Erfahrung, Mama-Blog
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Airbnb: Unsere Erfahrung als 5-köpfige Familie mit Unfall

-Dies ist KEINE Werbung, sondern ein total persönlicher, sehr positiver Erfahrungsbericht-

Wir haben es gewagt: Wir haben als 5-köpfige Familie Airbnb ausprobiert. Nachdem wir im Mai bereits am Gardasee urlaubten , mussten wir den Schnecken versprechen, dass wir die Rückfahrt nicht erneut „in einem Rutsch“ durchfahren. Sie baten um eine Pause am Rückweg, damit sie nicht wieder so lange im Auto sitzen müssen.

Also schaute ich nach Hotels für uns fünfe auf der Hälfte der Heimfahrt. Aber, es ist 1. gar nicht so einfach, überhaupt etwas zu finden, und 2. dann doch ganz schön teuer, wenn man fündig wird.

Daher entschied ich mich für einen Versuch via Airbnb, richtete mir ein entsprechendes Konto ein und startete meine 1. Anfrage. Postwendend kam eine Absage auf meine – wie ich finde – sehr freundliche Anfrage. Aber, ich kann auch verstehen, dass so eine 5-köpfige Familie mit einem 6-Monate-alten Baby nicht jedermanns Sache ist. Ich ließ mich nicht beirren und schrieb gleich weitere potentielle Vermieter an.

Und – ZACK – hatte ich eine Zusage mit tollen Bewertungen. Eine nettes Paar mit 8-jährigem Sohn, das uns beherbergen wollte. Vergleichsweise günstig. Ich schlug zu.

Wir verbrachten schöne Tage am Gardasee, machten dann noch einen Stop in den Bergen Südtirols auf einem Bauernhof und zuckelten durch den An- und Abreiseverkehr Richtung Deutschland. Es zog sich, da der Brennertunnel phasenweise immer für eine Richtung gesperrt wurde, um mehr Autos durchzuschleusen und wir waren froh, dass wir eine weitere Übernachtung eingeplant hatten.

Kurz vor unserer Herberge via Airbnb knallte es bei 140 km/h laut und Papa Schulze konnte das Auto nicht mehr so gut lenken. „Sch*eiße!“, sagte er, „Ich glaube, uns ist der Reifen geplatzt.“ Zum Glück lag die nächste Ausfahrt kurz vor uns und er konnte uns noch dahin lenken. Dann hielten wir an und schauten uns das Malheur an: Ein riesiger Riss klaffte am linken Hinterrad. Weiterfahrt unmöglich. „ADAC“, war mein nächster Gedanke. Doch wir konnten bzw. durften die gelben Engel nicht rufen, denn wir waren mit Papa Schulzes Dienstwagen unterwegs und die Leasinggesellschaft hatte einen Vertrag mit einem anderen Pannenservice. Und das dauerte…

Es war heiß, die Schnecken waren ganz aufgeregt, der Schneckerich hatte just jetzt eine megavolle Windel und ich musste zur Toilette. Herrlich! Nicht.

Da sich durch diesen Unfall unsere vereinbarte Ankunft bei unserer Airbnb-Familie verschob, rief ich dort an, um unser Mahlheur mitzuteilen. Und da geschah das Wunderbare: Das Paar entschied sofort: „Mit 3 Kindern und Panne steht Ihr in der Ausfahrt? Wir kommen die Kinder und Dich holen!“ DER Wahnsinn!

Eine halbe Stunde später fuhr der männliche Part mit einem familienfreundlichen Auto vor, wir bauten die Kindersitze um, räumten die nötigsten Taschen in das andere Auto und fuhren los. Papa Schulze blieb bei unserem Pannenauto, um alles zu regeln.

Auf der Fahrt zur Unterkunft hielt er, nennen wir ihn Peter, sogar noch bei dm an der Wegstrecke. Ich hatte nämlich das Fläschchen des Schneckerichs auf dem Bauernhof vergessen und brauchte ein neues. Mini- und Maxi aßen Peter derweil im Auto alle vorhandenen Kaugummis weg.

Dann kamen wir an und die Unterkunft war top. Ein tolles restauriertes Häuschen mit viel Platz für uns 5. Ich richtete schnell alles her. In der Zwischenzeit wurden Mini und Maxi mit Eis versorgt und ich konnte den Schneckerich zu einem kleinen Nickerchen hinlegen.

Schon war Abendessens-Zeit. Papa Schulze hing immer noch am Unfallwagen (Der Pannendienst war zwischenzeitlich da und musste wieder weg, da er nicht mit Abschleppwagen gekommen war. Braucht man ja auch schließlich nicht, wenn man mit einem platten Reifen in einer Autobahnausfahrt steht. *grmpf). Eigentlich wollten Papa Schulze und ich abends mit den Kindern essen gehen und Essbares für unseren Aufenthalt besorgen. Das fiel also flach. Kurzerhand wurden wir von Peter und seiner Frau Anneliese zum Abendessen eingeladen. Und die Schnecken aßen richtig, richtig viel. Dabei waren sie total überdreht und machten nur Quatsch. So langsam aber sicher hatte ich schon ein richtig schlechtes Gewissen…

Bei dem ganzen Quatsch konnte der Schneckerich nicht schlafen. Er war aber total müde und musste daher arg weinen und schreien. Auch er spürte die Unruhe aufgrund der Situation. Ich hetzte zwischen ihm und den total über- und abgedrehten Schnecken hin und her. „Die denken doch, dass sie sich die reinste Chaosfamilie ins Haus geholt haben.“, war mein Gedanke.

