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Für den Darm – Intermittierendes Fasten

Werbung: Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der AOK Hessen.

Seit knapp 2 Monaten faste ich temporär. Das bedeutet, dass ich innerhalb von 24 Stunden 16 Stunden lang auf Nahrung verzichte, nur Wasser und ungesüßten Tee trinke, und in einem Zeitraum von 8 Stunden Nahrung zu mir nehme. Auslöser, mich nach diesem Prinzip, dem sogenannten Intermittierenden Fasten, zu ernähren, waren die vielversprechenden Ergebnisse einer kleinen unabhängigen Versuchsreihe mit Multiple-Sklerose-Patienten von dem Neurologen Dr. med. Markus Bock an der Charité Berlin (hier geht es zu den Ergebnissen der Studie auf Englisch), auf die ich durch einen Berich bei 3sat Nano (hier geht es zur Sendung) aufmerksam geworden war.

Intermittierendes Fasten und Multiple Sklerose

Bei dieser Versuchsreihe mit 60 Patienten zeigte sich, dass es diesen bemerkenswert besser ging nach einer Woche des Fastens. So konnten zum Beispiel MS-Patienten mit massiv eingeschränkter Gehfähigkeit nach dem Fasten wieder problemlos laufen. Dieses Ergebnis ließ mich nicht mehr los (darüber habe ich auch schon geschrieben, und zwar hier) und ich beschäftigte mich intensiv damit, wie auch ich das Fasten in meinen Alltag mit drei Kindern, Job und täglicher Medikamenteneinnahme einbauen könnte. Schließlich stieß ich auf das sogenannte Intermittierende Fasten oder Intervallfasten als Alternative zum dauerhaften Fasten über mehrere Tage oder Wochen. Denn auch das Intermittierende Fasten oder Intervallfasten soll sich positiv auf die Multiple Sklerose auswirken. Durch die Nahrungskarenz gehen die Entzündungsprozesse im Körper zurück und eine Remyelinisierung setzt ein (das Myelin ist der Teil der Nerven, der bei der Multiplen Sklerose zerstört wird).

Insgesamt erschien es mir einfacher, „nur stundenweise“ zu fasten. Das 16:8-Prinzip lässt sich für mich leichter in meinen vollen Alltag einbauen. Und so entschloss ich kurzerhand, es einfach zu probieren. Das Ergebnis: Mittlerweile faste ich seit 10 Wochen temporär und es geht mir wirklich super damit. Ich habe mehr Energie, definitiv weniger Hunger, ich fühle mich insgesamt besser, spüre die MS-Symptome weniger und habe auch bei den letzten Infekten meiner Familienmitglieder nicht „hier“ geschrien. Es geht mir so gut damit, dass ich dabeibleiben möchte. Ende unbekannt.

Intermittierendes Fasten für den Darm

Auch auf den Darm hat das Fasten einen positiven Effekt- egal, ob nur stunden- oder tageweise. Denn unser Darm hat während der Nahrungsaufnahme viel zu tun wie das unten stehende Video von AOK-erleben sehr schön zeigt.

Nährstoffe werden aus der verspeisten Nahrung extrahiert, aufgeschlossen und für den Körper zur Verfügung gestellt. Nach diesem Prozess setzt die Reinigungs- und Regenerationsphase des Darms ein. Dann hat der Darm die Möglichkeit, übriggebliebene Zellstoffe abzubauen und auszuscheiden. Je länger die Zeit des Fastens, desto mehr Zeit hat der Darm also, sich zu regenerieren und zu reinigen- und ihn damit zu entlasten. Das tut ihm und dem ganzen Körper gut und wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, wie sich eben nun zum Beispiel in ersten Versuchsreihen mit MS-Patienten gezeigt hat.

Intermittierendes Fasten – meine Nahrungsaufnahme

Wie ich oben schon geschrieben habe, bin ich nun seit 8 Wochen dabei, nach dem 16:8-Prinzip zu essen. Ich musste zunächst ein wenig rumprobieren, wann ich am besten Nahrung zu mir nehme und, wann ich faste. Also, wann es für mich am einfachsten in meinen Tagesablauf einzubauen ist. Dabei hat sich eine Nahrungspause von 16 bis 8 Uhr als für mich günstig herausgestellt. So frühstücke ich, gehe in der Arbeit zu Mittag essen, nehme nachmittags noch einen Snack zu mir und faste dann wieder bis zum nächsten Morgen.

Hier ist es insbesondere wichtig, dass ich in meiner Essenszeit „richtig esse“, Mahlzeiten nicht vergesse oder aufgrund von Heißhunger zu Süßkram und Co. greife. Das ist mir wirklich passiert, obwohl ich weitestgehend auf Zucker verzichte. Das bedeutet, dass ich meine Nahrungsaufnahme durchaus etwas planen muss, um richtig und nachhaltig satt zu werden.

Intermittierendes Fasten – Frühstück, Mittagessen & Co.

