Mama, Mama-Blog
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Familie geht vor – warum ich die letzten Wochen nix geschrieben habe

Gestern in den #12von12 im November habe ich es schon angedeutet, heute möchte ich Euch endlich berichten, warum ich in den letzten Wochen nichts von mir hören lassen habe. Denn da war einiges los. Eigentlich alles Familienalltag. Aber er hat mich an meine Grenzen gebracht. Und in dieser Zeit ging meine Familie einfach vor. Da war keine Kraft mehr zum Schreiben. Noch nicht einmal Mails habe ich beantwortet- und das tut mir leid. Aber es ging einfach nicht anders.

Aber nun erstmal von vorne:

Allein mit den Kindern an der Nordsee

Zunächst war ich Mitte Oktober in den Herbstferien mit den drei Kindern, aber ohne Papa Schulze, an der Nordsee. Denn der musste leider arbeiten. Wir hatten schon vor knapp einem Jahr eine Woche auf einem Reiter-/Bauernhof an der See gebucht. Das Wetter versprach, gut zu werden und so beschloss ich, alleine mit den Schneckenkindern zu fahren. Und, ja, das war anstrengend. Also, vor Ort ging es eigentlich- aber die Hin- und Rückfahrt haben mich ordentlich Kraft gekostet. Durch diverse Staus gab es Verzögerungen, die Kinder waren natürlich total unruhig, die Raststätten nicht wirklich für eine Mama alleine mit drei Kindern gedacht und irgendwann waren alle Nerven aufgebraucht. Hin war ich abends einfach nur froh, endlich dort zu sein. Zurück war die minimale Erholung, die ich durch die See hatte, schon wieder verpufft. Zum Glück hatte ich wenigstens Papa Schulze, dem ich das alles erzählen konnte. Geblieben ist eine riesige Hochachtung Alleinerziehenden gegenüber.

Die Kinder fanden es aber super schön und hatten eine Menge Spaß. Morgens waren wir am Strand, nachmittags sind die Mädels geritten und der Schneckerich und ich haben die Bauernhoftiere besucht. Das hatte eine beruhigende Routine, die wir im nächsten Jahr in den Herbstferien wieder erleben möchten- aber dann gemeinsam mit Papa Schulze.

Hatte ich mir vorher ausgemalt, dass ich für Euch über diese Erfahrung schreibe, hatte ich dann vor Ort abends schlichtweg keine Kraft mehr. Dann habe ich noch ein wenig gelesen oder TV geschaut, und bin früh zu Bett gegangen, um am nächsten Tag wieder fit für meine Kinder zu sein.

So verging die 1. Woche, in der ich nix von mir hören lassen sollte…

Familie

Am Strand

Famlie

Besuch

Familie

Tierliebe

Familie

Maxi fand es toll

Läuse

Dann kamen in der Woche nach dem Urlaub die Läuse zu uns (als ich eigentlich noch damit breschäftigt war, mich vom Urlaub zu erholen). Zum ersten mal in unserer 5-jährigen Zeit mit der Fremdbetreuung befielen uns die kleinen Krabbler. Und ich lernte: Läuse sind nicht schlimm. Aber nervig, denn man muss sie eliminieren, damit sie sich nicht vermehren. Für den Kopf gibt es spezielle Shampoos, für Helme und Kindersitze ein spezielles Spray oder den Staubsauger, für den Rest (Mützen, Jacken, Klamotten, Kissen, Bettwäsche, Handtücher, Haargummis, Bürsten, usw.) die Gefriertruhe. Und bei mehreren Kindern einer Familie muss diese Prozedur natürlich für alle Kinder (und für die Eltern auch) stattfinden. Und wenn dann nicht alle anderen Eltern und Kinder auf den Tag genau mitziehen und alle zeitgleich die Läuse und Nissen (Läuseeier) eliminieren, beginnt der Spuk natürlich von vorne. Und das klappt natürlich nicht, was keinerlei Vorwurf sein soll, denn man sieht die Nissen ja nicht sofort und nicht alle betroffenen Personen spüren überhaupt ein Jucken am Kopf. Und auch, wenn man seinen Elternpflichten nachkommt, und den Läusebefall meldet, so erreicht die Meldung die restlichen Eltern dann im besten Fall am nächsten Tag. Das ist der normale Lauf der Dinge- aber schon haben die Mistviecher wieder Zeit, sich weiterzuverbreiten. So dauert es, bis man die ungebetenen Gäste verjagt hat.

