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Ferien… to be continued

Wir haben die Ferien bitter nötig, das habe ich heute wieder lernen müssen. Die letzten Wochen waren anstrengend. Geprägt von Krankheiten & Co. rotierten wir irgendann nur noch zwischen Job, Kita, Schule und Hort. Wir Eltern getrieben auf der Suche nach Schlaf. Maxi und Mini völlig fertig, weil sie einfach funktionieren mussten, damit Papa Schulze und ich irgendwie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stemmen können. All das war mir bewusst und daher nahm ich mir bewusst die 1. Ferienwoche der Osterferien frei und meldete alle drei Kinder von ihren Betreuungseinrichtungen ab. Puzzlen, Bewegung an der frischen Luft, ganz viel Zeit nur für uns und Spaß sollten auf dem Programm stehen.

1. Ferienwoche- tjanun

Und dann kam es dann doch wieder irgendwie anders: Schon war der 1. Ferientag ungeplant voller und wir bekamen Besuch, da eine andere Mama Hilfe benötigte und ich natürlich das Kind mit zu uns nahm (keine Frage, das würde ich auch immer wieder so tun, denn wir Mamas sollten uns gegenseitig helfen, das ist ja wohl klar). Den 2. Ferientag hatte ich von langer Hand geplant: Schon lange hatten wir Julia von Morgen kann ich fliegen nicht gesehen und ein Treffen mit ihr vermisst. „Eine Unternehmung in der Ferienwoche, das wäre doch schön“, dachte ich. Und so verabredeten wir uns in Frankfurt City zum Frühstück inkl. Besuch im neuen „Jungen Museum„. Die Schnecken und ich freuten uns schon darauf. Und dann hatte sich noch eine weitere Frühstückseinladung, eine Einladung für die MiniSchnecke, ein Treffen mit einer lieben Freundin und ein Termin zum Ostereierfärben für die MaxiSchnecke in diese Woche sowie das Kennenlernen mit einer potentiellen Babysitterin eingeschlichen. Plus Besuch beider Großeltern über Ostern. Tjanun.

Eine Lehre

Ganz eigentlich hätte ich auch vorher schon erahnen können, wie dieser Ausflug am 2. Ferientag wird. Denn schon an den ganzen vergangenen Tagen spürte ich, wie dringend die Mädels Ruhe brauchen. Wie sie einfach nur rumdaddeln und prüddeln wollen- ohne Termine. Wie jegliches Programm sie komplett auf stur stellen lässt und mich an den Rand der Verzweiflung bringt. Weil wir bis zum Streit diskutieren müssen, alles in Frage gestellt wird, alles urplötzlich „gemein“, „unfair“ oder „sch*ei*ße“ oder mit Frechheiten und Mist quittiert wird.

Gepaart mit dem hohen Frustrationslevel des Schneckerichs, der „verdammt noch mal auf der Stelle endlich laufen können“ und „ich raste aus, ich will endlich alleine essen können“ und überhaupt alles auf einmal will, gehe auch ich völlig gelassen auf dem Zahnfleich.

Eine herrliche Kombi, oder?

Also, wie gesagt, das hätte ich also auch alles vorher erahnen können, ne?!

Der Ausflug nach Frankfurt

Die Hinfahrt im Auto (geplant war eigentlich eine Fahrt mit der S-Bahn, aber aufgrund einer Sperrung, war das Auto dann doch die bessere Wahl) war noch wirklich lustig und entspannt. Bis dahin war auch alles ohne Komplikationen gelaufen und die Mädels hatten sich aufgrund der Vorfreude sogar super schnell angezogen und fertiggemacht morgens.

