#5Update, Mama mit MS, Multiple Sklerose, Schneckerich
Kommentare 3

4 Monate | 3. Kind

Der April ist vorbei und das bedeutet, dass unsere Nummer 3, der kleine Schneckerich, doch wirklich schon 4 Monate alt ist. Wie heißt es doch so schön? An Kindern sieht man, wie schnell die Zeit vergeht. Und es ist wirklich so- insbesondere, bei mehreren Kindern. Da rast die Zeit nur so. Leider ist das Leben dahingehend ja unerbittlich: Es geht einfach weiter. Tag für Tag. Egal, ob man die Zeit nun gerne anhalten würde, oder nicht. Dabei würde ich sie zurzeit wirklich gerne mal stoppen, weil einfach alles so rast. Es gibt so viele schöne Momente, die – schwupps – schon wieder vorbei sind. Und es gibt sie natürlich auch, die blöden Momente, bei denen ich mir einfach mehr Zeit wünsche, um allen gerecht zu werden: Der Großen, bei der sich in den letzten Wochen vor der Einschulung so unglaublich viel tut, der Kleinen, die mit ihrer neuen Rolle als Sandwichkind hier und dort zu kämpfen hat, Papa Schulze, weil ich die Zweisamkeit mit ihm einfach vermisse und natürlich auch mir selbst. Denn auch ich benötige dann und wann einmal eine kleine Auszeit, damit ich nicht schreiend und fuchtelnd aus unserem Haus weglaufe 😉

Schneckerich

Wie war der vergangene Lebensmonat (4 Monate)?

Papa Schulze war jede Woche ein bis zwei Nächte auf Dienstreise. Das hat bei uns hier zu Hause gut geklappt, aber so ist der vergangene Monat noch schneller an uns vorbeigezogen. Denn wenn ich mit den Schnecken alleine bin, darf ich mir keine zusätzlichen Dinge vornehmen. Dann gibt es nur uns 4. Für mehr reicht meine Kraft nicht.

Insbesondere, weil Maxi noch einmal drei Infekte hatte. Wie ich oben schon geschrieben hatte: Ihre letzten Wochen als Kitakind sind super aufregend für sie. Sie macht reichlich Unternehmungen in der Kita, hatte einen Schnuppertag in der Schule und ist super hibbelig. Dazu kommt ihr kleiner Bruder, der ja auch eine riesige Veränderung für sie und uns ist. Das ist manchmal echt viel. Zu viel. Ich denke, dass sie auch deswegen zurzeit jeden Infekt mitnimmt. Bei ihr typisch sind die Halsentzündungen. Für sie DER Horror, weil sie den ganzen Tag eigentlich redet…

Und auch für Mini ist das alles sehr aufregend. Am liebsten würde sie mit ihrer großen Schwester gemeinsam im Sommer in die Schule gehen. Ich bin eh gespannt, wie es ab Sommer für Mini in der Kita ohne die Große wird. Denn sie kennt die Einrichtung ja gar nicht ohne ihre Big Sis. Und die ist immer Anlaufpunkt, wenn sie mal Streit hat mit ihren Freundinnen oder Kumpels. Das wird auch noch einmal eine große Umstellung.

Zusätzlich muss sie sich durchaus noch in ihrer neuen Rolle zurechtfinden. Sie liebt ihren kleinen Bruder abgöttisch (und er sie- zum Glück!) und kümmert sich ganz toll um ihn. Aber mit mir ist sie sehr ungeduldig und regt sich sehr schnell auf, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie es möchte. Oder sie macht gerne Quatsch, um negative Aufmerksamkeit zu bekommen. Hier hat es uns gut getan, uns Zeit füreinander zu nehmen. Ich habe keine Verabredungen mehr für sie vereinbart und wir haben die Zeit nach der Kita einfach gemeinsam verbracht. So hatten wir gemeinsame positive Momente, die uns gut getan haben. Das bedeutet nicht, dass es keine, ich nenne sie mal „besonderen Momente“ mehr gibt, aber wir haben wieder viele positive Momente, die die negativen aufheben. Und das tut uns allen gut.

Schulranzen

Mini „liest“ dem Schneckerich vor

Der kleine Mann hat in seinem 4. Lebensmonat einen unglaublichen Schub gemacht. Zum einen ist er ordentlich gewachsen. Er ist plötzlich so groß! Ich habe extra in die U-Hefte der Schnecken geschaut und er ist wirklich einige Zentimeter größer und ein paar Hundert Gramm schwerer als seine beiden Schwestern in dem Alter. Auch seine ersten beiden Impfungen hat er erfolgreich überstanden (bitte keine Kommentare dazu – ich möchte das hier nicht diskutieren – DANKE!) und seinen ersten Brei gegessen. Jahaha, ich kann es auch gar nicht fassen: Nachdem ich den Herrn stündlich gestillt habe und er sehr leidlich war, weil ihm das alles nicht schnell genug ging, haben wir in der vergangenen Woche mit Karottenbrei begonnen. Nun sind wir bei Karotte-Kartoffel und er kommentiert das mit „hmmmmhhhh“!