So verbrachte ich die Zeit neben dem Alltag von Schule, Terminen & Co. damit, die Kinder zu shampoonieren, die langen Haare mit dem Nissenkamm auszukämmen, die Polster abzusaugen, Dinge im Tiefkühler zu parken und den Rest mit Hygiene-Waschmittel zu waschen. Und dann begann ich wieder von Vorne.

Schwupps, verging die 2. Woche, in der ich nix von mir hören lassen sollte…

MiniSchnecke krank

In der 3. Woche erkrankte die MiniSchnecke: Sie musste spucken. Bis zur Galle. Es war wirklich heftig. So, dass Papa Schulze des Nachts neben ihr kampierte und unser Familienalltag still stand- die Waschmaschine mal ausgenommen. Und wir so richtig merkten: Der Alltag läuft, wir bekommen das hin mit 3 Kindern. Ist aber eines der Kinder krank, knarzt es im Gebälk. Und da zählte natürlich ausschließlich die Familie. Ans Schreiben dachte ich überhaupt nicht.

Und die 3. Woche verging, in der ich nix von mir hören lassen sollte.

Schneckerich und Papa Schulze krank

Mit Beginn der 4. Woche streckte es erst den Schneckerich und dann unmittelbar Papa Schulze nieder: Zunächste musste der Kleine zum ersten Mal in seinem Leben spucken (und er wusste gar nicht, wie ihm geschah), dann begann Papa Schulze einige Stunden danach (er hatte einiges von dem Mageninhalt des Kleinen abbekommen und das rächte sich sofort). Beide Männer der Familie waren krank. Zum Glück waren meine Eltern vor Ort und wir konnten die Schnecken bei ihnen unterbringen, damit sie sich nicht (wieder) anstecken. Bei Papa Schulze war es kurz und heftig, wobei er den Virus noch ein paar Tage stark spüren sollte, beim Schneckerich schien es zunächst, als würde es ihm stetig besser gehen. Doch dann kam einen Tag später plötzlich Durchfall hinzu- und es ging ihm sofort so schlecht, dass er nur noch weinte und schrie. Natürlich passierte dies abends und unsere Kinderärztin war nicht mehr erreichbar. Wir packten den kleinen Mann kurzerhand ins Auto und fuhren in die Kinderklinik. Dort wurde er direkt stationär aufgenommen: zu hoher Flüssigkeitsverlust.

Ich blieb bei ihm.

Ich hielt seine Hand, während er Blut abgenommen bekam.

Ich tröstete ihn, während er einen Zugang für den Tropf gelegt bekam- erst an der Hand, dann zwei Mal hintereinander am Kopf.

Ich versprach, die ganze Zeit bei ihm zu bleiben.

Ich beruhigte ihn, wenn er wieder spucken musste oder Durchfall hatte.

Ich streichelte ihn in den Schlaf, als er von den piependen Geräten (Tropf & Vitalfunktionen) geweckt wurde.

Ich fütterte ihn wie ein kleines Vögelchen und gab ihm wieder löffelchenweise zu trinken.

Ich sang ihm vor, erzählte ihm Geschichten oder hielt ihn einfach nur ihm Arm.

3 Tage lang. Dann durften wir wieder nach Hause. Ans Schreiben hier auf dem Blog dachte ich in keiner Minute. Familie geht vor. Immer.

Und so verging die 4. Woche, in der ich nix von mir hören lassen sollte. 

Famile

Im Krankenhausbettchen mit dem heißteliebten Tiger-Kuscheltier

Familie

Händchenhalten zum Einschlafen

Familie

Zugang am Kopf

2 Kommentare

  1. Marion Protzner sagt

    Liebe Jusu, wenn ich das so lese wie eure letzten Wochen waren fühle ich mit dir. Da habt ihr ja eine aufregende Zeit hinter euch. Dass du in dieser Zeit nicht gebloggt hast ist wohl selbstverständlich.
    Ich wünsche euch alles Liebe und dass ihr alle fit und munter bleibt. GlG Marion

  2. JuSchu sagt

    Liebe Jusu,

    Irgendsowas dachte ich mir schon bei Dir, da ich immer gerne Deine neuesten Neuigkeiten lese. So können Familienurlaube aussehen- ich hab drei Geschwister;-)
    Besonders gerne lese ich aber auch von Dir, da ich hoffe, dass Dein MRT so gut war wie es bei meinem war!
    Viel Kraft und Nerven wünsche ich Dir weiterhin!

    Meine Nerven liegen aktuell etwas blank, da am Samstag unser Hausbau beginnt…
    Viele Grüße, Juliane

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