Einschulung 2107, Mama-Blog
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Einschulung 2017: der erste Schultag

Nun ist er vorbei, der erste Schultag. Sogar schon der zweite. Aber ich brauchte ein wenig, um das alles sacken zu lassen. Denn dieser erste Schultag war auch für mich ganz speziell und mit vielen Emotionen gespickt.

Am Tag vor dem D-Day reiste Oma Schulze No.1 extra an, um die Einschulung von Maxi mitzuerleben. Sie bestaunte den Schulranzen und die Schultüte und hatte viele Geschenke (auch für Mini im Gepäck). Abends grillten wir gemeinsam mit Opa und Oma Schulze No. 2 bei uns im Garten und ließen den Abend ausklingen.

Der erste Schultag

Entgegen meiner Befürchtungen schliefen die Schnecken in der Nacht vor der Einschulung sehr gut und lange. Und der Schneckerich so richtig lange. So, dass wir uns am Ende sogar ein wenig beeilen mussten, um rechtzeitig in der Grundschule zu sein.

Maxi lief stolz mit Schulranzen und Schultüte zur Schule. Und ich? Hatte ich im Vorfeld doch so Angst davor, schon den ganzen Morgen vor Rührung weinen zu müssen, hatte ich dann in dem ganzen Trubel mit Familie und Kindern gar keine Zeit dazu.

der erste Schultag

In der vollen Aula der Grundschule angekommen, kümmerte ich mich abwechselnd mit allen Familienmitgliedern um den Schneckerich, machte Fotos von Maxi in der ersten Reihe, begrüßte andere Eltern, winkte Mini, die auf den Knien ihrer Oma rumturnte, schaute mich um, ließ alles auf mich wirken, besorgte mir Wasser zum Trinken, schob den Kleinen im Kinderwagen umher, da er müde wurde, suchte mir wegen der Hitze ein kühleres und zugiges Plätzchen- und schwupps war die Begrüßung der Grundschulkinder schon vorbei und sie zogen in ihre Klassen. Wir warteten auf dem Schulhof auf unsere Kinder, Mini plünderte mit anderen Geschwisterkindern ihre Geschwistertüten, und wir Erwachsenen unterhielten uns. Auch hier hatte ich gar nicht so richtig Zeit zum Nachdenken und schon kamen die Erstklässler wieder aus der Schule.

Danach gingen wir noch einmal in den alten Kindergarten, um die Schltüte zu zeigen und in den Hort, um den Stundenplan abzugeben und machten uns mit allen Familienmitgliedern auf den Weg nach Hause, um gemeinsam Mittag zu essen. Maxi berichtete aufgeregt, was sie alles in der Schule erlebt hatte und machte sich – endlich – über ihre Schultüte her.

Tränen

Irgendwann gingen dann die Großeltern und es kehrte Ruhe in unseren Hause ein. Ich schaute mir den Stundenplan von Maxi an und begann, schon einmal ihren Ranzen für den nächsten Tag zu packen. Und dann kamen sie, die Tränen. Ich konnte gar nicht mehr aufhören. Mein Baby ist jetzt groß. Ich versuchte mich, wie schon in den vergangenen Tagen, an alle diese großen, vergangenen Momente zurückzuerinnern. Und konnte es wieder nicht fassen, dass so viele Momente schon vorbei sind: die ersten Schritte, die ersten Worte, der erste Tag in der Kita, die erste Geburtstagseinladung, die ersten Freundschaften, usw. Und, dass wir bereits mittendrin in so vielen kleine Abschieden sind.

Währenddessen kamen einige unserer Nachbarinnen vorbei und brachten Geschenke für Maxi zur Einschulung vorbei (und auch für mich, denn ich hatte auch noch Geburtstag) und auch bei ihnen musste ich immer wieder weinen. Ein ganz komischer, surrealer Zustand war das. Abends konnte ich mich dann gar nicht richtig entspannen. Später lag ich noch Ewigkeiten wach in meinem Bett.

Der zweite Schultag

Schwupps, war auch schon der zweite Schultag von Maxi angebrochen. Obwohl ich sehr spät eingeschlafen war, war ich schon früh wach und etwas aufgeregt, ob wir es überhaupt rechtzeitig zur Schule schaffen würden. Aber Maxi sprang nach einem kurzen Grummeln quasi aus dem Bett und war so schnell angezogen wie noch nie. Alles klappte problemlos- bis darauf, dass Papa Schulze, Mini und der Schneckerich leider heute krank waren.

