Blogparade, Geschwisterliebe, Mama-Meinung, Mutterliebe
Kommentare 6

Auswertung Blogparade #MehralsChaos

ja, Ende Dezember 2014 haben Séverine vom Blog Mama on the Rocks und ich uns gefragt, welche Vorteile es gibt, wenn man 2 oder mehr Kinder hat. Vorausgegangen war eine kleine Diskussion auf Twitter, in der es darum ging, dass 2 Kinder super anstrengend sind. Das führte zu der Frage, ob es denn nicht auch Positives zu berichten gibt?! Denn schließlich wollen wir unsere Kinder nicht mehr missen und schmelzen bei ihrem Anblick regelmäßig dahin. So kam es zur Blogparade #Mehralschaos. Séverine und ich haben jeweils beide eine Menge Vorteile in mehr als einem Kind gesehen und die Elterbloggergemeinde dazu aufgerufen, einen Monat lang ihre Gedanken dazu mit uns zu teilen. Hier geht es zu den entsprechenden Blogposts von Séverine und von mir. Beide haben wir zahlreiche Vorteile gesehen. Meine Bloggerkollegin wie immer mit einer gehörigen Portion Humor. Bei mir ging es explizit um das Positive bei einem sehr geringen Altersabstand der Kinder.

Insgesamt war die Resonanz enorm! Ganze 30 Beiträge sind zusammengekommen! WOW!

Dafür möchten wir uns zunächst einmal bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bedanken! Das hat richtig Spaß gemacht! Im Folgenden kommt nun mein Teil der Auswertung dieser Beiträge, die Séverine und ich uns aufgrund der Vielzahl aufgeteilt haben. Ihren Teil findet Ihr natürlich auf ihrem Blog Mama on the Rocks.

Emotionale Verbundenheit 
Ich bin als Einzelkind aufgewachsen und habe ein Geschwisterkind immer vermisst. Denn Geschwister sind ein Leben lang verbunden. Mag man Streit im Kindergarten oder in der Schule mit seinen Freunden haben und dann nicht mehr mit ihnen sprechen, muss man sich zu Hause mit den Geschwistern irgendwie wieder zusammenreißen. Schließlich sieht man sich täglich. Darüber hinaus hat man gegenüber den Eltern Verstärkung und ist im Streit mit ihnen wiederum nicht alleine. Anja vom Blog „Kellerbande mit Herz und Seele hat über die Nähe zwischen ihrem Räuber und ihrem Junikäfer geschrieben, die gerne Eskimoküsse tauschen. Denn auch, wenn das ältere Geschwisterkind, der Räuber, mit dem kleineren Junikäfer noch nicht sooo viel spielen kann, ist sie da, diese emotionale Verbundenheit.

Doppelte Liebe
Als Marsha von Mutter & Söhnchen mit ihrem zweiten Sohn schwanger war, fragte sie ihren Papa, warum sie eigentlich Einzelkind sei. Er antwortete ihr, dass er sich damals einfach nicht vorstellen konnte, noch ein Kind so zu lieben wie sie. Was für eine herzerweichende Antwort! Auch sie trieb diese Sorge in der zweiten Schwangerschaft um. Heute weiß sie: „Die Liebe halbiert sich nämlich nicht oder teilt sich auf. Sie verdoppelt sich und wächst mit jedem Tag mehr. Bei beiden Kindern.“

Grummelmama trifft den Nagel direkt zu Beginn auf den Kopf: „Muss man mehr als ein Kind haben? Nein, aber man solle“. Sie gibt zu, dass auch sie riesige Monsterängste in der zweiten Schwangerschaft plagten, ob sie das alles schaffen würde. Aber sie hat es geschafft und beantwortet ebenfalls die Frage aller Mamafragen: „Ja. Man KANN auch das zweite Kind genauso lieben wie das Erste – und zwar ganz ohne das erste Kind dadurch weniger zu lieben. Es ist verrückt. Aber das zweite Kind wird einfach mit seiner eigenen Extraportion Liebe geliefert. All inclusive. Und das ist dann doch auch irgendwie alles, was zählt.“

Auch alle anderen Teilnehmer der Blogparade beschreiben in ihren Artikel diese Liebe, die einfach mehr wird und unendlich glücklich macht.

