.
    Ist eine Erleichterung das die Kleine jetzt in den Kindergarten geht. Habe ja meine Tysabri Infusion noch zwischendurch.
    Unsere Familien wohnen leider alle bisschen weiter entfernt.
    Wir schaffen das alles zusammen, mein Schatz und ich.
    Im Alptraum gefangen, aber wir sind auf dem aufsteigenden Ast ☺

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