4 Monate

Kartoffel-Karotte

4 Monate

Genießen mit allen Sinnen

Bei den großen Schnecken habe ich nach einem halben Jahr mit der Beikost begonnen- ich hatte eigentlich gar nicht vor, schon mit Brei zu beginnen, aber nun ist es so und es ist gut so! Schließlich muss ich ja auch langsam darüber nachdenken, wieder mit meinem MS-Medikament zu beginnen. Das soll nach 6 Monaten des Stillens sein- je nachdem, wann der Schneckerich bereit ist, ganz auf die Muttermilch zu verzichten. Aber ich gebe auch zu, dass ich da nicht mehr ganz so entspannt bin, wie bei Mini und Maxi- denn nach der Stillzeit mit Mini hatte ich zahlreiche neue Läsionen in Hirn und Rückenmark. Die MS war stark aktiv zu diesem Zeitpunkt. Als Mama von 3 Kindern möchte ich das natürlich nicht noch einmal riskieren. Daher bin ich nun einfach froh, wie es sich entwickelt und schaue mal, was da noch so kommt. Und so lange der Kleine glücklich ist, freue ich mich 🙂

Arztbesuche/ Untersuchungen

Wie oben schon geschrieben hat er seine ersten Impfungen hinter sich. Hier gehen wir nach den Empfehlungen der StiKo und haben die 6-fach-Impfung plus Pneumokokken und Rotaviren geben lassen. Diese hat er bisher gut vertragen. Die U4 hat der Kleine mit Bravour gemeistert und direkt mit der Kinderärztin geflirtet. Ach, ich liebe meinen kleinen Mann <3

Darüber hinaus war ich mit ihm 2 Mal beim Dermatologen. Einmal, um mich zur Behandlung seiner Feuermale beraten zu lassen. Hier werden wir aber erst einmal beobachten, ob diese von alleine verblassen. Und ein weiteres Mal, da sich Milchschorf auf seinem Augenlid gebildet hatte.

Schulranzen

Das Augenlid nach einem Tag Behandlung

Das mag der Schneckerich

Er liebt seine Schwestern. Die können jeden Quatsch mit ihm machen und ihn (wild) kuscheln, ihn kitzeln oder mit einem Quietschtier genau vor seiner Nase rumfuchteln: Ihm macht das gar nix. Ganz im Gegenteil: Er gluckst dann und freut sich und verteilt strahlend Küsse. Und natürlich schaut er ihnen gerne einfach zu.

mehr Kinder, mehr Liebe

Die MaxiSchnecke mit dem Schneckerich

Seinen Spielebogen findet er immer noch total knorke und er beschäftigt sich dort gerne selbst. Dann kullert er von der einen zur anderen Seite, greift sich dies & das und schimpft nur, wenn er irgendwo nicht rankommt.

4 Monate

Der Schneckerich „beschäftigt“ unterm Spielebogen

In den letzten Tagen hat er auch seine Vorliebe zum Rumgetragen Werden entdeckt. Dann schimpft er so lange bis er auf den Arm kommt und strahlt dann über beide Ohren.

Das mag der Schneckerich nicht

Hunger haben- aber welches Baby mag das schon?

Das kann der Kleine schon

In der vergangenen Woche hat er sich zum ersten Mal auf den Bauch gedreht- passend zum Beikoststart. Fand ich interessant, da das ja auch als ein Zeichen für die Bereitschaft zur Beikost gewertet wird.

Darüber hinaus kann er richtig laut lachen und glucksen- das hört sich wunderschön an!

Auch ist er in der Lage, von einer Person zur nächsten zu schauen und seinen Kopf eigenständig zu bewegen. Und, wenn er etwas haben möchte, dann greift er auch aktiv danach.

Familie

Wie ist das Leben zu 5t?

Natürlich ist es super anstrengend mit 3 Kindern. Zu behaupten, dass es NUR schön und entspannt ist, wäre gelogen. Aber, ich finde, dass wir uns super schlagen! Auch die Mädels können sich ein Leben ohne den Kleinen nicht mehr vorstellen. Und das werte ich positiv.

Über Ostern waren wir sogar zum ersten mal zu 5t über Nacht weg. Wir haben den Patenonkel des Schneckerich zum Kennenlernen besucht. Die 3-stündige Fahrt und die beiden Übernachtungen haben super geklappt. Das war echt toll!

Was hat sich verändert?

Dieses Gefühl, weder dem Kindern, noch uns Erwachsenen und schon gar nicht dem Haushalt gerecht zu werden, hat sich potenziert. Der Tag hat zu wenige Stunden, die Woche zu wenige Tage. Wir sind wie Hamster im Hamsterrad und hetzen…

Was klappt gut?