Maxi kam rechtzeitig zur Schule- der erste Teil war geschafft. Als ihr Unterricht zu Ende war, musste ich an sie denken und hatte das Handy griffbereit, falls der Hort anrufen würde, da Maxi nicht angekommen sei. Das ist zwar mehr als unwahrscheinlich, da die Kinder vom Hort abgeholt werden, aber – na ja – Mama kann halt nicht aus ihrer Haut heraus, ne?!

Als ich dann zum Hort ging, um meine Große abzuholen, musste ich mich kurz vorher „zusammenreißen“ und tief durchatmen. Ich spürte, wie mir die Tränen hochkamen. Und ich wollte Maxi nicht unter Tränen abholen. Ich war gleichzeitig unglaublich gespannt, wie er erste Schultag bei ihr war, wie es ihr ging, und wieder unglaublich gerührt, dass ich nun an der Kita vorbeilief, um meine große Tochter im Hort abzuholen. Das erschien mir so surreal.

Und meine Große? Sprang fröhlich im Hort herum, hatte schon neue Freundschaften geschlossen, mit denen sie am liebsten direkt noch weitergespielt hätte und daher nicht mit mir mitgehen wollte. Die Erzieherin berichtete mir, dass alles super gelaufen und Maxi sehr selbständig war. Auch ihre erste kleine Hausaufgabe hatte sie bereits erledigt. Auf meine Fragen kamen kurze und knappe Antworten, als wäre sie schon eeeewig ein Schulkind. Quasi ein alter Hase. Nach und nach bekam ich aber sogar einige Details aus ihr heraus.

Sie freut sich schon unglaublich auf den dritten Schultag, an dem ich sie – großes Ehrenwort – später aus dem Hort abholen werde.

Und ich? Ich bin glücklich, dass der erste richtige Schultag gut gelaufen ist. Aber ich gebe es mit einem kleinen Tränchen zu:

Ich muss selbst noch etwas reinwachsen in dieses neue Leben als Schulkind-Mama.

Für den Start und zum Geburtstag hatte mir meine Freundin übrigens eine Schultüte geschickt. Und die kam genau richtig.

der erste Schultag

1 Kommentare

  1. Juliane sagt

    Ich bin so glücklich, dass ich deinen Blog entdeckt habe – du schreibst mir aus der Seele! Meine Große (auch die Älteste von dreien) ist ja nur eine Woche vor deiner Maxi eingeschult. Und ich kann es kaum fassen, wie souverän sie das alles meistert. Wie du auch schreibst, merke ich gerade, dass die größere Aufgabe ist, meine eigene Rolle zu finden, ich tu mich viel schwerer, als meine Tochter es tut… Ich habe das Gefühl, ich stehe nur daneben, möchte aber so gern viel mehr begleiten und „helfen“, unterstützen. Ich muss wohl langsam einsehen, dass sie das sehr gut alles allein meistert und meine Rolle ist, hier zu Hause ihr das sichere und stabile Umfeld zu bieten, wenn sich alles andere schon ändert für sie…

    Heute morgen habe ich sie das erste mal (an Schultag 9) nur über die große Hauptstraße gebracht und sie den Rest des Weges allein mit dem Roller fahren lassen. Sie wollte es unbedingt allein machen („Mama, vertrau mir, ich kenne den Weg und ich passe gut auf!“). Ich stand da und habe ihr hinterhergeschaut, und mein Herz war so schwer – aber auch so prall gefüllt vor Stolz. Eine Gefühlsachterbahn!

    Was mir auch so fehlt, sind die „Tür-und-Angel-Gespräche“ im Kindergarten: „Wie war ihr Tag?“, „War etwas Besonderes?“… Die Klassenlehrerin sehe ich ja nie. Wenn ich sie aus dem Hort hole, ist die schon nicht mehr da. Und die Horterzieher sind immer so entspannt und „wortkarg“ (weil es ja auch nichts zu berichten gibt), sie ist groß und kann es mir selbst erzählen. Da bin ich wieder bei dem Punkt, dass es MIR schwerfällt, loszulassen. Für meine Große ist das selbstverständlich…

    Ich schicke liebe Grüße!

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