Anneliese brachte mir Globuli für den Schneckerich. „Damit sich der Arme beruhigt.“, sagte sie mitfühlend. Und ich konnte es wieder nicht glauben, dass wir so viel Gastfreundschaft erleben durften.

Irgendwann hatte ich endlich die rotzfrechen Schnecken in ihre Betten verfrachtet. Der kleine Mann tat sich immer noch schwer, zur Ruhe zu kommen, aber Papa Schulze kam endlich zu uns. 3,5 Stunden hatte es gedauert, bis er – mit Glück – einen Autoersatz bekommen hatte. Denn es war Samstag Abend und der Pannendienst hatte keinen Reifen für uns vorrätig. Dieser musste erst bestellt werden.

Anneliese machte schnell noch einmal das Essen warm für meinen Schatz und Peter besorgte ihm noch ein Radler. Der Schneckerich weinte und schrie immer noch und er tat mir soo leid. Ich ging mit ihm zu unserem Bett, legte ihn ab, drehte mich um, um was aus der Tasche zu holen und hörte einen kräftigen Rumms, gefolgt von einem markerschütterndem Schrei: Der kleine Mann war vom Bett hinuntergefallen.

Panik machte sich in mir breit: Was, wenn der Schneckerich sich eine ernsthafte Verletzung zugezogen hatte? Unter Tränen testete ich mit Papa Schulze zusammen alle Reflexe. Der Kleine schien nichts abbekommen zu haben. Zum Glück war sein Bettchen direkt neben unserem Bett und ich konnte ihn die ganze Nacht über beobachten. Beim Einschlafen dachte ich noch einmal an Anneliese und Peter: „O! Mein! Gott! Die nehmen sicherlich nie wieder eine 5-köpfige Familie.“

Nach einer Nacht ohne weitere Ereignisse, in der ich jedoch fast nicht schlief, da ich ständig das Bedürfnis hatte, nachzuschauen, ob mit dem Kleinen alles gut ist, starteten wir in einen neuen Morgen. Anneliese und Peter versorgten uns mit Kaffee und Milch. Und die Mädels teilten ihr Müsli mit dem Sohn unserer Gastfamilie. Wir packten schnell unsere Sachen zusammen und machten uns auf den weiteren Heimweg mit dem Leihwagen. Unser Auto samt neuem Reifen musste Papa Schulze dann nach ein paar Tagen holen bzw. den Leihwagen zurückbringen. Ein Transport unseres Autos war aufgrund einer sogenannten „Mobilitätsgarantie“ nicht möglich, bzw. hätte von uns komplett aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Tjanun.

Geblieben ist von unserem Chaotenaufenthalt ein süßer Schnappschuss aller Kinder in Annelieses und Peters Wohnzimmer auf dem Sofa und eine Einladung zu uns nach Hause. Und dann darf unsere „Gastfamilie“ natürlich genauso chaotisch, überdreht und rotzfrech sein, wie wir. Mindestens.

Natürlich habe ich eine super, top, Sternchen hoch Sternchen Bewertung bei Airbnb für Anneliese und Peter abgegeben. Und auch sie haben geschrieben, dass sie uns jederzeit gerne wieder beherbergen. Ich kann es gar nicht fassen.

Gar keine Frage: Wir werden auf jeden Fall wieder Airbnb nutzen. Das war wirklich DER Hammer!

6 Kommentare

  1. Das war wirklich eine tolle Erfahrung! Wie lieb und Gastfreundlich manche Menschen sein können ist wirklich Wahnsinn. Danke das du die Erfahrung mit uns geteilt hast 🙂 eine schöne und lesenswerte Story. Ich wünsche der kleinen „Chaos Familie noch alles gute ♡

    • Liebe Minni, das war wirklich toll und ich bin so froh, dass wir genau diese „Airbnb“-Familie hatten. Dir auch alles Gute, LG

  2. Jennifer sagt

    Das war ja echt ein Glück!! Auf welchem Bauernhof wart ihr in Südtirol? Zu empfehlen? Wor wollen im
    September hinfahren..

    • Liebe Jennifer, ich schreibe noch einen Artikel über den Bauernhof, denn der war wirklich toll 😉 LG JuSu

  3. Wow! was für nette Leute! Ich hab nämlich etwas Sorge vor Airbnb, wir hatten kurz überlegt für England, ich hab aber die Unsicherheit, dass der Host absagt oder sowas und wir ohne Quartier da stehen mit Flügen und allem. Aber Dein Bericht macht Mut!

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