Pflegeleichter

Da es bei uns eben nicht so war, bin ich sehr froh, dass Sarah vom Blog „Mamaskind“, Tanja vom Blog „Tafjora – eine deutsche Familie in Frankreich“ und Jule von „Jule’s Familienblog“ es besonders in ihren Beiträgen betonen: Ihre zweiten Kinder waren beide pflegeleichter als die ersten. Obwohl Sarah und ihr Mann sich aufgrund ihrer Erfahrungen mit dem ersten Kind beim zweiten vorsorglich schon einmal auf stundenlanges Umhertragen einstellten, passierte das gerade nicht. Ihr kleiner Sohn stellte sich als „Einsteigerbaby“ heraus.
Tanja hatte sich ebenfalls bereits mental auf Koliken, die sie von ihrem ersten Sohn kannte, vorbereitet. Aber auch diese ließen auf sich warten – zum Glück! Sie beschreibt die harmonische erste Zeit und wie ihr Kleiner, ganz im Gegensatz zum Großen, quasi überall schlief und ließ sich gerne im Tragetuch umhertragen.
Jule ist der Überzeugung, dass das damit zusammenhängt, dass „man beim zweiten Kind deutlich relaxter ist. Wir haben schließlich schon eins „groß“ gekriegt, warum sollte es nicht nochmal klappen.“

Schöne Unterschiede

Die Frühlingskindermama beschreibt in ihrem Blogpost unter anderem den für sie schönsten Aspekt daran, zwei Kinder zu haben: „(…) die Unterschiedlichkeit der Kinder bei nahezu identischen Voraussetzungen und Input. An meinen Kindern sehe ich jeden Tag, wie verschieden sie sind. Schon als Babys konnte man ihre Charaktere erkennen und jeden Tag lernt man neue Wissensaspekte dazu.“ Recht hat sie, das ist wirklich wundervoll, denn „An Geschwisterkindern sieht man auch, wie wenig die Grundcharakterzüge eigentlich beeinflussbar sind und, dass man als Eltern vor allem die Aufgabe hat, die Kinder in ihrer jeweiligen individuellen Disposition zu begleiten und zu unterstützen.“

Praktische Vorteile

Sei es nun die Kleidung, die weitergegeben wird, der Spielpartner, der immer zur Stelle ist, die Frühförderung, die vom großen Geschwisterkind übernommen wird oder die Streitkultur, die von Beginn an übermittelt wird: Diese praktischen Vorteile sehen nahezu alle Blogger.

Bei Saliema gibt es darüber hinaus eine Besonderheit: Bei ihr sind das zweite Kind Zwillinge, wobei zwischen den 3 Kindern 9 Jahre Altersunterschied liegen. Daher ist sie glücklich darüber, dass die ‚Nachzügler‘ Zwillinge sind, denn so haben sie sich immer als Spielpartner. Denn verständlicherweise kann die Große mit ihren mittlerweile 13 Jahren manchmal nichts mit den Spielereien der 4jährigen anfangen, auch wenn sie die Zwillinge abgöttisch liebt.

Katharina vom Blog „Mamas Mäuse“ hat insgesamt 10 dieser Vorteile zusammengetragen. Als ihre Tochter aus dem „Gröbsten heraus war“, fehlte ihr mit der Zeit ein Baby im Haus. Obwohl sie nach der ersten Geburt überzeugt gewesen war, nicht ein weiteres Kind haben zu wollen. Die Sehnsucht nach einem weiteren Minimenschlein wurde größer und größer und schließlich wurde sie wieder schwanger. Bereut hat sie das bis heute nicht: „Meine Familie ist mehr als Chaos! Sie ist unbezahlbar, sie ist bunt, sie ist laut, sie voller Liebe“ Ich möchte meine Familie (mein Herz, mein Leben) um nix in der Welt eintauschen!“

Ich kann mich noch erinnern, wie hier auf dem Blog über die Geburt von MiniSchnecke berichtete (hier geht’s lang) und Miriam vom Blog „Themama“ noch als Einfachmama kommentierte, dass sie sich, falls sie einmal ein zweites Kind haben sollte, rechtzeitig zur Geburt ins Krankenhaus begeben würde. Meine zweite Geburt war nämlich etwas rasant. Genau zwei Jahre später hat Miriam als 2fach-Mama ebenfalls an dieser Blogparade teilgenommen und zählt eine Menge praktische (Herzens-) Vorteile auf und betont: „Leute habt unbedingt mindestens zwei Kinder! Doppelt hält besser. Ja, es ist anstrengend – das wissen wir bereits. Aber vielmehr ist ein zweites Kind eine Bereicherung für das Geschwisterchen und für die ganze Familie.“ Sie will für die Zukunft auch ein drittes Kind genau aus diesen Gründen nicht ausschließen…