Zum Frühstück esse ich nun öfter die sogenannte „Budwig-Creme“. Diese Creme besteht aus Magerquark, Milch, Leinöl und Leinsamen und hält mich lange satt. Das Leinöl ist wichtig für die Regeneration der Nerven und wird MS-Patienten standardmäßig empfohlen. Die Ballast- und Schleimstoffe des Leinsamens tun wiederum dem Darm gut. Ich habe somit beim Frühstück bereits zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen 😉 An Tagen, an denen ich keine Lust auf Quark habe, bereite ich mir auch gerne einen warmen Haferbrei zu. Ich mag diesen einfach gerne im Bauch. Er ist lecker und super einfach zuzubereiten: am Abend vorher die Haferflocken in der gleichen Menge Wasser einweichen und morgens nach Belieben erhitzen und Früchte hinzugeben. Fertig. (Weitere leckere Haferbrei-Rezepte findet Ihr auch auf AOK-erleben)

Zu Mittag esse ich dann häufig in der Kantine etwas Fleisch mit Gemüse oder Salat, oder ich greife zu den klassischen Beilagen (Kartoffeln oder Nudeln) und kombiniere diese mit Gemüse oder Salat. Wer nicht die Möglichkeit hat, auf ein abwechslungsreiches Angebot in einer Kantine zurückzugreifen, kann sich auch hier einige Anregungen für leichte und ausgewogene Snacks fürs Büro holen.

Darm

Fotocredits Katrin Schander

Zwischen 15:30 und 16 Uhr trinke ich dann meistens noch einen Milchkaffee und esse dazu einige Nüsse, ein Stück Obst oder mache mir zum Beispiel noch einmal eine Budwig Creme. Danach greife ich dann wieder zum Wasserglas oder dem Teebecher.

Insgesamt halte ich nun nicht mehr streng die Paleo-Diät ein, die ich vorher aufgrund der Multiplen Sklerose praktiziert habe. Das bedeutet, dass ich nun nicht mehr gänzlich auf Milch und Getreide verzichte- Zucker versuche ich nach wie vor zu streichen. Ich habe einfach gemerkt, dass ich das nicht wirklich in Kombination mit dem Fasten durchhalte. Lasse ich Milch und Getreide gänzlich weg, habe ich (zumindest im Moment noch) zu viel Hunger. Ich schaue einfach, ob ich daran zukünftig „noch etwas schrauben“ und beides wieder minimieren kann.

Habt Ihr ebenfalls bereits Erfahrungen mit dem Intermittierenden Fasten gesammelt? Wie geht es bzw. wie ging es Euch damit? Wie ernährt Ihr Euch während der Essenszeiten?

3 Kommentare

  1. Martina sagt

    Mir ging es auch insgesamt gut mit dem iF, doch schien es meinem Darm nicht so zu gefallen. Meine Verdauung kam sehr ins Stocken. Ich ernähre mich jetzt nach dem lowcarb-Prinzip und achte auf mind 5h Essabstand zwischen 3 Mahlzeiten pro Tag. Nach 19.00 versuche ich nichts mehr zu essen. So läuft es momentan ganz gut. Mit Propionsäure hab ich diese Wo angefangen. Bin gespannt….

  2. Madeleine sagt

    Liebe Julia, mit Interesse verfolge ich seit einigen Wochen Deinen Blog. Ich bin Mama zweier Kinder (3&6) und habe im Februar die Diagnose MS erhalten. Ich bin quasi noch ganz am Anfang, mich damit zu arrangieren und in meinem Alltag zu integrieren. Umso hilfreicher sind Tipps von „erfahrenen“ Menschen, denen es genauso geht. Was ich bisher gelernt habe, ist dass die Ernährung eine Schlüsselrolle spielt. Es gibt zahlreiche Ansätze und es ist für den Anfang schwierig, die Fülle an Informationen für sich zu filtern und einen eigenen Weg für sich zu finden. Viele verzichten ja, wie auch von Dir bereits getestet, auf Milchprodukte. Andere MS-Patienten schwören wiederum auf Quark und Joghurt wegen der Darmkulturen. Ich teste seit 2 Wochen den Zuckerverzicht und setze auch auf Leinsamen, Nüsse & Co und muss sagen, dass ich sehr überrascht war, wie schnell ich einen positiven Effekt gemerkt habe. Die Tante meines Mannes ist seit vielen Jahren an MS erkrankt und sie konsumiert jeden Tag zum Frühstück eine grüße Schüssel Quark mit Joghurt, Leinöl, Nüssen und dunklen Beeren, denen eine entzündungshemmende Eigenschaft nachgesagt wird. Dazu schwört sie auf eine bestimmte Sorte Grünen Tee aus Japan (1. Pflückung) und sie verzichtet auf Weißmehlprodukte. Seitdem sie ihre Ernährung so umgestellt hat, hatte sie keine Schübe mehr. Übrigens schaut sie regelmäßig die Ernährungsdocs im NDR- Fernsehen, auf deren Basis sie ihre Ernährungsumstellung vollzogen hat. Das macht mir Mut und gibt mir das Gefühl, es selbst in der Hand zu haben und nicht meiner Krankheit ausgeliefert zu sein. Bei meinen Recherchen stieß ich übrigens auf das Rezept Qed-Müsli von Sven Böttcher, welches ich allerdings mit Joghurt und Quark praktiziere und sehr lecker finde. Also sehr empfehlenswert. Vielen Dank auch für Deine Inpirationen, Deinen tollen Blog und die Arbeit, die Du investierst, um anderen MS-Patienten Mut zu machen. Viele Grüße Madeleine

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