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#FamilieMachtGlücklich

Betreut.de, das Portal, das Alltagshelfer in der Nähe vermittelt, hat mich gefragt, ob ich an seiner aktuellen Blogparade #FamilieMachtGlücklich teilnehme. Und ob ich das mache! Denn meine Familie macht mich glücklich! Mehr sogar: Meine Familie macht mich gesund! Und da glaube ich fest dran. Aber von vorne:

Ich gehöre zu denjenigen Menschen, die durch einen Schicksalsschlag sozusagen „bekehrt“ wurden. Als ich im Mai 2010 die Diagnose Multiple Sklerose bekommen habe, war ich knapp 2 Jahre verheiratet und habe endlich mit Papa Schulze an einem Ort gelebt. Zuvor hatten wir über 5 Jahre eine Fernbeziehung geführt, sind nur von A nach B gehetzt, haben viel Zeit in unsere Jobs gesteckt, an Kinder haben wir bereits gedacht. Aber erst in ferner Zukunft. Erst wollten wir noch den nächsten Karrierestep nehmen, die nächste Gehaltserhöhung erreichen und mindestens noch 3 Fernreisen machen. New York, Rio, Tokio.

Dann kam der Schock: Ich habe Multiple Sklerose (mehr zu meiner Diagnose findet Ihr hier)! Und wirklich der zweite Gedanke nach „Scheiße!“ galt einem Kind. So tief, so groß und so klar war da plötzlich der Wunsch nach Nachwuchs. Papa Schulze stand vollkommen hinter mir, die Ärzte gaben uns 8 Wochen, um schwanger zu werden. Aber die brauchten wir gar nicht. Schon 4 Wochen später hielt ich den positiven Schwangerschaftstest in meinen Händen. Und in meinem Kopf und meinem Herzen war SOFORT die Zuversicht: Jetzt wird alles gut! Irgendwie, irgendwo ist dieser Weg für mich so vorgesehen. Das sollte alles so kommen. Und es ist gut so. (Mehr zu meiner MaxiSchnecke, die quasi mein MS-Kind ist, findet Ihr hier.).

Heute, über 5 Jahre und 2 Kinder später, kann ich sagen: Familie macht Glücklich! Es war die richtige Entscheidung, diesen Weg zu gehen.

Meine ältere Tochter nach der Geburt

Mein Glück I: Die MaxiSchnecke kurz nach der Geburt.

Mein Gllück II: Die MiniSchnecke kurz nach der Geburt

Mein Gllück II: Die MiniSchnecke kurz nach der Geburt

Natürlich macht Familie auch

  • müde (Ich denke da an zahlreiche durchwachte Nächte wegen Vollmond, Zähnen, Krankheiten und Albträumen.).
  • Stress (Die Tage sind minutiös durchgetaktet, um den Spagat zwischen Familie und Beruf zu schaffen).
  • die Ausgaben höher (Kinder kosten: Die Kinderbetreuung frisst ein Drittel des Gehalts, gesunde Ernährung kostet Geld, jede Saison muss neu eingekleidet werden, etc.).
  • die Zeit mit dem Partner weniger (Mama und Papa sind für lange Zeit eben Mama und Papa. Man muss sich die Zeit als Paar erkämpfen und hüten- so jedenfalls meine Meinung).
  • streitanfälliger (Wer den lieben langen Tag mit dem Nachwuchs in der Autonomiephase diskutiert, hat oftmals keine Muße mehr, um sich konstruktiv mit dem Partner oder Freunden oder Bekannten auseinanderzusetzen).
  • und so weiter und so fort…

Und trotzdem: Verbringe ich Zeit mit meiner kleinen Familie, dann macht sie mich einfach glücklich. Ganz einfach und simpel, dafür braucht es nicht besonderer Situationen, Urlaube oder Orte. Mein Herz läuft über mit Liebe, wenn die beiden Schnecken miteinander spielen, wenn sie mich anstrahlen, wenn sie stolz sind, etwas geschafft zu haben, wenn sie sich aufregen und endlich wieder beruhigen können, wenn wir kuscheln, wenn ich sehe, wie gut ihr Verhältnis zu Papa Schulze ist. So abgedroschen es klingt: Die MaxiSchnecke, die MiniSchnecke und Papa Schulze geben meinem Leben einen Sinn. Einen Sinn, den ich vor meiner Zeit als Mama vermisst habe. Ich war immer auf der Suche, wusste aber nicht, wonach. Vielleicht ist es einfache Biologie, dem Fortpflanzungswunsch nachzugeben. Für mich ist es das größte Glück!

Und ich glaube fest daran, dass dieser Sinn mich halbwegs gesund hält. Denn bisher hat es die MS gut mit mir gemeint. Sie ist da, aber (noch) dominiert sie nicht mein Leben.

…so, und jetzt bin ich selbst ganz gerührt und habe da was im Auge…

Wie ist das bei Euch? Habt Ihr Familie? Seid Ihr glücklich mit diesem Zustand? Was sind Eure Glücksmomente? Ich freue mich auf Eure Kommentare 🙂

4 Kommentare

  1. Wollte Dir nur kurz einen Gruß dalassen.Ich finde es toll,wie du trotz Ms alles handhabst.Ich lese deine Beiträge sehr gern.

    Alles Gute aus Solingen!

  2. Pingback: Entspannungswochenende in Frankfurt 10./11.10. - Mama Schulze

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