Immer was los

Paula alias bleibCOOLmami hat den Spieß umgedreht und einfach mal ihre beiden Zwillingssöhne ‚aufschreiben lassen‘, was so toll daran ist, dass sie sich als Geschwister haben. Herausgekommen ist ein wirklich lustiger Dialog zwischen den Jungs: „Versöhnung (…). Ja, das ist ein Vorteil. Wir lernen prima, wie man miteinander umgeht. (…) Von mir kannst Du so einiges lernen. (…) So wie gestern, als du mir gezeigt hast, wie man die Terrassentür öffnet und wir sie bei minus neun Grad nicht mehr zubekommen haben. (…)“ So geht es munter weiter. Und sie kommen zu dem Schluss: „So viele Vorteile für uns. Das ist toll.“

Jennifer vom Blog „Flavius und Brutus“ ist ebenfalls Zwillingsmama und kennt diese Vorteile. Aber das Dasein als Zwillingsmama birgt auch für sie selbst immense Vorteile. So machst sie sich zum Beispiel weniger Sorgen um ihre Kinder, weil sie schlichtweg keine Zeit dafür hat. Und dick wird sie auch nicht, denn sie muss alles mit ihnen teilen- und wenn es nur der Milchschaum auf ihrem Kaffee ist. Aber, Spaß beiseite, Jennifer zählt darüber hinaus ebenfalls die „Schmalzpunkte“ auf: „Wenn sie sich angucken und sich schlapplachen, weil sie sich einen Witz eingebildet haben. Wenn einer den anderen auf dem Bobbycar durch den Flur schiebt. Wenn sie sich gegenseitig füttern (…)“.

Kerstin vom Blog „chaoshoch2“ ist die vierte Zwillingsmama, die an unserer Blogparade teilgenommen hat. Sie hat 10 Gründe zusammengeschrieben, warum zwei Kinder doppelt so lustig sind als eins. Zum Beispiel: „Zwillinge beugen Langeweile und Müßiggang vor“, „Einzelkinder kommen nur auf halb so viele dumme Ideen“ oder „Gemeinsam lässt sich Überzahl herstellen“. Ich musste wirklich lachen, als ich ihre Gründe gelesen habe. Alle Zwillingseltern haben meinen tiefsten Respekt. Aber, dass es auch einfach wunderschön ist, eine doppelte Mama zu sein, zeigt Kerstin dadurch, dass sie mittlerweile mit dem dritten Kind schwanger ist…

Die Schreiberin des Blogs „Ich und die Drei“ ist wie der Titel schon erahnen lässt 3fach-Mama. Und zwar von drei Kindern im Alter zwischen 4 Jahren und 8 Monaten. Warum tut sie sich diesen Stress an?, mag der/die eine oder andere sich fragen. Sie selbst liefert die Antwort in ihrem Artikel: „Um ehrlich zu sein, ist es am Schluss einfach eine mathematische Formel! Eins plus eins gibt zwei und noch eins gibt dann drei! Dreimal Glück, dreimal Arbeit, dreimal schimpfen, dreimal lachen, von allem einfach mehr und es ist auch bei drei Kindern bereits eine logistische Meisterleistung z.B. in den Skiurlaub zu fahren! Socken, Handschuhe, Mützen von allem sehr viele Dinge, die mit müssen, aber ich hätte heute ein schlechtes Gewissen, hätte ich meinen Kindern Geschwister vorenthalten.“

