Mama-Blog, MaxiSchnecke
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Endlich Seepferdchen

Gestern war so ein Tag, an dem ich vor Stolz für meine MaxiSchnecke hätte platzen können. Am liebsten wäre ich permanent mit einem großen Winkehandschuh neben ihr gestanden und hätte auf sie gezeigt. Begleitet von einem wilden Gehüpfe und breiten Grinsen. Untermalt mit den Worten: „Sie hat es geschafft! Ein Jahr lang hat sie sich da durchgebissen. Und jetzt hat sie es geschafft. Meine Maxi hat ihr Seepferdchen.“

Im Mai 2016 hatte ich Maxi für einen Seepferdchen-Kurs im örtlichen Freibad angemeldet. Leider war im Mai mehr als bescheidenes Wetter und Maxi stand zwei Mal wöchentlich zitternd am Beckenrand und wollte gar nicht rein ins Wasser. Es war ihr zu kalt. Und da begang ich einen großen Fehler: Ich sagte ihr, sie solle den „Boppes“ zusammenkneifen und sich nicht so anstellen. Ja, dafür schäme ich mich immer noch. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich das getan habe. Total Plemm-Plemm!

In der Folge wollte Maxi gar nicht mehr ins Wasser. Sie schrie, sie hatte Angst sie klammerte sich an mich am Beckenrand und weigerte sich, überhaupt noch einen Fuß ins Wasser zu setzen. Auch das Duschen oder Baden zu Hause wurde zur großen Geduldsprobe. Sie wollte nicht mehr ins Wasser, sie wollte kein Wasser am Kopf, sie hatte nur noch Angst.

In kleinen Schritten halfen wir ihr heraus aus ihrer Angst. Stück für Stück. Irgendwann klappte das Baden und Duschen endlich wieder und sie hatte keine Angst mehr, wenn es ans Haare Waschen ging. Wir starteten einen neuen Schwimmkurs im Winter bei uns in der Nähe. Dort traute sie sich irgendwann sogar, ins Wasser zu springen. Aber dann wurde sie krank. Eine Woche verging und sie musste den Kurs aussetzen, dann noch eine. Und als sie dann wieder gehen konnte, traute sie sich wieder nicht, vom Beckenrand zu springen. Dann wurde es wieder besser. Und Maxi wieder krank. So durchliefen wir diesen Kreislauf mehrere Male.

Im Frühjar beschlossen wir, dass Papa Schulze mit ihr an jedem Wochenende ins Schwimmbad gehen würde. Sozusagen als Papa-Tochter-Zeit. Papa Schulze hat viel Geduld und ist von uns beiden für diesen Job der Geeignetere. Maxi genoss diese Zeit und traute sich immer mehr. Zu Beginn ging sie nur mit Schwimmringen und Schwimmgürtel ins Wasser. Dann irgendwann traute sie sich, die Schwimmringe wegzulassen. Sie wurde immer sicherer. Woche für Woche.

Wir fuhren in den Sommerurlaub. Und Maxi war im Wasser gar nicht mehr aufzuhalten. Sie sprang rein ins Wasser, sie tauchte, sie blubberte, sie lachte, sie spritzte ihre kleine Schwester nass… und wollte gar nicht mehr raus aus dem Wasser. Sie traute sich, im Nichtschwimmerbecken ohne Schwimmhilfe zu planschen.

Dann, nach unserem Sommerurlaub, kamen Papa Schulze und Maxi von ihrem wöchentlichen Schwimmbadbesuch nach Hause und Maxi erzählte stolz, dass sie geschwommen sei. Ganz ohne Schwimmhilfe. Sie war so unglaublich stolz und wollte es mir direkt zeigen. Also ging ich mit ihr ins Freibad. Dort trafen wir eine andere Kitamama, die mir sagte, dass Maxi ein paar Stunden vom Ferienschwimmkurs ihres Sohnes übernehmen könne.

Am Donnerstag stand bei 15 Grad und Regen die nächste Schwimmstunde im Freibad an. Brrrr. Maxi wollte bei dem Wetter nicht ins Freibad: „Mama, nein, das ist so kalt. Ich will nicht ins Wasser.“ Also verhandelte ich mit ihr: „Maxi, wenn Du gehst, dann gehe ich auch. Ich verspreche Dir das. Und hinterher spendiere ich Dir ein großes Stück Kuchen.“ Maxi ließ sich auf den Deal ein. Übrigens, bei 15 Grad und Regen ist so ein beheiztes Freibad richtig warm…

Und während ich meine ersten Bahnen quasi alleine im Schwimmerbecken zog, beobachtete ich Maxi aus den Augenwinkeln. Sie sprang ins Wasser, schwamm los, ohne Hilfe, ohne Festhalten. Die Schwimmlehrerin jubelte. Maxi kletterte aus dem Wasser und rannte schnell zum Nichtschwimmerbecken. Nach ein paar Minuten hörte ich Maxi jubeln. Dann fliltzte sie aufgeregt zu mir an den Beckenrand und rief: „Mama, ich habe mein Seepferdchen.“

Seepferdchen

Wirklich, ich hatte Tränen in den Augen. Papa Schulze übrigens auch, als wir nach Hause kamen. Mit Kuchen für alle.

Ein Jahr lang hat sich meine Große durchgebissen. Sie hatte Angst vor dem Wasser, sie war einfach noch nicht so weit. Aber sie hat ihre Angst besiegt und sich durchgebissen. Und das macht mich unheimlich stolz.

Wie war das bei Euren Kindern?

 

3 Kommentare

  1. Uta von www.berlondon-mama.de sagt

    Herzlichen Glückwunsch! Das freut mich für euch!

    Ich hoffe wir haben am Ende unser Ferien auch die Chance irgendwo in einen Schwimmkurs zu rutschen. Meine fast 7-Jährige geht nämlich in London seit 3 Jahren zum Schwimmen und sie schwimmt noch immer nicht sicher, weil sie ihr als erstes Rückenschwimmen und nun Kraulen beibringen. Keine sinnvolle Schwimmtechnik um sich „sicher“ zu fühlen und hier im See in Italien bei leichtem Wellengang geht sie ausschließlich mit Schwimmhilfen baden.

    Das ist langsam echt nervig! Brustschwimmen soll dann irgendwann in Stage 5 kommen! Und wir haben bei Stage 1 angefangen und ja, im Pool kann sie eine Länge Schwimmen, aber das wars dann auch schon! Andere Länder andere Sitten…

    Liebe Grüße,
    Uta

    • Liebe Uta, OMG! Das ist ja echt ein riesiger Unterschied zu Deutschland- das hätte ich nicht gedacht. Ich drücke Euch die Daumen, LG JuSu

  2. Prima, Maxi. 🙂
    Jetzt ist sie ein riiiiichtiges Schulkind. Ganz toll, dass sie es geschafft hat und da dürft ihr auch wirklich stolz sein 🙂
    Ich drücke die süße Maus gedanklich

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