Doch dann wurde es ab dem Frühstückscafé stetig doofer, was auf keinen Fall mit unserer Verabredung zusammenhing. Im Café war es total voll und laut, was alle drei Kinder unruhig machte. Der Schneckerich fegte ständig etwas vom Tisch, warf sein Essen durch die Gegend und verweigerte total die Nahrungsaufnahme, was die umliegenden Tische und die Kellnerinnen zum Glück mit Humor nahmen. Die liebe Julia wurde von uns komplett in Beschlag genommen und ich bin froh, dass sie überhaupt zum Frühstücken gekommen ist neben dem Brötchen Schmieren, den umgestoßenen Wasserflaschen, der verschütteten Milch und allem anderen. Irgendwann meinte die Kellnerin, dass wir ihr leid täten, da das ja nun gar nicht entspannt für uns sei und wir nicht zum Frühstücken kämen.

Junges Museum – keine Empfehlung der MaxiSchnecke

Auch der Gang zum Museum verschaffte keine Entspannung. Also nur kurzfristig. Bis Maxi merkte, dass das neue Junge Museum genau genommen nur noch aus einem verhältnismäßig kleinen Raum und vier kleineren verschiedenen Themenbereichen besteht. Sie hatte sich die ganzen letzten Tage aufs Museum gefreut und dann war der Besuch – puff – schon zu Ende, weil sie ruck zuck alles erkundet hatte. Sie wurde muffelig. Denn sie wollte, dass der Besuch weitergeht. Aber sie langweilte sich zeitgleich. Also wurde sie muffeliger und muffeliger. Die MiniSchnecke tat, was sie schon die ganze letzte Zeit macht, nämlich, das, was sie will, und zwar ohne Rücksicht auf Verluste. Und der Schneckerich wurde müde und mega quengelig, weil er eigentlich Hunger hatte, aber partout den Brei nicht essen wollte, den ich für ihn eingepackt hatte. Denn genau an diesem 2. Ferientag entschied er für sich: Ich will keinen Brei mehr!

So ging es locker flockig weiter. Und ich merkte, dass meine Geduld am Ende war. Dass ich die Schnecken ein wenig fester am Arm packte, als sonst, weil ich selbst in Rage kam. Und, dass das natürlich total doof war und alles nur schlimmer machte. Die Mädels wollten jedoch partout noch nicht heim, schließlich hatten sie sich schon die ganze Zeit auf den Ausflug gefreut und so stolperten wir von einer Diskussion bis zur nächsten und noch etwas durch die mega volle Fußgängerzone (übrigens auch eine total doofe Entscheidung, wenn eh alles schon so entspannt ist) bis wir endlich wieder zu Hause ankamen.

Entspanntes Heim

In unseren heiligen Hallen entschieden die Mädels dann sofort: Wir gehen in unsere Zimmer, um zu puzzlen, zu malen und CDs zu hören. Wusch- waren sie nicht mehr gesehen. Peng. Aus. Ende.

Keine weitere Diskussion mehr.

Nur die Frage: Warum tue ich uns das nur an? Das war doch absehbar! Übrigens waren sie so fertig, dass sie um 18:15 Uhr in den Federn lagen.

Die Lehre

Und so sitze ich hier nun heute, am Abend des 2. Ferientages, und weiß einmal mehr: Dieses Tempo kann in der 1. Ferienwoche so nicht weitergehen. Wir müssen dringend entschleunigen. Sonst schreie ich nur noch rum und werde irre. Und die Mädels auch. Auch dem kleinen Mann tut etwas Ruhe und Struktur gut, um seine nächsten Hürden zu nehmen. Daher werde ich nun die anstehenden Termine absagen, auch wenn es mir natürlich leid tut, das zu tun. Denn mich freut es natürlich auch, wenn die Mädels Freunde haben, mit denen sie sich treffen können. Aber unter diesen Umständen schaffen wir das einfach nicht. Sonst wird es bei uns katastrophal.

4 Kommentare

  1. Marion Protzner sagt

    Liebe Jusu, ich kann dich bzw euch gut verstehen und wünsche euch noch entschleunigte Ferien.
    LG Marion

  2. Meine sind auch heute alle noch im Schlafanzug, Samstag haben sie sich nur kurz was angezogen, um im Garten zu Spielen. Ich glaub, die sind halt alle durch!

  3. Pingback: Ferien... die zweite Woche - Mama Schulze

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