Wir sind (anders) Familie

JesSi vom Blog „feierun“ hat im Rahmen unserer Blogparade von ihrer ganz besonderen Situation berichtet. Denn ihr zweites Kind ist das größere. Das große Kind kam zu ihrer Familie, als es bereits 15 Jahre alt war. Anfängliche Fragen, die sie begleiteten, lauteten: „Soll der Junge bei uns bleiben? Kann er bleiben? Kann ich das? Können wir das? Klappt das? Was sagt die Motte dazu? Wie hart wird der Kampf? Wie lange wird es dauern und wie krass wird es werden?“ Doch vieles ergab sich von alleine, andere Fragen kamen im Alltag gar nicht erst auf, neue kamen hinzu. Ihr jüngeres Kind, „die Motte“ schloss ihren großen Bruder sofort ins Herz. Und schnell war klar: Alle wollen, dass der große Bruder bleibt! Auch wenn das ein harter Kampf und langer Weg war, leben sie nun zusammen und JesSi sieht auch in dieser, etwas anderen Lebensfor, nur positive Aspekte: „Meine Familie ist mehr als Chaos, sie ist laut, leise, bunt, lustig, traurig, spannend, großartig, zum Haare raufen, sie ist was sie ist – sie ist WIR, sie ist FAMILIE mit jedem einzelnen Mitglied!!!“

Kai vom Blog „daddylicous“ beschreibt in seinem Artikel, wie er Patchwork-Papa wurde. Er ist der einzige Papa, der an unserer Blogparade teilgenommen hat. Und natürlich freuen wir uns über die Vätersicht! Als Kai seine Frau kennenlernte, brachte sie bereits zwei Kinder mit in die Beziehung. Die Patchworkfamilie lief von Anfang an gut: „Die damals noch kleineren Großen haben mir nie die Tür zugemacht und ich habe meinerseits nie versucht, Ihnen einen neuen Vater überzustülpen. Sie hatte und haben einen Vater, der seine Rolle voll erfüllt und ich bin ganz einfach ihr Kai geworden.“ Kai beschreibt, dass er den Wunsch, ein eigenes Kind zu haben, nie abstellen konnte. Seine Frau und ihn begleiteten aber auch Sorgen, wie die bereits bestehenden Kinder mit einem neuen Familienmitglied klarkommen würden. „Aus eigener Erfahrung wusste meine Frau allerdings, dass so ein Patchwork-Nachzügler für alle, und damit auch die Familie als Ganzes, eine wundervolle Bereicherung sein kann. Sie hat selber mit 16 von ihrer Mutter und dem Patchworkdad noch einen kleinen Bruder an die gesetzt bekommen. Ein Glücksfall für alle und er ist der Kleister zwischen all den Patchworkstücken geworden.“ Heute ist die gemeinsame Tochter zweieinhalb Jahre alt und er ist der Meinung: „Wir haben alle eine intensive Bindung und das Gefühl, eine tolle Familie zu sein mit einem modernen Modell, welches natürlich auch seine Schwierigkeiten mit sich bring. (…) Ich habe die Entscheidung zu einem weiteren Kind und meinem ersten, nie bereut und daher bin ich, der selbst mit noch zwei Brüdern aufgewachsen ist, großer Fan von Familien mit mehr als einem Kind.

Das Allerbeste

Linda, die Schreiberin des Blogs „Auftragsmama“  zieht in ihrem Artikel noch einmal ein Fazit für sich selbst und kommt zu dem Schluss: „Die positiven Elemente überwiegen – immer. Und das in jedem Alter.“ Ihre Kinder sind 8 Jahre auseinander und für sie steht fest: „Mein erstes Kind war das Beste, was mir passieren konnte. Und mein zweites Kind war das Allerallerbeste- ich habe diese Entscheidung niemals bereut!“

Ich finde, das ist ein sehr schönes und treffendes Resümee, das wir aus der Blogparade ziehen können. Denn genau so ist es: doppelter Stress, aber viel viel #Mehralschaos und damit immer mehr als doppelt so viel liebe. Und so komme ich zu dem Ergebnis:

#Mehralschaos = #Mehralsliebe

Was meint Ihr?

 

6 Kommentare

  1. Wirklich toll, dass so viele bei der Blogparade mitgemacht. Jetzt sollte die Geburtenrate doch rasant ansteigen, oder nicht? Schliesslich ziehen alle unterm Schlussstrich ein positives Resumee 😉 .
    Wann kommt eigentlich bei euch das Dritte? *duckundweg*

    Liebe Grüsse und herzlichen Dank für die tolle Zusammenfassung
    Miriam

  2. Vielen Dank für die tolle Zusammenfassung und auch Danke für die Blogparade. Sie hat nicht nur viel Spaß gemacht, sondern hatte wirklich ein so dankbares Thema.
    Die einzelnen Beiträge sind echt lesenswert.

    VG Kerstin

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *