Erfahrung, Papa Schulze, Produkttest
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Der Audi Q7 im Familientest

Der Stellenwert eines Autos ist in Deutschland ein ganz besonderer. Nicht nur, dass wir hierzulande, wie jeder ganz selbstverständlich weiß, die besten Autos der Welt bauen. Nein, wir hegen und pflegen unser liebstes und zugleich teuerstes Anschaffungsobjekt nach den eigenen vier Wänden mit ganz besonders viel Hingabe, Leidenschaft und manchmal auch Liebe.

Street Credibility: 1,0

Dass Autos sehr intensive Reaktionen hervorrufen, konnte ich nun am eigenen Leib erfahren, als wir kürzlich ein ganz besonderes Prachtexemplar aus dem Hause Audi zum Testen vor unserer Haustür stehen hatten. Meine Frau, JuSu, bekam für zwei Wochen einen Audi Q7 Quattro (wesentliche Information für Fahrzeugkenner und -liebhaber) zur Verfügung gestellt, zwecks Überprüfung seiner Familientauglichkeit. Wir erwarten nämlich alsbald unser drittes Kind und, da wird die Wahl des richtigen Familientransporters ein besonders emotionales Thema, in doppelter Hinsicht.

Da stand er nun der Audi Q7 vor unserer Haustür. Und, was für einer! Noch bevor ich ihn mir selbst anschauen, geschweige denn testen, konnte, um festzustellen, dass das gute Stück in Vollausstattung mehr technischen Schnick-Schnack (oder wie ich als Mann sagen würde, ganz wesentliche Ausstattungsmerkmale) beinhaltet als der neue Airbus A380 (also mindestens so viele) wurde ich bereits von zwei unterschiedlichen Nachbarn ganz aufgeregt darauf angesprochen, was wir denn jetzt für ein neues Auto fahren würden. Wie der denn motorisiert sei und sich fahren lassen würde. Und, was der denn nun eigentlich kostet. Und, und, und. Note Street Credibility: 1,0!

Audi Q7

Unser Schätzchen für 2 Wochen im Test: Audi Q7 Quattro

Platz für 3 Kinder auf der Rücksitzbank: 2,5

Auffallen klappte also schon einmal. Aber, da ich nun als beinahe Dreifach-Papa vor ganz neuen Herausforderungen stand,  öffnete ich zunächst – sehr untypisch für einen Mann – eine der hinteren Türen. Schließlich musste ich direkt abklären, ob ich meine um bald eine Person anwachsendee Familie auch in den Q7 hineinbekommen würde. Nach der ersten optischen Erstbegutachtung von außen (Note: sehr gut), galt mein nächster Blick somit der Rücksitzbank. Nachdem ich die letzten Wochen mit zunehmender Frustration alle Autohäuser der Region nach einem Auto durchforstete, um ein Fahrzeug mit drei Isofix-Verankerungen auf der Rücksitzbank zu finden, traf mich der Anblick der schicken Lederrücksitzbank nun vollkommen unvorbereitet. Ja, da waren Verankerungspunkte für drei Kindersitze. Fantastisch! Aber passen da auch wirklich drei Kindersitze inkl. Kinder rein und bekomme ich die dann auch noch ohne Probleme angegurtet? Also akquirierte ich kurzerhand meine beiden Kinder, kramte den bereits neuen MaxiCosi aus der Garage und unterzog den Audi Q7 dem ersten Kinder-Unterbringungs-Stresstest.

Erstes Fazit: Es wird etwas eng, die Isofixstation für den MaxiCosi bekommen wir zwar nicht zwischen die beiden Kindersitze für Kind Nr. 1 (fast 6 Jahre) und Kind Nr. 2 (fast 4 Jahre), dafür klappt es mit ein bisschen Fummelei einfach nur per Gurt. Das geht, ist verkehrssicher, nur halt nicht so komfortabel. Auch eine Sitzerhöhung und die schwangere Ehefrau passen zwischen die Kindersitze der beiden Schnecken. Ergo: Alles Geschmackssache! Laut Hörensagen in der Eltern Community geht es mit den Originalkindersitzen von Audi, die wohl etwas schmaler ausfallen als unsere Modelle, etwas besser und komfortabler. Dann sind 3 Isofix-Stationen machbar.

Audi Q7

…mit Maxi Cosi, aber ohne Isofix, zwischen den Schnecken

Audi Q7

…mit SItzerhöhung kein Problem

Audi Q7

…mit großer, schwangerer Schnecke auch kein Problem

Ansonsten sitzt sich der Q7 unter Volllast von drei Kindern auch für meine knapp 1,90m auf Fahrer- und Beifahrersitz sehr, sehr bequem. DIe Beine lassen sich voll ausstrecken und das wissen nur Menschen ab einer Körpergröße von 1,80m aufwärts zu schätzen. Note Raum für 3 Kinder plus Erwachsene: 2,5!

