Erfahrung, Mama, MaxiSchnecke
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Erste Abschiede

Die ersten Tage, Wochen, Monate und Jahre geht es für uns Eltern erst mal nur darum, das eigene Kind kennen zu lernen. Mitzubekommen, welche Fortschritte es macht. Wie es einen zum ersten Mal richtig anschaut. Wie es zum ersten Mal lacht, greift oder sich dreht. Wie es zum ersten Mal „Mama“ oder „Papa“ sagt und, wie es uns zum ersten Mal um den Hals fällt. Auch wir Eltern erleben viele Momente zum ersten Mal für uns selbst. Zum Beispiel zum ersten Mal für ein kleines Menschenkind verantwortlich zu sein, oder, zum ersten Mal ein Kind durch Fieber begleiten zu müssen. Und wir erleben zum ersten Mal diese bedingungslose Liebe.

Mama

Fotocredits: Katrin Schander

Dann beginnt das Kind, seinen eigenen Willen zu entwickeln und wir lernen es immer genauer kennen. Es gibt weitere erste Male: der erste richtige Streit, die erste richtige Diskussion, die erste richtige Unterhaltung. Das Kind entwickelt seine Eigenarten, seinen Charakter. Und wir lernen es immer und immer wieder neu kennen. Seinen Humor, wie es sich verhält, wenn es traurig ist, was ihm dann hilft. Wie man es überzeugen kann.

Kennenlernen

Alles ist immer und immer wieder neu. Vergleichbar mit dem Kennenlernen. Und durch diese ganze Zeit ist man als Elter der Fels in der Brandung. Der Richtungsgeber. Eine Umarmung kann einen Streit verpuffen lassen. Kuscheln hilft bei schlechter Laune. Zusammen singen lässt andere trübe Gedanken verfliegen.

Dann, dann kommt der Tag, an dem das Kind vor seinen Freunden keinen Abschiedskuss mehr von Mama oder Papa haben möchte. Und irgendwann ist es bereit, alleine mit den anderen Kindern den Kilomter zur Schule zu laufen, ganz ohne Mama oder Papa. Dann regelt es seine Angelegenheiten in der Schule alleine und erzählt davon nur noch einen Bruchteil zu Hause. Bei schlechter Laune hilft kein Kuscheln mehr, sondern das Problem will besprochen werden. Auch ein einfaches „Mach das jetzt!“, wird nicht mehr so einfach hingenommen, sondern es wird ausdiskutiert.

Fotocredits: Katrin Schander

Erste Abschiede

Und Mama oder Papa realisieren, dass nun eine neue Zeit begonnen hat. Die Zeit der ersten Abschiede. Vielleicht kleine Abschiede, aber es sind Abschiede. Erste Abschiede. Diese erste Zeit des Kennenlernens ist definitiv vorbei. Dieses kleine Kind wird nie wieder seinen Schutz in Mamas oder Papas Armen suchen und dann alles wieder vergessen, es wird nie wieder ausreichen, es stundenlang in den Armen zu wiegen, damit es glücklich ist.

Manchmal ist das hart. Denn die Zeit rinnt unermüdlich. Sekunde für Sekunde, Minute für Minute. Daraus werden Tage, die Wochen fliegen nur so vorbei- und plötzlich ist ein weiteres Jahr vergangen.

Airbnb

Fotocredits: Katrin Schander

Natürlich sind in diesen ersten Abschieden auch wieder Momente des Kennenlernens enthalten. Denn das Kind wächst und entwickelt sich weiter. Es ist bereit für das, was da kommt und kann es oft gar nicht erwarten. Und wir Eltern begehen neue erste Momente mit unseren Kindern gemeinsam.

Nur manchmal, ganz manchmal geht mir persönlich das alles viel zu schnell. Denn aus den ersten Abschieden werden endgültige Abschiede. Die Welt dreht sich unermüdlich weiter. Und ich denke mit Wehmut an die Zeit des Kennenlernens zurück- und freue mich gleichzeitg darauf, was da noch kommt. Mit ein, zwei und drei Kindern.

Wie geht es Euch damit? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare <3

3 Kommentare

  1. Jessica sagt

    Mmh, man muß sich halt immerwieder vor Augen halten das es halt so ist. Mein großer wird am 13. schon 18. er hat ab August endlich einen Ausbildungsplatz. Er hat sich so gefreut. Er macht gerade Führerschein Auto und Motorrad. Und für die Ausbildung auch noch Gabelstapler. Oh, man und das hat sich alles in den letzten 8 Wochen alles so ergeben. Aber man muß sich mit den Kindern über jeden Schritt freuen.
    Meine Tochter ist 15 und macht auch schon Führerschein für Motorrad.
    Tja wie die Zeit verfliegt. Aber ich freu mich das es so ist wie es ist.

  2. Liebe Jessica, im Grunde genommen bin ich ja auch dankbar, denn ich darf meine Kinder auf diesem Weg begleiten. Es gibt ja leider zu oft auch Fälle, bei denen das nicht möglich ist. Daher hast Du Recht: Man muss sich mit den Kindern über jeden Schritt freuen. Dir alles Liebe, JuSu

  3. Pingback: #wmdedgt 07/18 - Mama Schulze

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