In den Tag hineinzuleben und uns einfach treiben zu lassen. Ohne To Dos, ohne Termine. Dann sind wir zurzeit alle 5 am Glücklichsten.

Was klappt weniger gut?

Pünktlich und ohne Hetze in der Kita zu sein, wenn Papa Schulze auf Dienstreise ist. Das habe ich leider noch nicht geschafft. Und das ist ein überaus doofes Gefühl!

Darüber mussten wir in den vergangenen beiden Wochen ganz schön lachen

Über die MiniSchnecke, die sich von ihrem Osterhasengeld „Klacker-Schuhe“ und Parfüm gekauft hat. Nun bewegt sie sich nur noch mit ihren rosa Schuhen zu Hause fort. Da sie sie nicht auf der Treppe tragen darf wegen der Verletzungsgefahr, hat sie sie oft unter den Arm geklemmt und vergisst sie dann dort. Das sieht so süß aus! Ach ja, und man kann sie schon riechen, bevor sie um die Ecke kommt…

4 Monate

„Klacker-Schuhe“ und Parfüm

Über Mama, die manchmal nach dem Stillen vergisst, ihr T-Shirt wieder runterzuziehen. Oder die vor lauter Dingen manchmal nur noch Kauderwelsch erzählt. Da müssen die Mädels oft ganz schön lachen.

Über den Schneckerich, der den Löffel mit dem Brei ganz gierig in seinen Mund zieht.

Über Papa Schulze, der hier und da auch mal erschöpft auf dem Sofa einschläft beim „Nachdenken“.

Mamas MS

Wie geht es mit dem Schlafentzug?

Insgesamt ganz gut, was daran liegt, dass der Kleine mir immer mal wieder Extrastunden des Schlafs schenkt. Nichtsdestotrotz merke ich den Schlafentzug aber- immer noch in Form von Empfindungsstörungen und schweren Gliedmaßen.

Nun habe ich damit begonnen, wieder regelmäßig Sport zu treiben- so mache ich jeden Abend meine Übungen von der Rückbildungsgymnastik. Und ich habe wieder mit dem Joggen begonnen. Natürlich ganz langsam und gemähchlich. Aber das tut mir körperlich unheimlich gut. Da werden direkt die Empfindungsstörungen weniger und ich habe das Gefühl, dass ich mehr Energie habe…

4 Monate

Bei meinem ersten Lauftraining nach der Schwangerschaft

Wie fühlt sich die MS an?

Wie eine ferne Bekannte. Dann und wann meldet sie sich mal. Aber zum Glück nicht zu oft!

Gibt es neue Symptome?

Nein.

Gab es Arztbesuche oder Untersuchungen?

Ja, gab es. Ich war bei einem Heilpraktiker, der auf MS spezialisiert ist. Aber von den Ergebnissen möchte ich hier und jetzt noch nicht schreiben. Ich werde das aber tun, sobald ein, zwei Dinge konkreter sind- versprochen 😉

Was tut im Kampf gegen die Multiple Sklerose im Moment gut?

Definitiv die wieder neu gewonnene Bewegung. Und weil ich anderen Mamas mit MS Mut machen möchte, werde ich mein Lauf- und Bewegungsprogramm auch dokumentieren. Auf Instagram habe ich schon damit begonnen. Dort findet Ihr alles unter #mswirdfit. Natürlich werde ich auch bald hier auf dem Blog darüber berichten.

Hier geht es zu den bisherigen Wochen- bzw. Monatsberichten:

3 Kommentare

  1. Melanie sagt

    Hi, als bald von 2 Kids Mama mit MS würde ich mich sehr über weitere Berichte zu Sport (tut mir auch unglaublich gut und es motiviert einfach, bei anderen in einer ähnlichen Situation darüber zu lesen) und dem Heilpraktikerbesuch (eine negative Erfahrung, seitdem bin ich unsicher, aber neugierig) freuen. Vor allem alles Gute dir! LG Melanie

    • Liebe Melanie, danke für Dein Feedback 🙂 Ich werde auf jeden Fall über beide Punkte berichten 😉 LG und alles Gute, JuSu

  2. Cornelia sagt

    Hallo, endlich habe ich Zeilen gelesen die mir Mut machen, und den Mut habe ich dringend gebraucht.
    Bin ganz frisch zum zweiten Mal schwanger ( die große ist schon fast 6 Jahre) und konnte mich bis jetzt nicht daran erfreuen. Seit 12 Jahren Ms und schon ein sehr selbstständiges Kind und jetzt- schaffe ich das ganze doch nochmal und werde ich beiden Kids gerecht?- und auch mir, wird es mir hoffentlich noch lange gut gehen, usw….
    Und da entdecke ich deinen Blog und er hat mir im Moment großen Mut zugesprochen !
    DANKE!!
    LG Cornelia

Kommentar verfassen