Fahrspaß: 1,0

Aber nun mal Hand aufs Herz für den Mann in mir: Die Karre sieht schon cool aus und es juckte mich in den Fingern, endlich den Startknopf zu drücken, um ne Runde zu fahren. Es dämmerte schon – wir haben Winter – und die Innenbeleuchtung des Luxusschlittens taucht den Innenraum in cooles, bläuliches Licht. Die Karte des großen Navigationsbildschirms lässt sich mit der Digitalanzeige im Tachometer synchronisieren, das Head-up-Display beamt alle relevanten Fahrinformationen in die Frontscheibe, Kameras vorn und hinten lassen das Einparken zu einem Kinderspiel werden (man kann das Auto sogar von oben sehen, ich habe allerdings aufgegeben, heraus zu finden wie das Bild erzeugt wird) und der Motor entwickelt trotz kleiner Motorisierung im unteren Drehzahlbereich genügend Newtonmeter, um an einer Ampel auch mal den Nebenmann … also ihr wisst schon. Im oberen Drehzahlbereich geht dem guten Stück dann etwas die Luft aus, aber es gibt ihn ja auch mit größeren Maschinen. Sogar zu einem Fahrzeugvergleich mit einem Freund musste ich mit dem Audi antreten, denn der hatte erst kürzlich auf ein Fahrzeug mit der Bezeichnung X-Irgendwas umgesattelt und wollte natürlich direkt … vergleichen. Männer!
Note Fahrspaß: 1,0!

Audi Q7

Der goße Navigationsbildschirm mit Ansicht von oben

Raumwunder: 1,5

Wie ich bereits schrieb, es ist Winter. Wir stehen kurz vor Weihnachten und der Termin für das alljährliche Weihnachtsbaumschlagen steht an. Wie immer war die Woche voll und wir mussten vorher noch schnell einkaufen. Ich mache es kurz, in den Kofferraum passt eine Menge rein und in unserem Fall ist er für unseren Einkauf sogar deutlich zu groß. Wer kann das von seinem Auto/ Kofferraum schon behaupten? Allerdings hilft das Gepäckmanagementsystem beim Verstauen des Einkaufs und verhindert das unkontrollierte Driften unserer Lebensmittel. Ich schließe per Knopfdruck den Kofferraum und setze mich entspannt ans Lenkrad. Technik ist doch was Feines!

Audi Q7

Der Wocheneinkauf…

Audi Q7

…etwas verloren im großen Kofferraum

Doch der eigentliche Belastungstest als Transporter stand noch an: Der Kauf des Weihnachtsbaums wartete! Und das war in diesem Jahr ein ganz besonderer Kauf bzw. Ausflug für mich, denn ich habe ihn zum ersten Mal für meine Familie selbst geschlagen.

Audi Q7

Mein Baum und ich

Zugegeben wird man einen 2m-Baum nicht unterbringen, doch wir hatten in diesem Jahr aufgrund des bevorstehenden Geburtstermins eh mit einem kleineren Exemplar geplant. Und was soll ich sagen? Mit ein bisschen Probieren, Schieben, Drücken, Kreativität und vorsichtigem Verbiegen der Spitze ließ sich auch unser Weihnachtsbaum in diesem Jahr bei geschlossener Heckklappe sicher nach Hause transportieren. Note Raumwunder: 1,5!

Audi Q7

Der Baum im Kofferraum

Fazit

Bleibt abschließend die Frage zu beantworten, ob der Audi Q7 ein Familienauto ist oder nicht? Klare Antwort: Ja! Aber auch ein nicht ganz so günstiges Familienauto mit wenigen Einschränkungen auf der Rücksitzbank. Und ja, ich hätte den Audi Q7 Quattro zu gern behalten, er fuhr sich sehr geschmeidig, tolle Technik mit fantastischer Übersicht über den Verkehr, JuSu kam ebenfalls super mit ihm klar und meine Mädels liebten die „Flori“ – so hatten sie ihn getauft – nur Mama und Papa müssen dafür wohl dann doch noch ein bisschen sparen…

4 Kommentare

  1. Liebe Julia,
    ganz frauentypisch eine Frage jenseits des eigentlichen Inhalts: woher ist denn Deine Brille (Modell, Marke)? Sie steht Dir einfach super!

  2. Michael Bauer sagt

    Hallo Papa Schulze, phänomenaler Test, sehr launisch, herrlich! Habe mich als frisch gebackenen dreifachen Familienvater hier mehrfach wiedergebenden. Viele Grüße und viel Spaß mit deinen (4?) Schnecken! Michael B.

    • Hallo Michael, ich antworte jetzt mal schnell für Papa Schulze 😉 Vielen Dank für Deinen Kommentar und alles Gute für Dich und Deine kleine Großfamilie, LG

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